MARATHON FRAUEN: Der Ungewissheit davongelaufen

Martina Strähl gewinnt den Swiss City Marathon – Lucerne und unterbietet mit 2:39:14 Stunden die Limite für die Europameisterschaften des nächsten Sommers in Zürich deutlich.

Jörg Greb
Drucken
Teilen
Der Siegerin Martina Strähl sieht man die Strapazen des Marathons im Ziel gar nicht an. (Bild Philipp Schmidli)

Der Siegerin Martina Strähl sieht man die Strapazen des Marathons im Ziel gar nicht an. (Bild Philipp Schmidli)

Sie kämpfte um jede Sekunde, und entsprechend waren auf den letzten Metern ihre Gesichtszüge: verzerrt, angespannt, unharmonisch. Doch dieses Bild wechselte sogleich nach dem Überqueren der Ziellinie. Jetzt dominierte die Entspanntheit, zeigte sich bei Martina Strähl die schier grenzenlose Freude. Zu Recht, denn die Solothurnerin aus Oekingen erreichte das Ziel nach den nassen 42,195 km um das Luzerner Seebecken und der zweiten Rückkehr zum Startort beim Verkehrshaus als erste Frau. Fast wichtiger aber als dieser Sieg war für die 26-jährige, zweifache Berglauf-Europameisterin und diesjährige Siegerin des Volkslaufklassikers von Murten nach Fribourg die Qualität der Leistung. 2:39:14 Stunden, klar erfüllte Limite für die Europameisterschaften des nächsten Sommers in Zürich (2:44 Stunden) und ein Flachmarathon-Debüt, das wegweisend sein dürfte.

Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
100 Bilder
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ

Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ

Schwere Schuhe

Von «einem wunderschönen Erlebnis, mir fehlen die Worte», sprach sie im Fauteuil, der kurz nach der Ziellinie für die Sieger bereitstand. Der andauernd niederprasselnde Regen vermochte daran nichts zu ändern. Ausschlaggebend für dieses Empfinden waren Strähls Rennen und Strähls Leistung. Beide waren erstklassig. Und dabei fehlte es nicht an Faktoren, die sich als hindernd hätten aufführen lassen. Der Dauerregen und die zum Teil glitschige Laufunterlage war dabei für Strähl das schier Unbedeutendste. «Durch das viele Wasser fühlten sich die Schuhe nicht nur schnell sehr nass an, sie wurden auch schwer», beschrieb sie.

Diesen Nachteil blendete sie ebenso aus, wie sie bereits die «unangenehmen letzten Stunden vor dem Rennen» weggesteckt hatte. Da hatte sich plötzlich eine Unsicherheit bemerkbar gemacht, ein Hinterfragen, ein Zweifeln. Vielmehr baute sie sich unterwegs stets neu auf, etwa am «fantastischen Publikum und den Musikgruppen, die für eine hervorragende Stimmung am Streckenrand sorgten». Ebenso zur Seite schob sie «die immer schwerer werdenden Beine». Das gehöre dazu, dürfe sie nun nicht bremsen, sagte sie sich. «Ich will ins Ziel, einfach ins Ziel und schnell ins Ziel», war ihre Vorgabe. Unter dieser mentalen Bereitschaft fühlte sie sich derart «positiv fokussiert», dass sie vergeblich auf die viel beschriebene Marathon-Wand wartete. Im Gegenteil: «Ab Kilometer 30 fühlte ich mich immer besser.»

Auf sich allein gestellt

Und das trotz schwieriger Vorgeschichte. Vor dem Start nämlich hatte sich Martina Strähl darauf eingestellt, dass «sich jemand findet, dessen Rhythmus ich übernehmen kann». Weil sie sich Anfang Woche spontan zum Start in Luzern entschlossen hatte, trat sie ohne die Unterstützung eines für sie laufenden Tempomachers an. Ihr Wunsch erfüllte sich nicht. Spätestens ab dem achten Kilometer war sie auf sich allein gestellt. Und alsbald sah sie sich zusätzlich mit einer technischen Herausforderung konfrontiert: Die Laufuhr, die sie entgegen sonstiger Gewohnheit ums Handgelenk trug, zeigte ihr unrealistische, sprich falsche Kilometerzeiten an: 5:20 Minuten, 3:20. «Das kann einfach nicht sein», sagte sie sich und achtete fortan nicht mehr auf das Hilfsmittel. Stärker half ihr ein Mitkonkurrent, der sich konstant in ihrem Blickfeld bewegte. Dennoch tauchten Gedanken des Kapitulierens auf. «Die erste Hälfte war enorm schwierig, und ich überlegte immer wieder, ob ich nicht resignieren und aussteigen soll.» Auch dieses Szenario steckte sie weg. Und wurde schliesslich «toll belohnt».

Hinter der derzeit schnellsten Schweizer Marathonläuferin Maja Neuenschwander (2:30:50) und Jasmin Nunige (2:39:00) schob sich Strähl sogleich an Position 3 der diesjährigen Schweizer Bestenliste. Und die Aussicht, dass sie sich damit fürs EM-Team des nächsten Jahres qualifizieren wird, ist gut, wird doch im Frühling 2014 eine Equipe von sechs Läuferinnen bestimmt werden. «Ich bin in Luzern wohl zur Flachmarathonläuferin geworden», sagte Strähl strahlend, die neben ihren Grosserfolgen im Berglauf an der letzten EM, 2010 in Barcelona, die 10 000 m gelaufen war und auf der Strasse schon etliche Erfolge vorzuweisen hat.