MARATHON MÄNNER: Im Basketball nur Ersatz – im Marathon die Nummer eins

Der Pole Bartosz Olszewski gewinnt in 2:31.15 Stunden. Ein Mann, der eine ganz besondere Beziehung zur Schweiz hat.

Stefan Klinger
Drucken
Teilen
Sein achter Marathon, sein zweiter Sieg: Bartosz Olszewski erreicht das Ziel im Verkehrshaus als Erster. (Bild Philipp Schmidli)

Sein achter Marathon, sein zweiter Sieg: Bartosz Olszewski erreicht das Ziel im Verkehrshaus als Erster. (Bild Philipp Schmidli)

Mit diesem fremdartigen Ding aus Holz hatte Bartosz Olszewski seine liebe Mühe. Als der 29-jährige IT-Spezialist aus Warschau für seinen Sieg im Männerrennen neben der Luzerner Schokolade auch ein Alphorn überreicht bekam, tappte er prompt in die Touristenfalle. Zwar zeigten ihm die Veranstalter kurz, wie es zu bedienen ist, einen Ton bekam der Pole trotzdem nicht heraus. «Ich habe so ein Instrument bisher nur auf Bildern gesehen», bat er um Entschuldigung und begann herzhaft zu lachen – mal wieder.

Seine Bestzeit ist 2:26 Stunden

Denn eigentlich hörte Olszewski gar nicht mehr auf vor Freude nur so zu strahlen, nachdem er beim Swiss City Marathon Lucerne in 2:31.15 Stunden als Erster die Ziellinie überquert hatte. All die schönen Eindrücke, die er rund um seinen Lauf in Luzern gesammelt hatte, bescherten ihm trotz des Dauerregens während des Rennens über 42,195 Kilometer den perfekten Tag. «Ich freue mich riesig, dass ich gewonnen habe. Dieser Marathon ist wunderschön. Die Stadt, die Umgebung und vor allem die vielen Leute an der Strecke, die einen die ganze Zeit anfeuern – das hat mir am Ende zusätzliche Kraft gegeben», schwärmte er, «jetzt bin ich aber ziemlich kaputt und werde mich erst einmal ein paar Tage erholen müssen. Immerhin bin ich letzten Monat auch schon den Marathon in Warschau gelaufen.»

Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
100 Bilder
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Bild: Roger Grütter / Neue LZ

Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ

Und da lief es für ihn auch richtig gut. Denn da verbesserte er seine persönliche Bestzeit auf 2:26.03 Stunden. Auf seinen Start in Luzern wollte er trotz der ganzen Belastung dennoch keinesfalls verzichten. Immerhin hat er zur Schweiz eine ganz besondere Beziehung. Vergangenes Jahr arbeitete seine Freundin Karolina, mit der er nun in Warschau lebt, noch in Lausanne. Damals lernte er bei seinen Besuchen die Schönheit der Schweiz lieben. Und als er dann auch noch bei einem seiner Besuche den Marathon in Lausanne bestritt und dort siegte, gewann er die Schweiz noch viel lieber. «Ich mag die Schweiz sehr und war noch nie in Luzern, also wollte ich hier unbedingt mal starten», sagte Olszewski und scherzte, «mein erster Marathonsieg war in Lausanne, mein zweiter nun hier – ich glaube, ich starte künftig nur noch in der Schweiz.»

Anschlag in Boston miterlebt

In Wirklichkeit hat Olszewski aber zwei andere Ziele. «Mein Traum ist es, einmal unter 2:20 zu laufen», sagt er, «zudem möchte ich mal noch an den Marathons in London und New York teilnehmen.» Einen Start an einem der ganz grossen Marathons hat er bereits hinter sich – doch da wurde das gigantische Erlebnis getrübt. Denn im April trat Olszewski beim schillernden Boston-Marathon an, auf den dann ein Anschlag verübt wurde, der zu drei Todesopfern und 264 Verletzten führte. «Ich war zum Zeitpunkt der Explosion zwar schon im Ziel, sass etwa einen Kilometer entfernt in einem Restaurant und habe das dann nur im Fernsehen mitbekommen», blickt er zurück, «aber es trifft dich schon, wenn du weisst, dass du da vor einer Stunde auch noch vorbeigelaufen bist.»

Vor fünf Jahren lief Bartosz Olszewski, der bis dahin Basketball in einer Amateurmannschaft spielte, aber wegen seiner zu geringen Körpergrösse nicht so recht zum Zug kam, mal einen Marathon, um etwas Neues auszuprobieren. Weil er sich darauf nur 40 Tage vorbereitet hatte, konnte er anschliessend einen Monat lang kaum mehr laufen. Das Feuer für diesen Sport war in seinem Herzen dennoch entfacht. Und es brennt nun immer stärker – weil ihm seine Starts bei den Marathons zwar ein tragisches, aber vor allem sehr viele herrliche Erlebnisse beschert haben.