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Marathon: Plötzlich Muskelkrämpfe überall

John Truninger aus Zug war der jüngste Teilnehmer am Marathon. Es handelte sich dabei gleich noch um eine Premiere für den 20-Jährigen.
Jörg Greb
Musste bei seinem Marathon-Debüt leiden: der 20-jährige John Truninger (vorne) aus Zug. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 28. Oktober 2018))

Musste bei seinem Marathon-Debüt leiden: der 20-jährige John Truninger (vorne) aus Zug. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 28. Oktober 2018))

Zu jenen, denen die Glücksgefühle auf der Ziellinie des Swiss City Marathon aufs Gesicht geschrieben waren, zählte John Truninger nicht. Aber er sagte im Zielauslauf: «Ich verspüre eine Riesenfreude, und richtig bemerkbar machen wird sich diese erst später.» Eben erst hatte der Zuger die 42,195-Marathon-Kilometer beendet und die legendäre Distanz, die als besonders anspruchsvoll gilt, gemeistert. Gut gemeistert, in 3:51:27 Stunden, unter den zuvor für möglich und realistisch gehaltenen 4 Stunden. Rang 6 belegte er in der Kategorie U20. Sein Kommentar: «Ich hab’s geschafft, und ich konnte die ganze Strecke durchrennen.»

Indes erlebte er, mit erst 20 der jüngste Teilnehmer auf der Königsstrecke, weshalb dem Marathonlauf Mystisches zugesprochen wird. «Bis zu Kilometer 30 lief es plus minus gut», sagte er. Sodann aber begann sich die Beinmuskulatur zu verkrampfen. Oberschenkel, vorn und hinten, Waden, links wie rechts, Gesässmuskulatur. «Es war heftig und schmerzhaft», sagte Truninger im Ziel. Und fordernd war das Ganze vor allem für den Kopf. Gedanken galt es auszublenden, Gedanken wie «es geht nicht mehr, jetzt musst du marschieren». Truninger trotzte ihnen.

Und die körperlichen Beschwerden potenzierten sich. «Der Schluss war das Schlimmste», resümierte er. «Wertvoll unterstützt» sah er sich da wie schon zuvor durch das, was vom Streckenrand kam: durchs Publikum, die zahlreichen Anfeuerungsrufe, das Klatschen wie auch durch die Musik der verschiedenen Formationen sowie die Reize des Parcours. «Das war schon cool und enorm unterstützend», sagte er.

Unüblicher Weg zum Marathon

An die Distanz herangegangen war der Automatik-Lehrling im dritten Lehrjahr realistisch und entspannt. «Ich schliesse mich dem Tempomacher für 3:50 Stunden an», sagte er vor dem Start. Mit dieser Taktik sah er die Gewissheit, nicht zu überpacen, also sich von der Begeisterung und dem Wettkampffieber nicht verleiten zu lassen, einen zu hohen Rhythmus anzuschlagen. Am Schluss, so war er sich sicher, «kommt der Hammermann, werde ich meine Grenze erreichen und Zeit verlieren».

Mit 18 Jahren einen Marathon zu laufen, ist ungewöhnlich. Die Faszination für diese Herausforderung ist bei John Truninger jedoch nicht über Nacht entstanden. Und um eine Bierwette handelte es sich sowieso nicht. Die Affinität zum Laufen und für die längeren Distanzen zeigten sich bei ihm früh. So riet ihm der Sportlehrer in der Oberstufe, sein läuferisches Talent zu fördern. Truninger schloss sich den Leichtathleten der LK Zug an. Distanzen von 800 m an aufwärts bestritt er. Doch schnell stellte er fest: «Bahnrennen und im Kreis herumlaufen sind nicht mein Ding.» Er suchte das Spezielle. Der Marathon setzte sich so fest in seinem Kopf. Und als der Test über die Halbmarathondistanz glückte, war das Projekt in die Wege geleitet.

Das strikte Befolgen eines Plans behagte John Truninger schnell nicht mehr. Vielmehr begann er seinem eigenen Gefühl zu vertrauen. Also lief er. Lief viel, legte Kilometer zurück, regelmässig, alle zwei Tage. Der Zugerberg bildete eine seiner bevorzugten Strecken. Andere kamen hinzu. Das Tempo variierte er bewusst. Und in der Regel einmal die Woche widmete er sich der «obligatorischen langen Einheit». 10 km lief er dem Zugersee entlang, dann wendete er und lief wieder zurück. Die Vorbereitung vermittelte ihm das nötige Selbstvertrauen und die Zuversicht. Dass er die letzten beiden Wochen nicht mehr zum Trainieren kam, verunsicherte zwischenzeitlich. Letztendlich war’s wohl genau das Richtige und die Basis zum Erfolgserlebnis.

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