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Margiotta trumpft mit FCL beim 3:1-Sieg gegen Sion gross auf

Der FC Luzern findet in der zweiten Halbzeit gegen Sion das Rezept, macht aus einem 0:1 ein 3:1 – und feiert.
Daniel Wyrsch
Ibrahima Ndiaye (oben) bedankt sich nach seinem Treffer bei Assistgeber Francesco Margiotta. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus, Luzern, 20. Oktober 2019)

Ibrahima Ndiaye (oben) bedankt sich nach seinem Treffer bei Assistgeber Francesco Margiotta. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus, Luzern, 20. Oktober 2019)

Francesco Margiotta war wie in Thun (2:0) der Mann des Spiels. Der 26-jährige Italiener durfte sich nach dem 3:1-Sieg über Sion verdient feiern lassen. Er hatte das Tor zum Endstand erzielt und für die anderen beiden Treffer der Luzerner die präzisen Flanken gegeben.

Margiotta, der seine fussballerische Ausbildung in seiner Heimatstadt beim Weltklub Juventus Turin gemacht hatte, ist definitiv in Luzern angekommen. In den vergangenen sechs Super-League-Partien hat er alle seine drei Tore und fünf Assists markiert. Am Anfang hatte man schon befürchten müssen, dass der Stürmer nach einem Kreuzbandriss bei Lausanne-Sport nie mehr zu alter Stärke zurückfindet. Für FCL-Trainer Thomas Häberli war bereits zum Arbeitsstart im Sommer klar: «Wir müssen Francesco Margiotta Zeit geben, sich bei uns zu integrieren. Er hat eine schwere Verletzung hinter sich, und er spielte zuletzt in der Challenge League mit Lausanne, darum muss er sich an den höheren Rhythmus der Super League erst wieder gewöhnen.»

Margiotta will möglichst bald Deutsch lernen

Nun kann man festhalten: Margiotta hat sich in Luzern nach erwarteten Startschwierigkeiten akklimatisiert. Er hatte bereits nach dem 2:0-Sieg in Thun vor der Länderspielpause gesagt: «Wir spielen immer besser zusammen, haben uns gefunden.» Da er bislang nur seine Muttersprache Italienisch sowie Französisch und Englisch spricht, will er sich auch kommunikativ besser integrieren, möglichst bald Deutsch lernen. Wahrscheinlich deshalb skandierten die FCL-Fans in der Kurve nach dem Match nur den Namen von Torhüter Marius Müller. Der 26-jährige Deutsche ist nie um einen Spruch verlegen, während Margiotta ein zurückhaltender Typ ist. Klar hatte Müller erneut seinen Anteil an der guten Leistung der Innerschweizer, aber der Matchwinner war eindeutig Margiotta. Während Müller sich noch von den Anhängern feiern liess, ging Margiotta inmitten der Mitspieler in Richtung Kabine, als ob er gerade eine Durchschnittsdarbietung gezeigt hätte.

Dabei war Margiotta in der zweiten Halbzeit Extraklasse innerhalb einer Mannschaft, die sich im Vergleich zur ersten Halbzeit enorm gesteigert hatte. Verdienst am Umschwung hatte zweifellos auch der Coach. Häberli (45) veränderte den Angriffsplan, er wollte, dass seine Spieler mehr über die Seite angreifen, statt den Weg durch die massierte Mitte suchen. «Ich sagte zur Mannschaft in der Pause, dass sie die Spielfeldbreite besser ausnützen, geduldig bleiben und den letzten Pass genauer geben müssen. Das haben die Spieler dann auch umgesetzt und zudem die Chancen genutzt», bilanzierte Häberli. Tatsächlich wirkte das Rezept des Trainers, der wie Margiotta in der Saisonstartphase in der Kritik gestanden war. Der FCL spielte nach der Pause wie ausgewechselt, die Flanken kamen an, die Kopfbälle waren gefährlich, gingen entweder auf Sion-Goalie Anton Mitrjuschkin (50. Ibrahima Ndiaye) oder an den Pfosten (54. Blessing Eleke) – aber auch ins Tor: Erster Torschütze war Ndiaye in der 53. Minute zum 1:1, der zweite Torschütze hiess nur knapp fünf Minuten später Pascal Schürpf, der zum 2:1 traf. Beide köpfelten Margiottas Vorlagen ein. Und schliesslich krönte der stille Italiener in der 72. Minute seine Topleistung mit einem unhaltbaren Schuss zum 3:1 – nach schöner Vorarbeit des eingewechselten Jungprofis Darian Males (18).

Die meisten der nur knapp 8600 Zuschauer sangen glückselig: «Steht auf, wenn ihr Luzerner seid!» Mit dem ersten Sieg seit fast zwei Jahren gegen den FC Sion, der dank Seydou Doumbia noch 1:0 (19.) geführt hatte und nun die vierte Niederlage in Serie bezog, hat der FCL (5.) den Anschluss an die Plätze 3 (St. Gallen) und 4 (Sion) geschafft.

Häberli ist zuerst geschockt, dann zeigt er zufrieden sein Oktober-Lächeln

FCL-Trainer Thomas Häberli hatte im August eine gewagte Prognose gemacht. «Im Oktober zeigen wir unser wahres Gesicht», lautete die Aussage, die er Ende September nach fünf Punkten aus vier Spielen in jenem Monat bestätigte: «Der Oktober wird noch besser als der September.» Wer als Coach solche Versprechen macht, der muss überzeugt sein vom Steigerungspotenzial seines Personals. Häberli hat nun nach absolvierten zwei von vier Partien des Monats Oktober recht bekommen: Der FCL hat mit den Siegen gegen Thun (2:0) und Sion (3:1) sechs Zähler geholt. Mehr als in jedem anderen Monat dieser Spielzeit. Aus den ersten fünf Spielen (vom 20. Juli bis Ende August) waren es vier Punkte.

Häberli gibt sich für die Zukunft zurückhaltender. Zufrieden lächelnd antwortete er auf die Frage, ob es nun in diesem Stil weitergehe: «Die zweite Halbzeit gegen Sion war sehr gut, doch es gibt noch viel zu tun.» Dennoch will der FCL die ansprechenden Oktober-Aufritte demnächst bei Xamax und im Cup bei GC bestätigen. Keinen Gefallen fand Häberli gestern aber am Video Assistant Referee (VAR). «Ich war geschockt nach dem 0:1.»

Captain Pascal Schürpf ist glücklich, dass er nach dem ersten Cuptor in Wohlen nun endlich auch das erste Saisontor in der Liga erzielt hat. Warum musste der (Ex-)Goalgetter bis zur elften Runde warten? «Weil ich die Nummer 11 habe», sagte er schmunzelnd. Weniger zu lachen hatte Marvin Schulz. Der Mittelfeldmann muss heute den verletzten Fuss untersuchen lassen. (dw)

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