Mats Wilander lästert über Andy Murray – und erntet dafür Kritik von Stan Wawrinka

Als Spieler gewann er sieben Grand-Slam-Turniere und gehörte zu den schillerndsten Figuren im Männertennis. Seither hält sich der Schwede Mats Wilander als TV-Experte im Geschäft. Mit zweifelhaftem Ruf.

Simon Häring
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Andy Murray blieb gegen Stan Wawrinka chancenlos.

Andy Murray blieb gegen Stan Wawrinka chancenlos.

Yoan Valat / EPA

Als Experte hält sich Mats Wilander seit Jahrzehnten im Geschäft. Dabei hat er sich den zweifelhaften Ruf erarbeitet, den Medien jeweils genau das zu sagen, was sich diese von ihm erhoffen: Nur so ist zu erklären, dass er wahlweise Rafael Nadal, dann wieder Roger Federer oder Novak Djokovic als besten Tennisspieler der Geschichte bezeichnet. Nun hat er sich eine verbale Entgleisung geleistet, die heftige Reaktionen ausgelöst hat. Über Andy Murray (ATP 111), der dank einer Wildcard im Hauptfeld der French Open stand, sagte er: «Ich weiss nicht, weshalb er uns die falsche Hoffnung gibt, jemals wieder der Spieler zu sein, der er war.» Murray nehme jungen Spielern eine Wildcard weg, lästerte Wilander.

Für seine Äusserung erntet Wilander von jenem Spieler Kritik, den er auch einmal als seinen Liebling in den Himmel gelobt hatte: Stan Wawrinka. Dieser sagte nach dem Erfolg gegen Murray: «Er hat alles gewonnen, was man im Tennis gewinnen kann. Er wird zurückkommen.» Noch deutlicher wurde Wawrinkas Trainer, Dani Vallverdu. Er schrieb auf Twitter: «Er darf seine Meinung haben. Meine ist: das ist absolut erbärmlich von Mats.» Stan Wawrinka retweetete diese Äusserung. Wie immer kein Blatt vor den Mund nahm der Australier Nick Kyrgios, der auf eine Teilnahme in Paris verzichtete und mit Murray befreundet ist. Er sagte: «Halt den Mund!»

Mats Wilander, hier bei einem Spiel auf der Seniorentour.

Mats Wilander, hier bei einem Spiel auf der Seniorentour.

Keystone

Andy Murray war während 41 Wochen die Nummer 1 der Welt und gewann drei Grand-Slam-Turniere, darunter zwei Mal in Wimbledon. Gegen Stan Wawrinka bestritt er zum ersten Mal seit 2017 und dem Halbfinal-Duell zwischen den beiden in Roland Garros ein Spiel auf Sand. Danach kämpfte der 33-Jährige mit Hüftproblemen. Ende Januar 2019 liess er sich eine künstliche Hüfte implantieren. Im letzten Oktober gewann Murray ein Turnier in Antwerpen, wo er im Final Stan Wawrinka bezwingen konnte. Beim von Cincinnati nach New York verlegten Masters-Turnier besiegte er Alexander Zverev, der zwei Wochen später im Final der US Open stand.

Und wie reagierte Andy Murray, als er von Wilands Breitseite erfuhr? Mit einem lapidaren «Ich liebe es» und einem gestreckten Daumen.