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Mehmedi muss passen

Vladimir Petkovic reduziert in einem ersten Schritt das Schweizer Kader auf 26 Spieler. Bis zum 4. Juni und der definitiven Bekanntgabe des WM-Aufgebots fallen noch drei weitere Profis weg. Jetzt schon nicht mehr dabei sind Eren Derdiyok und Fabian Frei.
Christian Brägger
Nationaltrainer Vladimir Petkovic unterhält sich mit Admir Mehmedi während des Trainings in Freienbach. (Bild: Ennio Leanza/Keystone (Freienbach, 24. Mai 2018))

Nationaltrainer Vladimir Petkovic unterhält sich mit Admir Mehmedi während des Trainings in Freienbach. (Bild: Ennio Leanza/Keystone (Freienbach, 24. Mai 2018))

Es war eigentlich vermutet worden, dass es Admir Mehmedi nicht reichen könnte, auf den WM-Zug aufzuspringen. Gestern dann, um 20.59 Uhr, herrschte Gewissheit: Die Schweiz wird ohne den verdienten Offensivspieler nach Russland fahren. Der 27-Jährige wies nach der Mittelfuss-Verletzung von Mitte März, die eine Operation nach sich gezogen hatte, physisch einen zu grossen Rückstand auf. Zudem hatte Vladimir Petkovic im Vorfeld der ersten Vorbereitungswoche betont, dass keine Zeit bleibe, einen Spieler noch gross aufzupäppeln. Körperlich und mental müsse jeder bereit sein und mitziehen können. Gewiss, Petkovic hätte bei Mehmedi beide Augen zugedrückt, zumal der Schweizer Nationaltrainer bekannt dafür ist, auf bewährte Kräfte zu setzen, die ihn selten enttäuschen. Doch wären Einsätze in den beiden Testspielen gegen Spanien (3. Juni) und Japan (8. Juni) wohl kaum möglich gewesen.

Schliesslich kam Mehmedi dem Nationaltrainer zuvor und entschied sich selbst gegen die Teilnahme. Der Profi des Bundesligaclubs Wolfsburg liess sich in einem Kom­mu­ni­qué des Schweizer Verbandes wie folgt zitieren: «Es ist ein Entscheid des Kopfes, nicht des Herzens. Ich spürte einfach, dass ich dem Team kaum das bringen kann, was es von mir erwarten darf, zumal an einer WM. Darum wollte ich dem Trainer so früh wie möglich klare Entscheidungsgrundlagen bieten und auf keinen Fall einen Platz im Team blockieren.»

Damit muss die Schweiz den ersten gewichtigen Ausfall beklagen. Mehmedi galt bei Vollbesitz seiner Kräfte links im offensiven Mittelfeld als gesetzt, er lief seit 2011 58-mal für die Schweiz auf und absolvierte 2014 und 2016 zwei Endrunden, in denen er überdies traf. Petkovic bedauerte den Ausfall, auch weil der Spieler, für den damit eine Seuchensaison zu Ende geht, viel für den positiven Teamgeist beitrug und die so wichtige Turniererfahrung mitgebracht hätte. Der Coach sagte: «Es ist nun hart für ihn und für das Team. Aber wir haben in diversen Gesprächen alle Fakten auf den Tisch gebracht und einen professionellen Entscheid gefällt, der Admir ermöglicht, in der neuen Bundesligasaison mit Wolfsburg wieder voll angreifen zu können.»

22 Feldspieler, 4 Goalies

Yann Sommer (Bild: Keystone)
Roman Buerki (Bild: Keystone)
Yvon Mvogo (Bild: Keystone)
Stephan Lichtsteiner (Bild: Keystone)
Michael Lang (Bild: Keystone)
Silvan Widmer (Bild: Keystone)
Nico Elvedi (Bild: Keystone)
Manuel Akanji (Bild: Keystone)
Johan Djourou (Bild: Keystone)
Ricardo Rodriguez (Bild: Keystone)
Francois Moubandje (Bild: Keystone)
Granit Xhaka (Bild: Keystone)
Denis Zakaria (Bild: Keystone)
Blerim Dzemaili (Bild: Keystone)
Valon Behrami (Bild: Keystone)
Gelson Fernandes (Bild: Keystone)
Remo Freuler (Bild: Keystone)
Breel Embolo (Bild: Keystone)
Steven Zuber (Bild: Keystone)
Haris Seferovic (Bild: Keystone)
Josip Drmic (Bild: Keystone)
Mario Gavranovic (Bild: Keystone)
Gregor Kobel (Bild: Keystone)
Fabian Schär (Bild: Keystone)
Edimilson Fernandes (Bild: Keystone)
Xherdan Shaqiri (Bild: Keystone)
26 Bilder

Das ist das 26-Mann-Kader von Petkovic

Damit beginnt das Trainingslager des Schweizer Nationalteams morgen in Lugano mit 26 Spielern bestehend aus 22  Feldspielern und vier Goalies. Wobei davon ausgegangen werden kann, dass der junge Gregor Kobel kein WM-Fahrer sein wird. Neben dem 20-jährigen Nachwuchstorhüter Hoffenheims wird Petkovic bis zum 4. Juni noch zwei weitere Akteure von der Liste streichen, Verteidiger Silvan Widmer dürfte die schlechtesten Karten haben. Grundsätzlich wird die Schweizer WM-Mannschaft aber nicht gross verändert sein gegenüber der EM in Frankreich und verfügt damit über viel Erfahrung.

Vor allem auch die Jungen müssen vorerst noch hinten anstehen. Albian Ajeti wurde ebenso übergangen wie Dimitri Oberlin, der den Sprung ins 26-Mann-Kader trotz zwei Treffern beim gestrigen Schweizer U21-Testspiel gegen Frankreich (2:1) nicht mehr geschafft hat; dem Basler stehen mit Josip Drmic und Mario Gavranovic Routiniers vor der Sonne, die zuletzt ebenfalls in guter Form waren. Eher überraschend kamen vielleicht die Absagen an den polyvalent einsetzbaren Basler Fabian Frei und an Eren Derdiyok, den Stürmer von Galatasaray. Doch beide Spieler waren zuletzt nicht wirklich überzeugend, Derdiyok kam überdies wenig zum Einsatz in der Türkei, womit sich der Erklärungsbedarf in Grenzen hält.

Ursprünglich hatte Petkovic eine Liste von 35 Namen gemeldet statt die vom Weltverband verlangten 30. Dies war mit der Fifa im Vorfeld so vereinbart worden. Der Schweizer Verband offizialisierte diese Namen aber nie, weshalb einige Unruhe entstanden war im Vorfeld. Er tat dies auch deshalb nicht, weil es durchaus denkbar gewesen wäre, dass von der U21 eben doch noch ein Spieler nachrutschen könnte. Vielleicht für Breel Embolo.

Breel Embolo noch mit Rückstand

Denn der Offensivspieler von Schalke ist nach seiner Oberschenkelverletzung noch immer nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Embolo wird in der nächsten Woche dosiert trainieren. Nun gilt es für ihn wie für die anderen 25 Schweizer, in den kommenden Tagen so rasch als möglich auf dasselbe Niveau zu kommen, das Petkovic hoch ansiedelt. Wer dies in der Vorbereitung nicht schafft, wird am 11. Juni nicht Teil der 65-köpfigen Schweizer Belegschaft sein mit dem Ziel nach Toljatti.

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