Meier fordert härteres Vorgehen

Um ein Haar ist es bei einem Fussballspiel im Wallis zur Katastrophe gekommen. Für Experte Urs Meier höchste Zeit, über die Bücher zu gehen.

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Beim Spiel zwischen Sion und St.Gallen leuchteten beide Fan-Blocks rot. (Bild: Keystone)

Beim Spiel zwischen Sion und St.Gallen leuchteten beide Fan-Blocks rot. (Bild: Keystone)

Der Täter ist gefasst. Ein 26-jähriger Walliser war es, der am Samstag 15 Minuten vor Spielende in der Partie Sion gegen St. Gallen eine Leuchtpetarde auf das Spielfeld geworfen und dabei um ein Haar den Torhüter des Ostschweizer Klubs getroffen hatte.

Der Schuldige ist kein Unbekannter: Er hatte ein Stadionverbot. Als er nach dem Match von der Polizei angehalten wurde, hatte er einen Alkoholpegel von 2,61 Promille. Der Petardenwerfer wird angezeigt, ebenso zwei Fans von St. Gallen, die ebenfalls pyrotechnische Gegenstände bei sich trugen. Noch offen ist, ob der Zwischenfall auch Folgen für den FC Sion hat. Die Swiss Football League wird heute über das weitere Vorgehen entscheiden.

Schneller Spiel abbrechen

Für den ehemaligen Chef der Schweizer Schiedsrichter, Urs Meier, besteht so oder so Handlungsbedarf im Schweizer Fussball. Er macht sich für ein härteres Vorgehen stark. Konkret: Meier fordert, dass bei solchen Vorfällen viel schneller ein Spielabbruch verhängt wird, als dies heute der Fall ist. Urs Meier: «Wir können selbstverständlich so weiterfahren wie heute. Aber dann müssen wir in Kauf nehmen, dass es eines Tages zu einem gravierenden Zwischenfall kommen wird.»

Urs Meier in einem Gespräch im Mai 2011. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Urs Meier in einem Gespräch im Mai 2011. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Schiedsrichter Sascha Amhof hatte am Samstag die Partie nach einem kurzen Unterbruch weiterlaufen lassen – und dies, obwohl die Leuchtpetarde den Torhüter des FC St. Gallen nur um wenige Zentimeter verfehlte. Schiedsrichterchef Carlo Bertolini verteidigte den Entscheid seines Kollegen. Urs Meier masst sich nicht an, zum aktuellen Fall ein Urteil abzugegeben. Er betont aber: «Entscheidend ist, ob die Gesundheit von Spielern und Schiedsrichter gefährdet ist.»

Erst einmal vorzeitiges Ende

In jüngster Zeit ist es in der höchsten Schweizer Fussballliga erst einmal zu einem Spielabbruch wegen Fantumulten gekommen. Vor einem Jahr schickte der Schiedsrichter im Derby zwischen dem Grasshopper Club Zürich und dem FC Zürich die Spieler der beiden Mannschaften vorzeitig in die Kabinen, nachdem es auf den Zuschauerrängen zu Schlägereien und Petardenwürfen gekommen war.

Dominik Buholzer

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