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NBA: Kevin Durants Metamorphose zum Meistermacher

Der NBA-Final war entschieden, ehe er begann. Das hat viel mit Kevin Durant zu tun, der die Liga mit seinem Transfer zu den Golden State Warriors aus dem Gleichgewicht gebracht hat.
Nicola Berger
Kevin Durant von den Golden State Warriors gegen die Cleveland Cavaliers in Aktion. Bild: Marcio Jose Sanchez/AP (Oakland, 3. Juni 2018)

Kevin Durant von den Golden State Warriors gegen die Cleveland Cavaliers in Aktion. Bild: Marcio Jose Sanchez/AP (Oakland, 3. Juni 2018)

LeBron James kann einem in diesen Tagen leid tun. Der beste Basketballer der Welt befindet sich in der Form seines Lebens. Und doch haben seine Cleveland Cavaliers im NBA-Final gegen die Golden State Warriors keine Chance; die Frage ist eigentlich nur noch, ob der Titelverteidiger Golden State die Serie zu Null gewinnt oder nicht – ein zusätzliches Heimspiel würde der Organisation Einnahmen von über 20 Millionen Dollar bescheren.

Die Dominanz der Warriors ist erdrückend, das Team aus Oakland steht zum vierten Mal in Folge im Final. Und ein Ende der Phalanx ist nicht absehbar – Golden State hat die womöglich eindrücklichste Basketball-Dynastie der Neuzeit geschaffen.

Die Überlegenheit rührt daher, dass die Warriors über gleich vier Superstars verfügen: Stephen Curry, Klay Thompson, Draymond Green –und seit 2017 Kevin Durant.

Kevin Durant (29) ist eine der grossen Attraktionen dieses Sports, er war mehrfacher NBA-Topskorer und wurde als wertvollster Spieler der Liga ausgezeichnet. Aber mit den Oklahoma City Thunder, dem ehemaligen Team des Schweizers Thabo Sefolosha, scheiterte er im Playoff immer vorzeitig. Durants Frustration darüber stieg mit jedem Jahr. Und 2017 kochte sie über, nachdem Oklahoma im Western Conference Final eine 3:1-Führung verspielte. Gegner damals: Golden State. Und Durant folgte dem alten Prinzip: Wenn du sie nicht schlagen kannst, schliesse dich ihnen an.

Der Transfer löste sehr heftige Reaktionen aus, und das nicht nur in Oklahoma. Auf dem TV-Sportkanal ESPN wurde Durant «ein Feigling» genannt, mehrere Spieler warfen ihm vor, den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen.

Durant investiert im Silicon Valley

Vielleicht stimmt Letzteres. Aber Durant, ein streng gläubiger Christ, braucht das nicht zu kümmern. Wer ihn verstehen, seine Beweggründe, muss ins Jahr 2012 zurückblicken. Damals sagte er: «Ich war in meinem Leben immer die Nummer 2. In der High School. Im Draft. In den Play-offs. Es ermüdet mich, immer nur Zweiter zu sein.» Fünf Jahre lang änderte sich daran nichts, Oklahoma war zu schwach. Und Durant wollte nicht mehr länger warten. Für ihn hat sich der Wechsel gelohnt. Er verdient in Kalifornien etwas weniger Geld als er das anderswo könnte, aber es sind immer noch 26,54 Millionen Dollar. Zudem ist Durant einer der gefragtesten Werbeträger im Profisport – und er hat in Silicon Valley in zahlreiche Unternehmen investiert, in den auch in Europa aktiven Lieferdienst Postmates etwa.

Durant wird nach der Karriere nie wieder arbeiten müssen, was ihm fast unangenehm zu sein scheint. Er stammt aus ärmlichen Verhältnissen in Washington DC, die alleinerziehende Mutter Wanda musste zwei Jobs annehmen, um Durant und dessen Bruder durchzubringen. Ihre Geschichte wurde 2016 unter dem Titel «The Real MVP» verfilmt.

Die finanziellen Sorgen der Familie sind passé – und die sportlichen sind es auch. In wenigen Tagen wird Durant seinen zweiten NBA-Titel erringen, er hat in seinem Sport alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt, zwei Mal Olympia-Gold etwa. Und die Chancen, dass 2019 die nächste Meisterschaft hinzukommt, sind sehr hoch. Dass Durant sich Golden State anschloss, hat die Dynamik der NBA verändert, er löste ein tektonisches Beben aus, an dessen Ende das Ende der Parität stand. In dieser Saison vermochten einzig die Houston Rockets mit Clint Capela den turmhohen Favoriten ernsthaft zu fordern.

Philadelphia könnte gefährlich werden

Daran wird sich so schnell grundsätzlich nichts ändern, die Kräfteverhältnisse in der NBA haben sich unverrückbar verschoben. Denn bei den vier wichtigsten Spielern der Warriors zeichnet sich kein Abgang ab. Und ausser Houston wird einzig der neue Arbeitgeber von LeBron James den Warriors und Durant gefährlich werden können. Als meistgenannte Destination wird Philadelphia genannt, wo mit Joel Embiid und Ben Simmons zwei junge Stars um James buhlen. Mit ihm würden die 76ers gefährlich, ein Versprechen. Aber möglicherweise muss man schlicht zu dieser Einsicht gelangen: Dass derzeit niemand den Warriors gefährlich werden kann. Kevin Durant und seiner Metamorphose vom ewigen Zweiten zum Meistermacher sei Dank.

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