Meyer verspricht Winterneuzugang – wo braucht der FCL eine Verstärkung?

Der FC Luzern will auf dem Transfermarkt aktiv werden. Auf welcher Position der neue Spieler spielen soll, verrät Sportchef Remo Meyer aber nicht.

Daniel Wyrsch
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Die FCL-Angreifer Darian Males (Nummer 29) und Francesco Margiotta (Nummer 9) dürften guten Chancen auf einen Stammplatz haben.

Die FCL-Angreifer Darian Males (Nummer 29) und Francesco Margiotta (Nummer 9) dürften guten Chancen auf einen Stammplatz haben. 

Martin Meienberger/Freshfocus (Marbella, 17. Januar 2020)

Remo Meyer hatte in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder betont, dass mit dem aktuellen Kader des FC Luzern mehr möglich sein müsste als nur der derzeitige Platz 8. «Das Potenzial der Mannschaft wurde bisher nicht ausgeschöpft», stellte der FCL-Sportchef bereits am 10. November fest. Danach durfte Thomas Häberli noch fünf Wochen lang Trainer bleiben, ehe er am 16. Dezember nach einem 2:1-Sieg über Basel freigestellt wurde.

Meyer hatte von Anfang an klargestellt, dass es ihm nicht bloss um die Resultate ging: «Mit den Leistungen sind wir nicht zufrieden.» Und: «Es geht nicht nur um die Anzahl Punkte, sondern um die Leistungen.»

Für die vertikale Spielweise braucht es passende Profis

Bei der Präsentation von Häberlis Nachfolger Fabio Celestini haben sowohl der neue Trainer wie auch Remo Meyer betont, dass der FCL künftig «vertikalen Fussball» spielen will. Das heisst, man will schnörkellos und ohne viele Querpässe vors gegnerische Tor kommen und so wenn möglich innert weniger Sekunden aus der eigenen Spielfeldhälfte einen Treffer herausspielen. Verständlich, wollen Meyer und Celestini diesen effizienten Fussball. Denn in den ersten 18 Runden dieser Saison agierten die Luzerner meistens harmlos im Angriff; nur 17 Tore (pro Match 0,94) wurden erzielt.

FCL-Sportchef Remo Meyer beobachtet am 12. Januar 2020 im Camp von Marbella das Training, während Blessing Eleke hinter dem Fangnetz geht.

FCL-Sportchef Remo Meyer beobachtet am 12. Januar 2020 im Camp von Marbella das Training, während Blessing Eleke hinter dem Fangnetz geht.  

Andy Müller/Freshfocus

Im Trainingslager in Marbella gab sich der sonst am Fussballplatz gegenüber seinen Spielern, Trainern und Betreuern sowie den Journalisten äusserst zurückhaltend, wenn nicht gar verschlossen auftretende Sportchef für einmal etwas offener. «Ich will noch einen Winter-Zuzug machen», sagte er zu unserer Zeitung. Ohne allerdings mehr zu verraten. Für welche Position ist der Neue vorgesehen? Gibt es gar schon konkrete Namen? Bei diesen Fragen endet Meyers Auskunftsfreudigkeit. Bis zum 17. Februar ist das Schweizer Transferfenster noch offen, Meyer ist bekannt dafür, seine Neuzugänge fast immer auf den letzten Drücker zu holen. Falls es sich um einen Profi mit Vertrag in einer der grossen europäischen Länder (England, Spanien, Deutschland, Italien, Frankreich) handelt, wäre nur noch Zeit bis zum 31. Januar.

Bedarf auf der Achse: In der Abwehr oder im Mittelfeld

Doch wo hat der FCL, der am Samstag (19.00) in Zürich gegen den FCZ in die Rückrunde startet, das grösste Manko für das angestrebte vertikale Spiel unter Celestini? Fängt man ganz hinten auf der Torhüterposition an, dann spürt man, dass selbst der in der Hinrunde überragende Marius Müller fussballerisch gefordert ist mit dem neuen Spielsystem. Eine Reihe weiter vorne, in der Innenverteidigung, wird richtig deutlich, dass die Umstellung nicht ganz einfach zu bewerkstelligen sein wird. Weder Lucas Alves noch Stefan Knezevic besitzen die technischen Voraussetzungen für eine ideale Spielauslösung. Auch Lazar Cirkovic ist dafür kaum geeignet. Und der 19-jährige Marco Burch hat erst zwei Super-League-Spiele gemacht. Mit Marvin Schulz könnte Celestini – wie vor zwei Jahren Gerardo Seoane – einen Mittelfeldmann als Passgeber in die Abwehr zurückholen.

Noch mehr als in der zentralen Abwehr dürfte Verstärkungsbedarf im defensiven Mittelfeld bestehen: Idriz Voca ist vom Typ her ein ballstarker Absicherer. Der wiedergenesene Tsyi Ndenge wirkt oft behäbig. David Mistrafovic ist erst 18-jährig, er braucht noch Zeit.

In der Offensive müsste das gleichaltrige Toptalent Darian Males gesetzt sein. Und Francesco Margiotta sowie Blessing Eleke zeigten unter Celestini in den Testpartien eine Aufwärtstendenz.