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Mick Schumacher vor schwieriger Formel-2-Premiere

Am Dienstag wird Mick Schumacher bei Testfahrten erstmals ins Ferrari-Cockpit steigen. Zuvor ist er aber in seinem Hauptjob gefordert.
Emanuel Reinke (SID)
Mick Schumacher startet in seine erste Formel-2-Saison. (Bild: EPA (Manama, 28. März 2019))

Mick Schumacher startet in seine erste Formel-2-Saison. (Bild: EPA (Manama, 28. März 2019))

Mick Schumacher nahm Platz auf einem unscheinbaren schwarzen Plastikstuhl. Vor der grauen, schmucklosen Garage seines Prema-Teams verströmte nichts den Glanz des palmendurchzogenen Paddocks der Formel 1 in Bahrain. Die Schlichtheit der Umgebung war eines Debütanten der Formel 2 angemessen, am Wirbel um seine Person war dagegen wenig gewöhnlich.

Mick Schumacher, der Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher, sprach am Donnerstag vor seinem ersten Einsatz in der Formel 2 – und eine Medienschar, die eine Etage höher für gewöhnlich nur Sebastian Vettel und Lewis Hamilton mobilisieren, klebte an seinen Lippen.

«Ich freue mich extrem, endlich geht es los. Ich fühle mich fit und bin zu 110 Prozent bereit», sagte Schumacher. Der 20-Jährige sprach ruhig und überlegt, sein Auftreten war höflich.

Jeder will Schumacher schlagen

Fragen zu Ferrari oder den Formel-1-Testfahrten mit Alfa Romeo und Ferrari nach dem Grand Prix in der Wüste wich er gekonnt aus. Stattdessen fokussierte sich Schumacher auf die Formel 2, den nächsten Schritt seiner Karriere, die irgendwann in die Formel 1 führen soll. Es seien sehr viele erfahrene Fahrer im Feld, «auch sehr talentierte Rookies. Es wird eine spannende Saison.»

Am Freitag ist Schumacher im Training und dem Qualifying gefordert, am Samstag und Sonntag steht jeweils ein Rennen an. Die Formel 2 ist in vielerlei Hinsicht ein anderes Geschäft als die Formel 3, aus der Schumacher aufgestiegen ist. Die Leistung der Motoren (620 PS) ist mehr als doppelt so hoch, die Wagen sind komplexer zu fahren. Auch Druck und Aufmerksamkeit sind bei den Rennen, die an zwölf Wochenenden als Begleitprogramm zur Formel 1 ausgetragen werden, grösser – für Schumacher gilt das noch mehr als für die anderen 19 Fahrer. Auf der Strecke dürfte er zum Gejagten werden. «Ich kenne nur ein Ziel: Ich muss am Ende vor Mick in der Wertung liegen», sagte sein Schweizer Rivale Louis Deletraz (Carlin). «Freiwild», wie es der «Blick» formulierte, ist Schumacher sicher nicht. Der Ansporn, ihn zu schlagen, ist aber gewiss enorm.

Schumacher will «so viel lernen wie möglich»

Wie viel Druck kann ein 20-Jähriger ertragen? Wann lähmt die Last des Namens? «Für mich ist wichtig, dass wir ihn als Mick wahrnehmen», sagt Rene Rosin, bei Prema Schumachers Teamchef. «Sein Vater ist ein wichtiger Teil der Motorsportwelt. Wir sollten Mick aber seine eigene Geschichte schreiben lassen.» Das Potenzial dazu hat er laut Rosin. Und Schumacher? Der kann mit dem Druck nach eigener Aussage umgehen. Ohnehin will er in seiner Débutsaison in der Formel 2 vor allem «so viel lernen wie möglich». Er habe «extrem viel Spass an der Sache, am Formelfahren, dem Speed, dem Gefühl beim Fahren. Dementsprechend fällt es mir einfach, mein Herzblut reinzustecken und alles zu geben.»

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