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Miguel Castroman über mögliches Leben als Nicht-Profi: «Ich habe keinen Plan B»

Bei YB hat er sich über mehrere Jahre hinweg nicht durchsetzen können, wurde immer wieder ausgeliehen. Nun ist Miguel Castroman beim FC Thun untergekommen und erhofft sich, dort seine Karriere noch einmal so richtig zu lancieren.
Alessandro Crippa
Seit dieser Saison im Dress des FC Thun, hier in den Playoffs zur Europa League: Miguel Castroman (rechts). (Bild: Keystone)

Seit dieser Saison im Dress des FC Thun, hier in den Playoffs zur Europa League: Miguel Castroman (rechts). (Bild: Keystone)

Miguel Castroman kommt ungeduscht, gleich nachdem das Morgentraining zu Ende ist. «Ich muss nachher noch aufs Velo», erklärt er. Die Zeit für das Gespräch nimmt er sich aber gerne. Seit dieser Saison läuft der offensive Mittelfeldspieler für den FC Thun auf. Zuvor gehörte er lange den Bernern Young Boys, wurde aber immer wieder verliehen – an Wohlen und zuletzt Schaffhausen. Nachdem er gegen YB am Mittwoch gesperrt fehlte, trifft er morgen Samstag mit seinem neuen Verein auf den FC St. Gallen.

An seinen Ex-Klub denkt er ohnehin nicht mehr viel. Er sagt: «Vielleicht war ich zu lange bei YB». Uli Forte habe zwar gesagt, er setze auf ihn, trotzdem war er teilweise wochenlang ohne Spielpraxis. «Vielleicht haben mir zu dieser Zeit auch die richtigen Ansprechpersonen gefehlt.»

Die familiäre Atmosphäre als Entscheidungsfaktor

Miguel Castroman ist mittlerweile 24 Jahre alt. Bis jetzt kann man nicht behaupten, dass er ein gestandener Super-League-Profi ist. Er kann es aber noch werden – dank dem FC Thun. Die Berner Oberländer bilden immer wieder das Auffangbecken für talentierte Spieler, die sich aber im ersten Anlauf nicht durchgesetzt haben. In einem ruhigen, unaufgeregten Umfeld blühen Spieler regelmässig auf und empfehlen sich so für höhere Aufgaben. Eine Karriere mit Anlaufschwierigkeiten, neu lanciert dank Thun? «Hier geht es familiär zu und her und man spürt den mannschaftlichen Zusammenhalt. Jeder zerreisst sich für den Klub und die Fans», sagt Castroman. Deshalb habe er zum FC Thun gewechselt und einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben.

Miguel Castroman posiert in den Farben rot und weiss. Diese will er in den nächsten drei Jahren verteidigen, egal, wie der Gegner heisst. (Bild: Alessandro Crippa)

Miguel Castroman posiert in den Farben rot und weiss. Diese will er in den nächsten drei Jahren verteidigen, egal, wie der Gegner heisst. (Bild: Alessandro Crippa)

Vielleicht die letzte Chance als Profi

Was aber, wenn es doch nicht klappt, auch bei Thun nicht? Welche Gedanken macht sich ein 24-Jähriger dazu? "Ich habe keinen Plan B", sagt er. «Ich will mich voll und ganz auf den Fussball konzentrieren und all die Zeit, die ich schon investiert habe, nicht einfach so hergeben.» Worte eines Kämpfers. In der Schweiz sei das grösste Problem schon fast, dass bald jeder einen Plan B und auch noch einen Plan C, D und E habe, befindet der Offensivspieler: «Dann gewinnst du aber den entscheidenden Sprint in der 90. Minute nicht, wenn der Plan B in deinem Hinterkopf ist.» Deshalb setze er voll auf Fussball. Er habe in Spanien lebende Verwandte, die studiert hätten, aber dennoch keinen Job finden. Auch darum will er hier seine Chance – vielleicht die letzte – nutzen und die investierte Zeit in Erfolg, in das Leben als Profifussballer, ummünzen.

«Ich will hier keinen Egotrip abziehen und mich voll in den Dienst der Mannschaft stellen»

Dass er womöglich nicht bis an das Ende seiner fussballerischen Laufbahn beim FC Thun bleibt, ist wahrscheinlich. Mit starken Leistungen will er sich in den Fokus von grösseren Klubs spielen. «Ich will mich hier beim FC Thun durchsetzen und dann werden auch automatisch andere Vereine auf dich aufmerksam. Ich will aber im Dienst der Mannschaft spielen und keinen Egotrip abziehen.» Sein Wunschklub wäre der FC Sevilla. «Der Verein beeindruckt mich, die Hymne und die Geschichte ebenfalls. Man spürt dort auch, dass man in Spanien spielt.»

Bis dorthin ist es noch ein weiter Weg. Sechseinhalb ordentliche Super-League-Partien reichen schlichtweg noch nicht. Die nächste Chance, sich ins Schaufenster von grösseren Klubs als dem FC Thun zu spielen, hat er am schon morgen, wenn er im Kybunpark aufläuft.

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