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Skicrosser Marc Bischofberger fährt in den USA um die erste Schweizer WM-Medaille

Erst im letzten Moment bewerkstelligt der Dominator der vergangenen Saison die WM-Qualifikation. Am Samstag in Park City geht es für den Olympiazweiten Marc Bischofberger um eine Medaille.
Daniel Good
Marc Bischofberger: An der WM muss es mehr sein als Rang vier. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Marc Bischofberger: An der WM muss es mehr sein als Rang vier. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Er stand mit dem Rücken zur Wand. Wegen einer Kreuzbandverletzung war Marc Bischofberger der Start zur Weltcupsaison missglückt. Der WM-Start des Olympiazweiten war deshalb bis Ende vergangener Woche ernsthaft in Frage gestellt. Denn der einzige Ostschweizer Olympiamedaillengewinner 2018 erhielt keine Sonderbehandlung durch den nationalen Verband.

Vier Startplätze stehen Swiss-Ski an der WM in Park City in den USA zu. Vier Schweizer sind in dieser Saison im Weltcup aufs Podest gefahren, dreimal siegten sie. Bischofberger, der Gesamtweltcup-Sieger der vergangenen Saison, gehörte nicht zum erfolgreichen Quartett von Swiss-Ski.

Das entscheidende Selektionsrennen für Bischofberger fand am vergangenen Samstag in Kanada statt – am 28. Geburtstag des Obereggers. Auf der Skicrosspiste von Blue Mountain stand viel auf dem Spiel. Bischofberger wusste, dass seine Ausgangslage im Vergleich mit der verbandsinternen Konkurrenz ungünstig war. Er lief Gefahr, das fünfte Rad am Wagen zu werden. «Die Aussicht, dass ich schon vor der WM wieder heimreisen musste, war gross», sagt er.

Die Erinnerungen an das olympische Rennen

Aber Bischofberger ist stark, wenn er unter Druck steht. Seine Wettkampfhärte stellte er schon an den Olympischen Spielen vor knapp einem Jahr in Südkorea unter Beweis, als er als Favorit nicht auf der Strecke blieb. «Irgendwie schaffe ich es immer wieder, die negativen Gedanken beiseite zu schieben.» In Blue Mountain qualifizierte er sich zum ersten Mal in dieser Saison für den Final der besten vier, in dem er wegen eines Sturzes aber nur Vierter wurde.

«Ich habe mich an die Olympischen Spiele erinnert, als die Konstellation für mich ähnlich war. Das olympische Rennen mit dem erfolgreichen Ausgang hat mich stärker gemacht. Ich dachte vor dem Final in Blue Mountain jedoch, ich müsste unter die ersten drei, um mich für die WM zu qualifizieren. Aber es hat nun auch mit dem vierten Platz gereicht», sagt Bischofberger.

Der vierte Platz als Premiere

Vierter war der Skicrossprofi ­Bischofberger noch nie, wenn er im Final stand. Die vierten Plätze sind im Normalfall die unbeliebtesten im Sport, insbesondere an Olympischen Spielen. Aber für Geburtstagskind Bischofberger war die Fahrt auf Rang vier der Weg zum Glück. «In dieser Saison zählt für mich nur die WM. Ich habe sehr viel investiert dafür. Die Enttäuschung wäre riesig ­gewesen, wenn es nicht geklappt hätte», so der Appenzeller.

Eine Feier gab es nicht. «Es war ein strenger Tag. Ich war froh, dass ich ins Bett kam.» Bischofberger startet am Samstag zum dritten Mal zu einer WM. Vor vier Jahren erreichte er im Rahmen seines Débuts den 16. Platz, 2017 war Bischofberger als Zehnter bester Schweizer.

Nun soll eine WM-Medaille her. Endlich. Die Schweizer gehören mit den Franzosen und den Kanadiern zu den besten Fahrern im Weltcup, aber eine WM-Medaille gab es für die Männer noch nie. Sieben Skicross-WM fanden schon statt, zu mehr als zwei sechsten Plätzen reichte es den Schweizern nicht.

Skicross in Ostschweizer Hand

«Es ist höchste Zeit, dies zu ändern», sagt Bischofberger. Schon vor zwei Jahren waren die besten Schweizer im Bundesstaat Utah, um im Rahmen des Nordamerika-Cups Rennen auf der WM-Piste zu fahren. «Ich war damals nicht gut. Aber das muss nichts heissen. Meine Form wird jetzt immer besser. Ich bin an der WM, um eine Medaille zu gewinnen. Alles andere zählt nichts, und Vierter war ich jetzt hoffentlich zum ersten, einzigen und letzten Mal», sagt Bischofberger in Park City.

Wo Simon Ammann Doppelgold gewann

Die 45 Kilometer von Salt Lake City entfernte Stadt hat im Schweizer Sport eine besondere Bedeutung. Auf den Schanzen von Park City gewann Simon Ammann seine beiden ersten olympischen Goldmedaillen.

Mit Bischofberger starten der Gamser Jonas Lenherr, der in Mels wohnende Prättigauer Joos Berry und der Bündner Alex Fiva am Freitag zur WM-Qualifikation. Über die Klinge springen musste der Romand Romain Détraz, der gegen Bischofberger im Achtelfinal von Blue Mountain den Kürzeren zog.

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