Mit einem Schwimmbecken auf der Terrasse: Wie die Triathletin Daniela Ryf jetzt trainiert

Die Coronakrise zwingt die Triathletin Daniela Ryf zum Umdenken. Sie hat sich ein Schwimmbecken mit einer Gegenstromanlage gekauft. Für ihr Training muss Ryf die eigenen vier Wände damit nicht mehr verlassen.

Simon Häring
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Daniela Ryf kann nun auch das Schwimmen im «Home Office» trainieren.

Daniela Ryf kann nun auch das Schwimmen im «Home Office» trainieren.

Bild: Keystone

Weil sie während der Coronakrise in der Nähe von Familie und Freunden sein will, reiste die Solothurner Triathletin Daniela Ryf früher als geplant aus dem Trainingslager in Gran Canaria ab. Inzwischen sind in der Schweiz alle öffentlichen Schwimmbäder geschlossen. Das Bundesamt für Sport bot den Spitzensportlern an, in einem der nationalen Sportzentren in Tenero oder Magglingen zu trainieren. Doch inzwischen wurden auch diese Einrichtungen geschlossen. Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Sagte sich auch Daniela Ryf. Und stellte im Garten der Eltern ein Planschbecken auf. Oder zeigte sich beim Schwimmen in der Badewanne.

Doch nun hat die 32-Jährige die Flucht nach vorne ergriffen. Gegenüber dieser Zeitung erklärt Ryf, dass sie sich ein Schwimmbecken mit einer Gegenstromanlage gekauft hat. Das Becken steht nun auf ihrer Terrasse. Bisher trainierte Ryf im Freibad Zuchwil, das seit diesem Jahr über eine Traglufthalle verfügt, das auch in den Wintermonaten Trainings erlaubt, in auf angenehme 27 Grad Celsius temperiertem Wasser. Ryf spricht von einem Glücksfall, sie habe ein Ausstellungsmodell bei einem Anbieter in der Region erwerben können. Bereits eine Woche später wurde ihr die Anlage geliefert. Normalerweise beträgt die Lieferfrist drei Monate

In einem solchen Swim Spa trainiert Daniela Ryf

Kosten zwischen 20'000 und 70'000 Franken

Sie habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, eine entsprechende Anlage zu kaufen, um von den öffentlichen Bädern unabhängiger planen zu können, sagt Ryf. Sie sagt, sie setze inzwischen etwa 40 Prozent ihrer Trainingszeit für das Schwimmen ein. «Es ist natürlich nicht das Gleiche wie im Wasser, aber anstrengend», sagt Ryf. Wie viel sie die Investition gekostet hat, will Ryf verraten. Die günstigsten Varianten sind ab 20'000 Franken erhältlich, die Luxusvariante für Sportler kostet bis zu 70'000 Franken, dazu kommen Betriebskosten von gegen 2'000 Franken im Jahr. Ryf spricht entsprechend auch von einer langfristigen Investition.

Ursprünglich wollte sie Mitte April in Portocolom auf Mallorca den ersten Wettkampf bestreiten. Das Rennen wurde aber bereits abgesagt. Auch die Durchführung der beiden nächsten Wettkämpfe - Mitte Juni in Rapperswil und Mitte Juli in Thun - erscheint illusorisch. Ryfs Saisonhöhepunkt, der Ironman Hawaii, findet indes erst am 10. Oktober statt. Ryf gewann eine der härtesten Ausdauerprüfungen des Triathlons von 2015 bis 2018 vier Mal in Folge, musste sich im letzten Jahr aber mit Rang 13 begnügen. Über Rolle und Laufband verfügte sie bereits. Mit der Gegenstromanlage muss Ryf die eigenen vier Wände für ihr Training gar nicht mehr verlassen.