Mit Nervenstärke zum Triumph

Rad-Reporter Tom Mustroph zum 100. Giro d'Italia.

Tom Mustroph, Rad-Reporter
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Tom Mustroph

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Tom Dumoulin hat es geschafft. Der junge Mann mit dem Filmstar-Gesicht siegt am Giro d’Italia. Das ist der erste Triumph eines Niederländers überhaupt in der mehr als 100-jährigen Geschichte des Rennens. Es ist zugleich der erste Erfolg eines deutschen Rennstalls (Sunweb). Lauter Premieren also. Historischen Wert hat auch, dass vor der letzten Etappe die ersten vier des Klassements durch weniger als eine Minute Abstand getrennt waren.

Der erwartete Krimi fand auf dem Weg zwischen dem Autodrom von Monza und dem Domplatz von Mailand aber nicht statt. Zu überlegen gestaltete Dumoulin das Zeitfahren. Bereits nach einem Drittel der Strecke hatte er mehr als die Hälfte des Rückstands auf den Gesamtführenden Nairo Quintana wettgemacht. Bei der zweiten Zeitmessung war er schon im virtuellen rosa Trikot. Am Ende hatte er 31 Sekunden Vorsprung. Den knappsten Sieg beim Giro hatte 1948 der Ita­liener Fiorenzo Magni mit 11 Sekunden Vorsprung geholt.

Mit Dumoulin setzte sich ein Rundfahrer klassischer Prägung durch: stark im Zeitfahren, schwer abzuschütteln in den Bergen. Die Nervenstärke Dumoulins bei diesem umkämpften Giro deutet darauf hin, dass am 28. Mai 2017 eine grosse Rundfahrerkarriere begonnen hat. Das Team Sky hat bereits Interesse an Dumoulin angemeldet.

 

Tom Mustroph, Rad-Reporter

sport@luzernerzeitung.ch