Mit Winter und Kryeziu kehren gegen den FCL ausgeruhte FCZ-Kräfte zurück

Sie sind dicke Freunde und mussten fast gleichzeitig einen Kreuzbandriss wegstecken: Die Ex-Luzerner Adrian Winter und Hekuran Kryeziu.

Daniel Wyrsch, Zürich
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Die früheren FCL-Spieler Hekuran Kryeziu (links) und Adrian Winter sind fit zurück beim FC Zürich.

Die früheren FCL-Spieler Hekuran Kryeziu (links) und Adrian Winter sind fit zurück beim FC Zürich.

Bild: Daniel Wyrsch (Zürich, 22. Januar 2020)

Adrian Winter und Hekuran Kryeziu zogen sich im Frühling 2019 die bei Spitzensportlern gefürchtete Knieverletzung zu. Beide erlitten einen Kreuzbandriss im Wettkampf während Ligaspielen; Winter im März in Thun und Kryeziu knapp sechs Wochen später in Lugano. Morgen Samstag (19.00) stehen sie nach langer Pflichtspielpause vor dem Comeback beim FC Zürich. Gegen ihren Ex-Klub FC Luzern beginnt daheim die Rückrunde.

Winter und Kryeziu sind entspannt. So wie praktisch immer, wenn man die beiden Freunde sieht. Adi und Heki, so wie man sie im Fussball nennt, sind zwei Spieler mit Schalk. Beim 26-jährigen defensiven Mittelfeldmann Kryeziu ist das weniger offensichtlich als beim 33-jährigen Flügelspieler Winter. Der ist immer für einen Spass zu haben, Winter gehört gleichzeitig aber noch zur Generation Profi mit Ecken und Kanten. Der Thalwiler sagt ehrlich, wenn ihm etwas nicht passt. Am Mittwoch bei unserem Besuch in Zürich ist er gut gelaunt. Eine Meinungsverschiedenheit aus vergangenen Zeiten in Luzern sei «verjährt», wie er feststellt. Der immer noch schnelle Angreifer ist froh, dass er bald wieder um Punkte spielen kann.

Die Zürcher fokussieren sich auf sich

Der FCZ hatte im Herbst unter Ludovic Magnin in die Erfolgsspur zurückgefunden. Aus den letzten zehn Spielen vor der Winterpause resultierten 22 Punkte. Kryeziu und Winter kehren in eine meistens erfolgreich agierende Mannschaft zurück, die mit fünf Punkten Rückstand auf das Hinrunden-Überraschungsteam des FC St. Gallen (3.) auf Platz 4 liegt. Winter lebt im Hier und Jetzt: «Egal, wer der Gegner ist, zu Hause wollen wir den Match gewinnen.» Weder für ihn noch für Kryeziu ist Luzern und dessen neuer Trainer Fabio Celestini ein Gesprächsthema.

Während der langen Abwesenheit und Reha hatten die beiden FCZ-Spieler etwas Abstand vom Profileben und dem Leistungsdruck nehmen können. Kryeziu: «Ich konnte mich auch mental erholen.» Bis zur gravierenden Verletzung habe er letzte Saison intensive 40 Pflichtspiele bestritten.

Für Kryeziu sind EM-Playoffs mit dem Kosovo vorläufig kein Ziel

Der gebürtige Schwyzer aus Küssnacht ist Kosovo-Nationalspieler. Obwohl das Team von Bernard Challandes Ende März in den Playoffs gegen Nordmazedonien und im Erfolgsfall gegen Georgien oder Weissrussland den Startplatz an der EM im Sommer ausmacht, ist dies für Kryeziu derzeit noch kein Ziel. «In erster Linie will ich ganz fit werden, für mich hat immer der Verein Priorität, das Nationalteam ist das Dessert.»

Winter hatte im Sommer 2012 als FCL-Profi nach dem unglücklich im Penaltyschiessen verlorenen Cupfinal gegen Basel in Luzern sein einziges Länderspiel bestritten. Er verlor mit der Schweiz gegen Rumänien 0:1. «Das Highlight waren für mich die ersten dreieinhalb Jahre in Luzern. Die letzte Halbsaison war weniger gut.» Der spektakuläre Flügel und Fanliebling verlor unter Markus Babbel den Stammplatz. Er spielte anschliessend eine Saison bei Orlando City in der MLS. Ihm gefiel es in den USA und besonders in Florida. «Dort ist es wie gemacht für mich», schwärmt er.

Das Angebot des FCZ musste Winter annehmen

Warum kehrte Winter so bald in die Schweiz zurück? ««Die Ambitionen und Ziele des FCZ haben mich überzeugt und ich wollte dem Verein helfen, diese zu erreichen. Zudem bin ich in Zürich zu Hause, das ist meine Stadt.» Die Heimkehr hat sich mit dem sofortigen Aufstieg und dem Cuptriumph 2018 gelohnt.

Winter fühlt sich bereit fürs Comeback, die Verletzungszeit hat er wie Kryeziu gut überbrückt. «Beim FCL kenne ich fast niemanden mehr.» Für das Luzerner Eigengewächs Kryeziu wird das Wiedersehen emotionaler: «Ich habe viele Freunde in der Innerschweiz, die bleiben.»

Bürki offenbar kein Thema mehr

Schwegler und Schulz fallen fürs Startspiel aus

Trainer Fabio Celestini hat vor dem Rückrundenstart von morgen Samstag (19.00) auswärts gegen den FC Zürich bestätigt, dass der FC Luzern «vielleicht noch einen neuen Spieler holt». Er sei darüber im Austausch mit Sportchef Remo Meyer.

Gemäss «Blick» hatte Meyer mit dem belgischen Erstligisten Zulte Waregem über eine Schweiz-Rückkehr von Innenverteidiger Marco Bürki verhandelt. Dem Vernehmen nach soll der 26-jährige ehemalige YB- und Thun-Profi zu teuer sein.

Celestini erklärt aber auch, dass für ihn die Partie in Zürich jetzt im Fokus stehe. Der Ex-Internationale freut sich auf seinen Einstand. Beim FCL sind Neo-Captain Christian Schwegler (Knie) sowie Marvin Schulz (muskuläre Probleme) verletzt. (dw)