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Molinari-Mania im Ferrari-Land

Francesco Molinari ist der erste Major-Sieger aus Italien. Der 35-Jährige hofft, dass sein Erfolg bei den 147. British Open den Golfsport auf dem Apennin populärer macht.
Nicolas Reimer (SID), Carnoustie
Präsentiert stolz den Siegerpokal: Francesco Molinari. (Bild: Gerry Penny/EPA (Carnoustie, 22. Juli 2018))

Präsentiert stolz den Siegerpokal: Francesco Molinari. (Bild: Gerry Penny/EPA (Carnoustie, 22. Juli 2018))

Das Ausmass seines Golf-Märchens realisierte Francesco Molinari spätestens beim Blick in die Blätter. Die grosse «Gazzetta dello Sport» schenkte dem frischgebackenen British-Open-Champion am Montag einen riesigen Artikel auf der Titelseite – selbst die krachende Niederlage des Deutschen Sebastian Vettel in Hockenheim interessierte im Ferrari-Land weniger. Und die «Gazzetta», die Molinari für seinen «aufsehenerregenden Sieg» schlichtweg als «Legende» bezeichnete, stellte mit ihrer Gewichtung keine Ausnahme dar. «La Repubblica», in Sachen Auflage immerhin die Nummer zwei, huldigte dem ersten italienischen Major-Sieger für dessen «historischen Erfolg» ebenfalls mit dem Aufmacher. Italien, so viel scheint sicher, befindet sich im Golf-Fieber.

«Hoffentlich sassen viele Kinder vor dem Fernseher, hoffentlich habe ich sie damit inspiriert», sagte Molinari, der selbst vor 23 Jahren «The Open» und den Fast-Sieg seines Landsmannes Costantino Rocca in St. Andrews vor dem TV verfolgt hatte. Dass nun ausgerechnet er einem Land den ersten grossen Titel schenkte, in dem Golf «nicht unbedingt die erste Sportart» ist, bezeichnete Molinari als «verrückt und wundervoll».

Der Respekt der US-Konkurrenten

Dabei hatte sich der Erfolg abgezeichnet. Seit dem 27. Mai nahm der Turiner an sechs Turnieren teil, die Platzierungen: 1, 2, 25, 1, 2, 1. «Es gibt bestimmt viele Jungs, die unbedingt mit ihm spielen wollen», sagte der ehemalige Weltranglistenerste Rory McIlroy mit Blick auf den Ryder Cup Ende September, bei dem Molinari nun eine echte Waffe im Team der Europäer sein wird. Seine Leistung auf dem superschweren Kurs im schottischen Carnoustie, den er eigentlich gar nicht mag und deshalb seit 2014 bei normalen Turnieren gemieden hatte, flösste sogar den US-Konkurrenten gehörigen Respekt ein. «Er hat unglaublich gespielt», sagte Vorjahressieger Jordan Spieth: «Francesco hat sich den Hintern aufgerissen. Ich sehe ihn jeden Tag im Gym und auf der Range.»

Tatsächlich ist Molinaris Erfolg das Resultat jahrelanger Arbeit. Nachdem er sein Spiel mit den Eisen schon vor einiger Zeit perfektioniert hatte, funktioniert nun auch das Einlochen deutlich besser. Dort, auf dem Trainings-Green, erfuhr er am Sonntag auch von seinem grossen Triumph.

Eine satte Siegesprämie

«Hätte ich die Schlussphase vor dem Fernseher verfolgt, wäre mir vor Aufregung wahrscheinlich richtig übel geworden», sagte Molinari, der vermutlich eine feuchtfröhliche Party feierte und am Tag danach mächtig improvisieren musste. Der geplante Rückflug in die Wahlheimat London fand nämlich ohne ihn statt, die schönste Zeit des Jahres musste noch etwas warten. «Ich hoffe allerdings», sagte der Italiener, «dass ich trotzdem noch Zeit für ein paar schöne Tage finden und mit meiner Familie relaxen kann.»

Das Geld für neue Flüge wird der 35-Jährige jedenfalls problemlos aufbringen, satte 1,6 Millionen Euro ist Molinari nun reicher. Ein ruhiges Örtchen sollte daher auch zu finden sein – und im besten Fall weit entfernt von Italien liegen. Denn in der Heimat herrscht Molinari-Mania.

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