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Monate zwischen Jubeln und Leiden: Wie sind die Nationalspieler in Form?

Nächstes Wochenende beginnt für die Schweiz in Georgien die EM-Qualifikation. Doch sind die Nationalspieler bereit dafür? Ein Überblick über den Formstand der Schweizer.
Christian Brägger, Raphael Gutzwiller, Etienne Wuillemin

Yann Sommer: Beeindruckende Form

(Bilder: Gaetan Bally/Keystone)

(Bilder: Gaetan Bally/Keystone)

Der Torhüter wurde bei Mönchengladbach von den Fans in den letzten drei Monaten stets zum Spieler des Monats gewählt. Das sagt viel über seine beeindruckende Form aus, es zeigt aber auch, dass zuletzt bei der Borussia spielerisch nicht alles klappte. Doch Sommer bleibt auch in schwierigen Phasen ein sicherer Rückhalt. Im Nationalteam ist seit dem Rücktritt von Roman Bürki sein ohnehin schon klarer Stammplatz noch gefestigter.

Steht beim 1:1 gegen Freiburg wie immer im Tor. Beim Tor von Ex-Teamkollege Grifo machtlos.

Michael Lang: Durchhänger

Der Torhüter wurde bei Mönchengladbach von den Fans in den letzten drei Monaten stets zum Spieler des Monats gewählt. Das sagt viel über seine beeindruckende Form aus, es zeigt aber auch, dass zuletzt bei der Borussia spielerisch nicht alles klappte. Doch Sommer bleibt auch in schwierigen Phasen ein sicherer Rückhalt. Im Nationalteam ist seit dem Rücktritt von Roman Bürki sein ohnehin schon klarer Stammplatz noch gefestigter.

Hat seinen Stammplatz bei Gladbach verloren. Gegen Freiburg 90 Minuten auf der Bank.

Stephan Lichtsteiner: Schwierige Phase

Es will etwas heissen, wenn Arsenal-Fans einen Spieler als schlechtesten Transfer aller Zeiten bezeichnen. Auch wenn diese Bezeichnung für Lichtsteiner bestimmt zu hart ist: Seit seinem Wechsel zu Arsenal im Sommer konnte der Rechtsverteidiger nicht überzeugen. Besonders nach dem 1:3 gegen Manchester City Anfang Februar stand er in der Kritik. Zuletzt fehlte er im Kader Arsenals, nun ist er zurück im Nationalteam.

Arsenal war nach dem Einzug in die Europa-League-Viertelfinals am Wochenende spielfrei.

Manuel Akanji: Kometenhafter Aufstieg

Sein kometenhafter Aufstieg ging auch nach der WM weiter. Dortmund spielte wie im Rausch, auch dank Akanji, der unter Favre unbestrittener Abwehrchef ist. Gegen Ende des Jahres stoppten ihn Hüftprobleme. Sein Verein erlebte in dieser Zeit eine Mini-Krise. Nun ist Akanji zurück, der BVB schied dennoch aus der Champions League aus. Das Team spielt nicht mehr so souverän wie noch im Herbst. Für Akanji gilt das nicht.

Beim 3:2-Sieg in letzter Minute gegen Hertha BSC über 90 Minuten im Einsatz. Gute Leistung.

Nico Elvedi: Der Unterschätzte

Elvedi hat mit seinen erst 22 Jahren tatsächlich bereits 119 Pflichtspiele für Gladbach absolviert. Manchmal wird der Verteidiger unterschätzt, vielleicht weil er so ein stiller Zeitgenosse ist. Geschätzt wird der Verteidiger von Trainer Dieter Hecking, der ihn immer einsetzt. Selbst wenn es einige Wackler gibt, wie jüngst gegen Wolfsburg und die Bayern. Elvedi reagierte auf seine Weise und erzielte daraufhin das Siegtor gegen Mainz.

Spielt beim 1:1 gegen Freiburg durch. Am Gegentor trifft ihn keine Schuld.

Fabian Schär: Plötzlich unverzichtbar

Es ist, als hätte es die schwierigen Jahre gar nie gegeben. Hoffenheim, La Coruña, dann der schwierige Start bei Newcastle – alles wie weggeblasen. Schär spielt so gut wie nie. Er ist unverzichtbarer Stammspieler. Neun Siege, vier Unentschieden und fünf Niederlagen – das ist die Bilanz von Newcastle, wenn Schär spielte. Er hat dazu beigetragen, dass sich sein Team von den Abstiegsrängen ins Mittelfeld vorgekämpft hat.

Fehlte am Samstag beim 2:2 gegen Bournemouth wegen einer Gelb-Sperre.

Ricardo Rodriguez: Unverzichtbar

Starke linke Verteidiger mit Linksfuss sind ein gefragtes, weil rares Gut. Ricardo Rodriguez gehört zu dieser begehrten Gattung, er hat sich bei Milan, das langsam wieder nach Höherem strebt, längst als feste Grösse etabliert. Der 26-Jährige ist wie in der Nationalmannschaft unverzichtbar, auch wenn er im Club viel weniger Torgefahr ausstrahlt. Das liegt aber mehr an der taktischen Fessel seines Trainers Gennaro Gattuso.

Spielte am Sonntagabend im Mailänder Derby gegen Inter (2:3).

Granit Xhaka: Zum Chef entwickelt

Seine persönliche Saison ähnelt jener seines Clubs Arsenal: Es ist ein Auf und Ab. Meist spielt Xhaka gut. Teilweise gar herausragend. Er hat sich zum Chef des Teams entwickelt. Nur manchmal zieht Xhaka schwächere Tage ein. Zuletzt stieg die Formkurve wieder an. Beim Sieg über Manchester United glückte ihm ein tolles Tor. Und in der Europa- League führte er sein Team zur Wende gegen Rennes (3:0 nach 1:3 im Hinspiel).

Arsenal war nach dem Einzug in die Europa-League-Viertelfinals am Wochenende spielfrei.

Denis Zakaria: Auf der Acht angekommen

Als im Sommer Gladbach-Trainer Dieter Hecking das System offensiver einstellte und Zakaria plötzlich als Achter statt als Sechser fungieren sollte, hatte dieser anfangs grosse Mühe. Deshalb kam er kaum zu Spielzeit. Das hat sich inzwischen geändert. Zakaria hat sich stark gesteigert, spielt regelmässig gut. Weil Gladbach die Champions League verpassen könnte, wurden ihm zuletzt Wechselgerüchte nahegelegt.

Spielt beim 1:1 gegen Freiburg 60 Minuten. Sein Pass auf Hazard vor dem Gladbach-Tor ist Extra-Klasse.

Remo Freuler: Konstant stark

Seine Konstanz bei Atalanta Bergamo ist beeindruckend. Er spielt seit Jahren stark, ist ein sicherer Wert. In Italien wird er vor allem für seine grosse Ballsicherheit gelobt, ist für Atalanta, das derzeit um die Europa-League-Plätze kämpft, unverzichtbar. Freuler spielte 2018 so gut, dass er ins Jahres-All-Star-Team der Serie A gewählt wurde. Bei Atalanta macht man sich Sorgen, dass Freuler bald zu einem besseren Verein wechselt.

Auch beim 1:1 gegen Chievo Verona über 90 Minuten im Einsatz.

Xherdan Shaqiri: Kurzfristiger Ausfall des Stars

Die Hiobsbotschaft kam am Montagabend nach 22 Uhr: Die Schweiz muss zum Auftakt der EM-Qualifikation am Samstag in Tiflis gegen Georgien und am Dienstag in Basel gegen Dänemark auf den verletzten Xherdan Shaqiri verzichten. Der Offensivspieler des FC Liverpool, der zuletzt im Club kaum mehr zum Einsatz gekommen war, leidet an einer schmerzhaften Entzündung in der Leistengegend. Ein Ersatz wird heute nachnominiert.

Beim 2:1-Auswärtssieg gegen Fulham 90 Minuten auf der Bank – wie schon in den drei Spielen zuvor.

Steven Zuber: Blüht nach Leihe auf

Die Zeit nach der Weltmeisterschaft war für ihn nicht leicht. Bei Hoffenheim kam er häufig nicht über die Rolle als Ergänzungsspieler hinaus. Deshalb wurde Zuber im Winter an Ligakonkurrent Stuttgart ausgeliehen – wo er nun aufblüht. In neun Spielen hat er schon fünf Tore erzielt, er gilt in Stuttgarts Kampf gegen den Abstieg als Hoffnungsträger. Samstag traf er gegen seinen Besitzerclub Hoffenheim zum 1:1-Unentschieden.

Trifft beim speziellen Spiel gegen seinen Besitzerverein Hoffenheim zum 1:1.

Admir Mehmedi: Perfekter Geburtstag

Sein Jahr 2018 war ein Graus, dafür ist er richtig gut ins Jahr 2019 gestartet. Mehmedis lange Leidenszeit ist vorbei. Mit seiner unberechenbaren Spielweise gilt er für Wolfsburg als grosse Waffe im Spiel des Europa-League-Kandidaten. Auch sein Selbstvertrauen stimmt: Am Samstag ist er beim 5:2-Sieg gegen Düsseldorf mit einem schönen Lob erfolgreich – damit machte er sich selber das ideale Geburtstagsgeschenk.

Spielt beim Sieg gegen Düsseldorf 80 Minuten und erzielt das 1:1.

Mario Gavranovic: Er ist in der Liga ein Torgarant

Der Status von Mario Gavranovic bei Dinamo Zagreb hat sich etwas verändert – er war nicht immer gesetzt. Die Phase vor der Winterpause war keine einfache, im Februar kam dann noch eine Verletzung dazu. Nach der Zwangspause meldete sich der 29-jährige Tessiner in der Vorwoche im Spitzenkampf gegen Rijeka mit dem sechsten Meisterschaftstreffer in dieser Saison zurück; er bleibt ein Torgarant in der kroatischen Liga.

Am Sonntag beim 2:1 gegen Gorica in der 75. Minute ausgewechselt. Er blieb ohne Treffer.

Breel Embolo: Ist die Leidenszeit vorbei?

Als Breel Embolo letztmals zur Nati kam, reiste er gleich wieder ab: Diagnose Fussbruch. Fast vier Monate Pause. Der nächste Rückschlag des leidgeplagten Schalke-Stürmers. Nun ist Embolo zurück. Und damit die Hoffnung, dass es endlich wieder aufwärts geht. Als Embolo erstmals wieder in der Startaufstellung stand, glückten ihm zwei Tore. Doch sein Team ist in der Krise. Unter der Woche wurde Trainer Tedesco entlassen.

Interimstrainer Stevens setzt gegen Leipzig 90 Minuten auf Embolo. Schalke verliert trotzdem 0:1.

Die Schweizer Ergänzungsspieler

Yvon Mvogo: Wie immer in der Liga Ersatz. In der Nati Numer 2, weil Bürki seinen Rücktritt erklärte.

Jonas Omlin: Spielt gegen YB durch. Keine Schuld an den Gegentoren. Zuletzt einige Unsicherheiten.

Timm Klose: Verletzte sich Anfang Jahr am Knie und verlor seinen Stammplatz. Gegen Rotherham in der Nachspielzeit eingewechselt.

Loris Benito: Bei YB gesetzt, obwohl er seinen Vertrag nicht verlängern will. Gegen den FCB gut.

Christian Fassnacht: Stamm- und Führungsspieler beim Schweizer Meister. Kontant gut, aber nicht in Bestform.

Djibril Sow: Nach dem Abgang von Sanogo Taktgeber im YB-Mittelfeld. Unbestrittener Stammspieler.

Renato Steffen: Anfang Jahr Stammspieler bei Wolfsburg, zuletzt nur noch eingewechselt. So auch beim 5:2 gegen Düsseldorf.

Albian Ajeti: Ricky van Wolfswinkel macht ihm den Stammplatz streitig. Auch gegen YB zuerst nur auf der Bank.

EM- Qualifikation
Georgien - Schweiz, 23. März
Schweiz - Dänemark, 26. März
Irland - Schweiz, 5. September
Schweiz - Gibraltar, 8. September
Dänemark - Schweiz, 12. Oktober
Schweiz - Irland, 15. Oktober
Schweiz - Georgien, 15. November
Gibraltar - Schweiz, 18. November

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