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MOTORRAD: Schweizer Duo enttäuscht

Dominique Aegerter hat in Aragon mit Platz 12 eine empfindliche Niederlage erlitten. Tom Lüthi fährt als Vierter durchs Ziel – und ist zerknirscht.
Klaus Zaugg, Alcañiz
Verliert im Kampf um den WM-Titel an Boden: Tom Lüthi. (Bild: Imago (Alcaniz, 24. September 2017))

Verliert im Kampf um den WM-Titel an Boden: Tom Lüthi. (Bild: Imago (Alcaniz, 24. September 2017))

Klaus Zaugg, Alcañiz

sport@luzernerzeitung.ch

Warum reicht es nicht, wenn die Sonne scheint? Vor zwei Wochen triumphierte Dominique Aegerter (26) im Regen von Misano vor Tom Lüthi (30). Gestern reichte es bloss zu Rang 12. Er weiss die Antwort. Aber er sagt lediglich etwas kleinlaut: «Ich darf nichts mehr über unser Material sagen. Solche Kritik bringt nur Unruhe rund ums Team.» Will heissen: Nicht mehr über die von Eskil Suter gebauten Höllenmaschinen reden. Sie trägt ihn nur zum Sieg, wenn der Himmel weint und technische Faktoren auf nasser Piste nicht mehr entscheidend sind. Der geknickte Held von Misano räumt ein: «Wir bringen auf trockener Piste die Abstimmung einfach nicht so hin wie die anderen.» Und nennt einen Grund: «Von den zehn erlaubten privaten Testtagen können wir diese Saison aus finanziellen Gründen nur vier nützen.»

Die Besten – zu denen auch Tom Lüthi gehört – nützen die zehn Tage zum Üben voll und ganz aus. «Wenn wir nächste Saison besser sein wollen, dann müssen wir in die technische Weiterentwicklung und Tests investieren.» Dafür sei eine Aufstockung des Budgets um gut eine halbe Million notwendig. Sich selbst nimmt er von der Kritik nicht aus und sagt, dass auch er an sich arbeiten müsse. Und nennt die Punkte: Eine Optimierung des Trainings um lockerer zu werden, zwei Kilo Gewicht abbauen und bessere Konzentration auf die Rennerei. «Vielleicht muss ich mich vom Donnerstagmittag bis nach dem Rennen aus allen sozialen Medien verabschieden.»

Die Frage eines vorwitzigen Journalisten

Er sei hier in Aragon einfach zu angespannt gewesen und habe Rückenschmerzen gehabt. Kurzum: Wir haben nicht mehr den gleichen Dominique Aegerter wie in Misano gesehen. Und da der GP-Zirkus mit seinem Macho-Milieu nicht unbedingt als blühende Oase der politischen Korrektheit gilt, wird er von einem vorwitzigen internationalen Chronisten gefragt, ob die Verspanntheit möglicherweise daher komme, dass er vor dem Rennen in Misano guten und vor Aragon keinen Sex gehabt habe. Aegerter dementiert nicht, überlegt kurz und beginnt zu lachen: «Und was ist dann vor all den Rennen, die ich nicht gewonnen habe? Das wäre doch ein langweiliges Leben.» In der Tat: 176 GP hat er nicht gewonnen. Sein Ruf als Rock ’n’ Roller ist auch in der Niederlage intakt geblieben.

Bei Tom Lüthi (30) wird nicht frivol gescherzt. Hier geht es nüchtern und konzentriert zu und her. Auch bei der medialen Befragung nach dem Rennen. In Misano brauste er gleich hinter Aegerter über die Ziellinie. Hier hat er gerade noch den 4. Platz gerettet – und ist sichtlich zerknirscht. «Ich war total am Limit. Mehr war nicht möglich.» Er hat im Titelkampf gegen Franco Morbi­delli eine Niederlage erlitten. Der Italiener baute mit seinem achten Saisonsieg den Vorsprung von 9 auf 21 Punkte aus. Auf dem gleichen Material. Lüthi sagt, die Enttäuschung sei bald verarbeitet. «Wir können nicht verpassten Gelegenheiten nachtrauern. Wir müssen uns darauf konzentrieren, besser zu werden.»

Nun folgen die drei Übersee-GP in Japan, Australien und Malaysia. Eigentlich die Chance, sich eine gute Ausgangslage für das «Endspiel», für den letzten GP am 12. November in Valencia zu erarbeiten. Lüthi hat in den letzten vier Jahren bei dieser Übersee-Tournee in zwölf Rennen acht Podestplätze herausgefahren. Alles klar? Nicht ganz. Vor einem Jahr holte er in Japan, Australien und Malaysia zusammengerechnet bloss vier Punkte mehr als Morbidelli. Aber es gilt der Spruch aus dem amerikanischen Rennsport: «It’s not over before the fat lady sings.» Und sie hat noch nicht gesungen.

GP Aragonien

Alcañiz (ESP). Grand Prix von Aragonien. MotoGP (23 Runden à 5,077 km/116,771 km): 1. Marc Marquez (ESP), Honda, 42:06,816 (166,3 km/h). 2. Pedrosa (ESP), Honda, 0,879 zurück. 3. Lorenzo (ESP), Ducati, 2,028. 4. Viñales (ESP), Yamaha, 5,256. 5. Rossi (ITA), Yamaha, 5,882. – Ferner: 7. Dovizioso (ITA), Ducati, 7,455. – WM-Stand (14/18): 1. Marquez 224. 2. Dovizioso 208. 3. Viñales 196. 4. Pedrosa 170. 5. Rossi 168.

Moto2 (21 Runden/106,617 km): 1. Morbidelli (ITA), Kalex, 40:09,904 (159,2 km/h). 2. Pasini (ITA), Kalex, 0,145. 3. Oliveira (POR), KTM, 0,577. 4. Lüthi (SUI), Kalex, 4,181. – Ferner: 12. Aegerter (SUI), Suter, 16,107. 23. Raffin (SUI), Kalex, 31,765. – WM-Stand (14/18): 1. Morbidelli 248. 2. Lüthi 227. 3. Oliveira 157. – Ferner: 6. Pasini 124. 9. Aegerter 92. 24. Raffin 11.

Moto3 (13 Runden/66,001 km): 1. Mir (ESP), Honda, 25:57,607 (152,5 km). 2. Di Giannantonio (ITA), Honda, 0,043. 3. Bastianini (ITA), Honda, 0,051. – WM-Stand (14/18): 1. Mir 271. 2. Fenati (ITA), Honda, 191. 3. Canet (ESP), Honda, 173.

Nächstes Rennen: GP Japan 15. Oktober.

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