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MOTORRAD: Titelanwärter oder Bruchpilot

Dominique Aegerter ist bei den ersten aussagekräftigen Moto2-Töff-Tests schneller als Tom Lüthi. Lüthi lässt sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen.
Sport@luzernerzeitung.ch
Zuversichtlich: Tom Lüthi. (Bild: Kimimasa Mayama/EPA)

Zuversichtlich: Tom Lüthi. (Bild: Kimimasa Mayama/EPA)

Aus einem wolkenlosen Himmel brennt die Sonne in Jerez de la Frontera im Süden von Spanien während dreier Tage auf die Helden in Lederkombis und Helmen hernieder. Das Thermometer klettert bis auf 26 Grad. Am letzten Mittwoch, Donnerstag und Freitag sind die Moto2-Stars zum ersten Mal alle zu Tests angetreten. Endlich sehen wir, was die Töff-Saison bringen wird.

Tom Lüthi hat letzte Saison den WM-Titel erst im zweitletzten Rennen verloren. Die Frage also: Kann er 2017 Weltmeister werden? Dominique Aegerter (26) ist letzte Saison nur WM-12. geworden. Die Frage also: Kann er in einem neuen Team und auf einem neuen Töff (nach zwei Jahren Kalex ist er erneut auf einer Suter unterwegs) endlich wieder ganz vorne mitfahren? Nach zwei Jahren im gleichen Team gehen jetzt Tom Lüthi und Dominique Aegerter wieder getrennte Wege.

Die bange Frage nach diesen ersten Tests: Ist Tom Lüthi Titelanwärter oder Bruchpilot? Er ist im Laufe der Vorsaisontests sechsmal gestürzt. Er sagt: «Normalerweise stürze ich bei Tests nicht.» Müssen wir uns Sorgen machen? «Keine Ahnung. Wenn morgen Rennen wäre, wäre ich sehr, sehr nervös. Zum Glück waren es bisher nur Tests. Aber wir brauchen bis zum Saisonstart noch grosse, nicht kleine Schritte. Es wäre einfacher, wenn es schon jetzt laufen würde. Ruhig bleiben und weiterarbeiten heisst nun das Motto.»

Aegerter hat sich von Lüthi emanzipiert

Und so steht Tom Lüthi nach diesen ersten aussagekräftigen Tests «nur» auf Position zehn. Ganz klar hinter Dominique Aegerter (4.). Titelanwärter oder Bruchpilot? Nach wie vor Titelanwärter. Der Weltmeister von 2005 (125 ccm) hat genug Erfahrung, um bis zum Saisonstart am 26. März in Katar Lösungen zu finden. Aber eine gewisse Nervosität ist zu spüren.

Dominique Aegerter steht erstmals seit dem Frühjahr 2014 bei den Vorsaisontests wieder auf Augenhöhe mit Tom Lüthi. Zwei Jahre im Team von Tom Lüthi (Saison 2015 und 2016) haben ihn beinahe die Karriere gekostet und auf die WM-Ränge 17 (2015) und 12 (2016) zurückgeworfen. Das Drama um Dominique Aegerter zeigt eindrücklich auf, wie sensibel die wagemutigsten Rennfahrer sind. Der «Lüthi-Komplex», die unmittelbare Nähe zu seinem Idol, hatte ihn gelähmt. Er wollte das nie wahrhaben. Doch jetzt ist Dominique Aegerter froh, dass er in einem neuen Team und wieder auf der Suter fahren kann. Der Maschine, auf der er 2014 seinen bisher einzigen GP (Sachsenring) gewonnen hat. Er sagt über seine Situation: «Ja, meine Leistungen stimmten in den zwei letzten Jahren nicht. Aber was sind die Gründe? Dass Tom mein Teamkollege war? Weil wir auf Kalex umgestiegen sind? Weil ich schwer gestürzt bin? Es gibt viele Ursachen.» Er wirkt jetzt lockerer, selbstsicherer – und ist logischerweise auch schneller. Er ist bei den Tests in Jerez so schnell und sicher gefahren wie seit 2014 nie mehr – und kein einziges Mal gestürzt. Ist er also wieder auf dem Niveau von 2014? Auf Augenhöhe mit Tom Lüthi?

Nein, noch nicht. Er war zwar in Jerez schneller als sein Erzrivale.Doch das neue Selbstvertrauen ist noch ein zartes Pflänzchen und gegen den Frost der Zweifel noch nicht gefeit. Aber er hat sich von Tom Lüthi emanzipiert und ist nach zwei verlorenen Jahren auf dem besten Wege, sich vom eingeschüchterten Teamkollegen wieder zum echten Rivalen zu entwickeln.

Klaus Zaugg, Jerez

sport@luzernerzeitung.ch

Moto2-Test in Jerez: 1. Marquez (ESP), Kalex, 1:41,989. 2. Morbidelli (ITA), Kalex, 0,114 Sek. zurück. 3. Oliveira (POR), KTM, 0,327. 4. Aegerter (SUI), Suter, 0,347. 5. Navarro (ESP), Kalex, 0,387. 6. Pasini (ITA), Kalex, 0,485. 7. Nakagami (JAP), Kalex, 0,507. 8. Quartararo (FRA), Kalex, 0,510. 9. Pons (SPA), Kalex, 0,511. 10. Lüthi (SUI), Kalex, 0,534. Ferner : 25. Raffin (SUI), Kalex, 1,435. – 31 am Start.

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