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MOTORSPORT: Anja Tschopps Leben dreht sich um Motorräder

Anja Tschopp ist erst 23 Jahre alt und hat bereits eine bewegte Vergangenheit. Die in Eich aufgewachsene Tochter eines Garagisten lebt heute in Zürich und engagiert sich mit viel Leidenschaft für diesen Sport.
Jo Limacher
Anja Tschopps Leben dreht sich um Motorräder. (Bild: PD)

Anja Tschopps Leben dreht sich um Motorräder. (Bild: PD)

Jo Limacher

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Es ist irgendwie normal, dass junge Mädchen im Teenageralter erfolgreiche Sportler anhimmeln. Dabei scheinen Motorradrennfahrer besonders begehrt, sie strahlen offenbar etwas aus, was Mädchen und junge Frauen begeistert. So erging es zumindest Anja Tschopp aus Eich. Sie verfolgte mit Akribie zusammen mit ihrem Vater Motorradrennen, hatte dabei aber nur Augen für Tom Lüthi. «Als Tom Lüthi in der Saison 2005 125-ccm-Weltmeister wurde, waren mir andere Piloten wie MotoGP-Weltmeister Valentino Rossi und Dani Pedrosa (250 ccm; Anm. d. Red.) kein Begriff», blickt Anja Tschopp zurück. Für die junge Eicherin gab es nur den «herzigen und schnuddeligen Berner», und den wollte sie unbedingt kennen lernen.

Ein Wunsch, der am 16. Geburtstag in Erfüllung ging: Anja Tschopp besuchte zusammen mit ihrem Vater Lüthis traditionellen Racing-Abschlussabend in Linden, dem Wohnort des Berners. Und als sie von Lüthi auf ihrem Rennkalender ein Autogramm bekam, war das junge Mädchen überglücklich. Ihre Augen strahlen noch heute, wenn sie erzählt, wie sie damals Lüthi auf einer Treppe begegnete und so ihr erstes Autogramm erhielt.

Starke Maturaarbeit abgeliefert

So lag es auf der Hand, dass Anja Tschopp als Abschlussarbeit an der Kantonsschule Sursee das Thema Motorradrennsport wählte. «Ich wollte ein Thema, das mich interessiert, das mich beschäftigt und das ich mit Leidenschaft angehen konnte.» Und der Erfolg gab ihr Recht. Ihre Maturaarbeit – «Das Rundstreckenverbot – Diskriminierung einer Minderheit in der Schweiz» – wurde mit der blanken 6 bewertet.

Für diese Arbeit nahm die gebürtige Eicherin das erste Mal Kontakt mit Lüthi auf – ohne aber den GP-Star persönlich zu treffen. Seine damalige Marketing- und Kommunikationsverantwortliche Fabienne Kropf beantwortete die Fragen nach Absprache mit Lüthi. Dennoch blieb es ihr Traum, eines Tages im Motorsport Fuss fassen zu können.

Das Arbeiten in der Motorradszene machte Anja Tschopp immer mehr Spass. Sie verwirklichte ihre Träume, schrieb regelmässig Artikel über den Motorsport, engagierte sich politisch. Sie erhielt einen Job als Kommunikationsverantwortliche einer fünfköpfigen Firma. In den gut eineinhalb Jahren, in denen sie diesen Job ausübte, lernte sie die Anforderungen in der Kommunikation und der Homepagegestaltung vertieft kennen. Ihre Abschlussarbeit über dieses Thema schlug in der Fachpresse einige Wellen, Anja Tschopp hatte im Anschluss an die Maturaarbeit Jobanfragen von Motorsport-Fachmagazinen.

Im Jahr 2015 besuchte sie mit Walter Wobmann, dem Präsidenten der Federation Motocycles Suisse (FMS), den sie seit ihrer Maturaarbeit kennt, den Grand Prix am Sachsenring. Sie verbrachte einen Abend mit den Fans und der Familie von Tom Lüthi. Fortan war die Faszination für den Motorradrennsport und Lüthi noch grösser. Die Folge: Anja Tschopp buchte ein Hotel für den Grand Prix von Misano, ohne aber zu wissen, wie sie zum italienischen Badeort gelangen sollte.

Unerwarteter Anruf des Lüthi-Managers

Es half wieder der Zufall: Ein Bekannter von Tom Lüthi, den sie ebenfalls am Sachsenring kennen gelernt hatte, bot ihr Hilfe an. Er hatte kein Zimmer, sie keinen Chauffeur. Das Mitglied des Tom-Lüthi-Fanclubs war für Bildarchiv und die Website des GP-Stars verantwortlich. Und er bat Anja Tschopp, ihm in Zukunft etwas unter die Arme zu greifen. Sie wurde Verantwortliche für die Homepage des Fanclubs, und bald einmal arbeitete sie auch an Lüthis offizieller Homepage mit.

Es kam noch besser: Im September 2016 klingelte bei Anja Tschopp das Telefon. «We want you», sagte der Mann am anderen Ende der Leitung. Und es war kein Geringerer als Fred Corminbœuf, der damalige Manager von Lüthis Team. Anja Tschopp begriff schnell: «Wenn ich jetzt Ja sage, bin ich dabei und kann meinen Traum, einen Job beim Rennteam von Tom Lüthi zu erhalten, mindestens für ein Jahr leben.»

Sie begleitete fortan im Team von Fred Corminbœuf den Moto2-Tross an die europäischen Rennen und unterstützte Lüthi-Manager Daniel Epp in den Sparten Kommunikation und Sponsoring. Social-Media- und Homepage-Betreuerin wie auch die Betreuung der Gäste im Paddock waren 2017 der nächste Aufgabenbereich. «Es war ein tolles Jahr mit vielen Einsätzen an den Rennwochenenden. Dieser Job bereitete mir viel Freude, ich liebte ihn über alles», blickt die gebürtige Eicherin zurück.

Aufstieg in die MotoGP

Dann passierte wieder etwas Spezielles. Manager Daniel Epp erkämpft für Tom Lüthi bei Marc VDS auf einer letztjährigen Werkshonda ein MotoGP-Angebot für die Saison 2018. Und wieder geht für Anja Tschopp eine unerwartete Türe auf. Sie erhielt für die Saison 2018 ein Angebot als Kommunikationsverantwortliche für das Moto2-Team mit Alex Marquez und Joan Mir. Doch sie will weiterhin mit Tom Lüthi arbeiten. Dank Beziehungen mit dem Lüthi-Sponsor Hertz erhält sie beim Autovermieter ein 80-Prozent-Pensum. Und das Ganze in ihren Lieblingsgebieten Sponsoring, Marketing und Kommunikation. Zusätzlich absolviert sie in Winterthur ein Studium für Journalismus und Kommunikation. So bleibt trotz grosser Belastung noch etwas Zeit für zwei bis drei Europarennen, bei denen sie als Betreuerin für die Sponsoren im MotoGP-Team von Lüthi vor Ort mit dabei ist. Zusätzlich nimmt sie sich Anfragen beim Lüthi-Fanclub an.

Für die Zukunft hat Anja Tschopp keine langfristigen Pläne, sie handelt getreu ihrem Leitspruch: «Ich möchte das machen, was ich liebe, und alles, was Spass macht.»

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