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MOTORSPORT: Die unbeantworteten Fragen von Fabio Scherer

Sechs Podestplätze, darunter ein Sieg, und der fünfte Rang in der Schlusswertung der Formel 4 – Fabio Scherer blickt auf eine starke Saison zurück. Und doch ist der temperamentvolle 18-Jährige aus Aesch nicht ganz zufrieden.
Feiert im 17. Saisonrennen seinen ersten Sieg: Der 18-jährige Formel-4-Rennfahrer Fabio Scherer jubelt auf dem Sachsenring. (Bild: adac-motorsport.de (Oberlungwitz, 17. September 2017))

Feiert im 17. Saisonrennen seinen ersten Sieg: Der 18-jährige Formel-4-Rennfahrer Fabio Scherer jubelt auf dem Sachsenring. (Bild: adac-motorsport.de (Oberlungwitz, 17. September 2017))

Auf einen starken Auftritt folgen unglückliche Momente – das letzte Wochenende in Hockenheim war für Fabio Scherer so etwas wie eine Zusammenfassung der gesamten Saison. «Ja, das kann man so sagen», bestätigt der 18-Jährige aus Aesch mit Blick auf die letzten drei Rennen der Saison in Deutschland. Was war ­passiert? Zunächst gelang ihm ein guter Auftritt «mit einigen coolen Überholmanövern», womit er von Platz sieben auf Position drei vorstiess. In den Rennen zwei und drei lief es aber nicht mehr nach Wunsch. «Ein Konkurrent rammte mich und zerstörte meinen linken Frontflügel», berichtet Scherer. Kurz darauf war der Wettkampf für ihn zu Ende.

Schliesslich wurde er im letzten, hart umkämpften Race von einem anderen Wagen touchiert, geriet von der Piste und verlor entscheidend an Boden. Sein ­Fazit: «Im Grossen und Ganzen bin ich zufrieden. Allerdings wäre auch mehr möglich gewesen.»

Grosse Augenblicke und fehlendes Glück

Das passt, wie bereits erwähnt, zum Gesamteindruck der ins­gesamt sieben zurückliegenden Rennwochenenden. Scherer freute sich über grosse Augenblicke, über den Sieg am Sachsenring vor zwei Wochen, über sechs Podestplätze und die Tatsache, dass er mit Schlussrang fünf besser klassiert war als seine drei erfahreneren Teamkollegen bei US Racing. Mit Blick auf die hohe Geschwindigkeit, die er zu fahren im Stande war, hätte er sich aber noch mehr Topklassierungen vorstellen können. «Das Glück war nicht immer auf meiner Seite, mehrmals wurden Fahrer bestraft, nachdem sie mich abgeräumt hatten», erzählt er. Und dann sei es eben schon etwas anderes, wenn man an der Spitze und nicht im Mittelfeld unterwegs sei. Letztlich hat er den ­angestrebten Top-5-Platz erreicht. Er gewann aber auch die Erkenntnis, dass nach oben noch Luft vorhanden ist.

Entscheid für Motorsport und gegen Skifahren

Fabio Scherer ist damit definitiv in seine Karriere als Motorsportler eingespurt. Noch vor zwei Jahren war dies nicht so klar, weil der Luzerner auch im Skisport eine gute Figur machte. Im Februar 2016 bestritt er sein letztes FIS-Rennen, dann entschied er sich gegen den Schnee und für den Asphalt. Weshalb? «Weil ich den Zweikampf auf der Rennstrecke dem Alleinsein auf der Skipiste vorziehe», erklärt er schmunzelnd. Und dann ist da der Traum von der Formel 1, der über allem steht. «Der Druck, das Tempo in den Kurven – bereits jetzt lastet teilweise mein drei- bis vier­faches Körpergewicht auf mir. Das ist ein cooles Gefühl.»

Wie muss es also erst sein, wenn die PS mehr, die Boliden schneller werden? Und man mit dem Motorsport Geld verdient? Diese Fragen möchte er für sich beantworten, «deshalb bin ich voll fokussiert», sagt er und meint die sechs Trainings pro Woche sowie die vielen Reisen. «Vom Aufwand her bin ich ein Profi, anders ginge es gar nicht. Motorsport ist wie Radfahren in der Sauna.»

Feedback von prominenten Teamchefs

Wenig überraschend ist daher, dass er sich nun keine Belohnung gönnt, sondern bereits in die Vorbereitung auf die neue Saison eingestiegen ist. Der nächste Schritt, so hofft er, ist jener in die Formel 3. Und Scherer, mittlerweile im letzten Jahr seiner KV-Ausbildung an den Frei’s Schulen, ist zuversichtlich, dass ihm dieser auch gelingt. «Am Tempo liegt es nicht. Vielmehr muss ich mein Temperament in den Griff bekommen. Ich muss sauber fahren, darf nicht zu viel wollen.»

Dieses Feedback erhielt er auch von den prominenten US-Racing-Teamchefs Ralf Schumacher und Gerhard Ungar. «Sie gaben mir Tipps zur Taktik und zum Reifenmanagement. Mit solchen Leuten zu arbeiten, macht mir grosse Freude und zeigt, dass ich es schon weit geschafft habe.»

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Mehr über Fabio Scherer unter:www.fabioscherer.ch

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