MOTORSPORT: Grosswangen erwartet 30'000 Zuschauer

Vier Jahre nach der Premiere kommt es in Grosswangen zur Neuauflage des Motocross-Spektakels. Mittendrin: die Familie Rölli aus Willisau. Während der Vater die Maschinen startklar macht, heizen die beiden Söhne ab Samstag über die Piste.

Stephan Santschi
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Vater Lorenz Rölli (links) mit seinem Sohn Simon auf der Rennstrecke in Grosswangen. (Bild: Nadia Schärli (Grosswangen, 7. September 2017))

Vater Lorenz Rölli (links) mit seinem Sohn Simon auf der Rennstrecke in Grosswangen. (Bild: Nadia Schärli (Grosswangen, 7. September 2017))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Kein Zweifel, diese Familie hat Benzin im Blut. Regelmässig sind die Röllis aus Willisau in ihrem Wohnmobil unterwegs, fahren für Trainings ins nahe Ausland oder an Wettkämpfe in der Schweiz. «Es ist schön, ich mache das mega gerne. Wir leben für den Motocross», sagt der bald 20-jährige Pascal Rölli. Zu diesem «wir» gehören auch sein Bruder Simon (18) sowie die Eltern Lorenz (53) und Karin (49). «Auch wenn es mal zu kleinen Streitereien kommt, wenn beispielsweise ein Töff nach einem Unfall etwas beschädigt ist, verstehen wir uns schnell wieder gut», erzählt Simon.

Während der Vater für die Mechanik und das Material der Rennmaschinen zuständig ist, sozusagen der Servicemann der Familie, ist die Mutter für das leibliche Wohl besorgt und behandelt auch mal die eine oder andere Prellung oder Stauchung. Diese Aufgabenteilung greift auch an diesem Wochenende, wenn es in Grosswangen zur zweiten Austragung des Motocrossevents kommt. Pascal und Simon fahren aktiv mit, Lorenz hilft dem Organisationskomitee beim Pistenbau.

Vater vererbt die Passion für den Motorsport

Worauf fusst sie, die Leidenschaft der Röllis für den Motorsport? Die Antwort ist einhellig: Vater Lorenz. Er fuhr früher Strassenrennen, Motocross betrieb er ebenfalls, wenn auch nur trainingshalber. Der Nachwuchs schaute zu, und als Simon zum Geburtstag ein Minibike-PW-50-Motorrad geschenkt bekam, war es um ihn geschehen. Bald darauf gab er als kleiner Bub an einem Motocross-Rennen in Willisau seine Premiere. Etwas später packte es dann auch den älteren Bruder vollends. Über das Engagement seiner Söhne ist Lorenz Rölli hörbar stolz. «Motocross ist eine Lebensschule. Es braucht Disziplin und viel Training. Auf diesen Töffs muss man fit sein», versichert er und hält fest: «Die beiden fahren überlegt, nicht kopflos. Nun fiebern sie auf den Anlass in Grosswangen hin. Das wird ein gewaltiger Anlass – von Freitag bis Sonntag werden rund 30 000 Zuschauer erwartet. Einfach toll!»

Trainingsrückstand wegen Fingerbruch und Militär

Erstmals führte das Töff-Team aus Grosswangen das Motocross-Spektakel im Jahr 2013 durch. Aufgrund des immensen Aufwands war klar, dass man sich diese Sache nicht jedes Jahr leisten kann. Nun, vier Jahre später, kommt es zur Neuauflage. Mit den besten Fahrern der Szene, mit Kopf-an-Kopf-Rennen im Kampf um Punkte der Schweizer Meisterschaft und mit einem reizvollen Rahmenprogramm (siehe Kasten). Die 1610 Meter lange Strecke im Gebiet Rothegg zwischen Grosswangen und Buttisholz ist kurvenreich und mit anspruchsvollen Sprüngen bestückt. Laut Lorenz Rölli erwartet man auch ideales Motocrosswetter, was so viel heisst: «Zu trocken sollte es nicht sein; wenn es Staub aufwirbelt, wird es ­gefährlich. Wenn es hingegen feucht und das Terrain tief ist, gibt es Gräben, das mögen die Fahrer.»

Los geht es mit den Rennen am Samstag, nach den Zeittrainings vom Vormittag kommt es zu den eigentlichen Wettkampfläufen, am Sonntag stehen dann die Königskategorien der Inter-Klassen im Einsatz. Ganz so weit sind die Röllis noch nicht, doch auch in ihren Klassen ist der Konkurrenzkampf stark. Simon misst sich im Feld der Lites 250, Pascal im Yamaha-Cup.

Beide gehen dabei mit etwas Trainingsrückstand an den Start. Simon, Motorradmechaniker in Ausbildung, hat sich gerade eben von einem Fingerbruch erholt, den er sich im Strassenverkehr bei einem Ausweichmanöver zugezogen hat. Und der gelernte Maurer Pascal befindet sich derzeit im Militär und verdient den Wachtmeister ab. Den Start in Grosswangen vor Familie und Freunden lassen sie sich deshalb aber nicht entgehen. Weil sie es eben im Blut haben, das Benzin.