Formel 1

Mick Schumachers Premiere fiel dem Wetter zum Opfer

Aus dem ersten Einsatz von Mick Schumacher im Rahmen eines Formel-1-Wochenendes wird nichts. Das Wetter führt zum Ausfall des ersten Trainingstages für den Grand Prix der Eifel.

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Das Wetter spielte nicht mit. Mick Schumacher musste auf seinen ersten Einsatz an einem Grand-Prix-Wochenende verzichten

Das Wetter spielte nicht mit. Mick Schumacher musste auf seinen ersten Einsatz an einem Grand-Prix-Wochenende verzichten

KEYSTONE/EPA/RONALD WITTEK

Garstiges Wetter war für das erste Grand-Prix-Wochenende seit sieben Jahren auf dem Nürburgring vorausgesagt. Für die Eifel die typische Witterung im Oktober halt. Regenschauer und tiefe Temperaturen um die zehn Grad kamen am Freitag also nicht überraschend und hätten auch Trainings zugelassen.

Da war aber auch der dichte Nebel, der sich den ganzen Tag über hartnäckig hielt und das Abheben des Rettungshelikopters verunmöglichte. Das Sicherheitskonzept in der Formel 1 schreibt vor, dass der Luftweg in das nächstgelegene Spital bei einem Zwischenfall mit Verletzten gewährleistet sein muss. In den beiden Trainings hätte die Bergung nach Vorschrift nicht vonstatten gehen können. Es blieb deshalb am Freitag nur die Absage des gesamten Programms.

Der Rummel im Fahrerlager

Der 21-jährige Mick Schumacher wäre in der Equipe von Alfa Romeo im ersten Training anstelle des Italieners Antonio Giovinazzi zum Einsatz gekommen. Die Premiere des Sohns von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher hatte im Fahrerlager für einigen Rummel rund um den Zürcher Rennstall gesorgt. Fast jeder Schritt des Jünglings wurde medial eingefangen, jede seiner Regungen festgehalten - obwohl dies wegen der Maskenpflicht ein schwieriges Unterfangen war.

Nach einer Stunde Warten und der zweimaligen Verschiebung des Trainings wich die Euphorie der Enttäuschung. Mick Schumacher musste unverrichteter Dinge wieder abziehen vom "Ring", auf dem sein Vater einst fünfmal den Grand Prix von Europa gewonnen hatte. "Es ist natürlich schade, dass ich nicht zum Fahren gekommen bin. Aber ich habe an diesem Tag trotzdem viel gelernt."

Gemäss Beat Zehnder, dem Manager des Teams Alfa Romeo, wäre für Mick Schumacher ein herkömmliches Programm vorgesehen gewesen. Im Fokus hätten nicht möglichst gute Rundenzeiten gestanden. Wert gelegt worden wäre vor allem auf die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren; vom jungen Deutschen wären klare Rückmeldungen in Bezug auf das Fahrverhalten des Autos erwartet worden.

Bei Zehnder löste der "Gastfahrer" mit dem berühmten Namen besondere Gefühle aus. "Ich habe früher ja schon mit seinem Vater zusammengearbeitet. So war es natürlich etwas Spezielles, seinen Sohn im Team zu haben." Mit Michael Schumacher hatte Zehnder vor dem Einstieg des Rennstalls Sauber in die Formel 1 in der Sportwagen-Weltmeisterschaft beruflich zu tun gehabt. Schumacher gehörte damals mit seinem Landsmann Heinz-Harald Frentzen und dem Österreicher Karl Wendlinger dem Nachwuchs-Team der Hinwiler Equipe an. Das Projekt Sportwagen-WM hatte Peter Sauber in Partnerschaft mit Mercedes lanciert.

"Wir sind noch nicht so weit"

Es ist gut möglich, dass Zehnder und Schumacher junior in Zukunft Arbeitskollegen sein werden. Die Chancen des gegenwärtig noch in der Formel 2 beschäftigten Deutschen auf eine Anstellung als Stammfahrer werden als gut bis sehr gut eingeschätzt. Vorerst werden die Diskussionen weiterhin die Spekulationen zum Inhalt haben, denn Teamchef Frédéric Vasseur hat den Entscheid über die Besetzung der beiden Cockpits im Hinblick auf die kommende Saison für "Oktober oder November" angekündigt. "Es ist noch zu früh, darüber zu sprechen", sagt auch Zehnder. "Zur Zeit gibt es noch viele Kandidaten. Wir sind noch nicht soweit."