Motorsporttalent Mick Schumacher steht vor einem doppelten Showdown

Wegen seinem berühmten Namen ist Mick Schumacher das meistbeobachtete Talent im Motorsport. Nun könnte der 21-Jährige den Titel in der Formel 2 gewinnen.

Marco Heibel (SID)
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Schier endlose zwei Monate war Mick Schumacher zum Zuschauen verdammt. Während in der Formel 1 die Titel vorzeitig vergeben wurden und Lewis Hamilton zum Rekordweltmeister neben Micks Vater Michael aufstieg, standen in der Formel 2 die Räder still. Unentwegt spekuliert wurde allerdings über die Zukunft des meistbeobachteten Motorsporttalents der Welt. Passiert ist seither: nichts.

Er ist dem Titel in der Formel 2 nahe: Mick Schumacher.

Er ist dem Titel in der Formel 2 nahe: Mick Schumacher.

Valdrin Xhemaj/EPA (Bahrain, 31. März 2020)

Damit wird die Entscheidung über Titelgewinn und Formel-1-Aufstieg für Mick Schumacher zu einem Showdown, komprimiert auf die letzten vier Saisonrennen in Bahrain (bis 6. Dezember). «Die Pause war sehr lang. Sie war aber auch gut, um die Batterien wieder aufzuladen, hart zu trainieren. Ich fühle mich bereit und freue mich», sagte Schumacher, der im Wüstenstaat allerdings nur bedingt Einfluss auf sein Schicksal hat.

Warten auf Ferraris Teamchef Binotto

Im Cockpit seines Prema-Boliden ist Schumacher der Gejagte. 88 Punkte sind maximal noch zu gewinnen, der Vorsprung des 21-Jährigen auf seinen ärgsten Verfolger Callum Ilott (England) vor den beiden Rennen am Wochenende beträgt 22 Punkte. Damit «kann man arbeiten», so Schumacher, «aber es ist noch nicht genug, um sich auszuruhen.» Der Titel in der Formel 2 ist nur das eine Ziel. Entscheidender für Schumachers Karriere ist die Frage, ob er 2021 zum Kreis der 20 Formel-1-Piloten zählt. In diesem Punkt liegt die Entscheidung bei Ferrari-Teamchef Mattia Binotto, der einen Nachwuchsfahrer der Scuderia beim Kundenteam Haas unterbringen will. Mit seinen diesjährigen Leistungen auf der Strecke hätte Schumacher die Berufung in die Formel 1 sportlich vollauf gerechtfertigt. Ilott und der Russe Robert Schwarzman scheinen derzeit wenige Argumente auf ihrer Seite zu haben.

Der Formel-2-Meister muss die Serie verlassen

Haas-Teamchef Günther Steiner öffnete zuletzt bereits die Tür für die grosse deutsche Motorsport-Hoffnung. «Es wäre eine Ehre für uns. Ein Schumacher in der Formel 1, das wäre für Deutschland und für die Formel 1 gut», sagte der Südtiroler. Der Weg scheint bereitet. Doch Zweifel bleiben. Denn Ferrari hätte die Personalie lange vor dem Grossen Preis von Bahrain (Sonntag, 14.55 Uhr, SRF 2) verkünden können, jeder hätte die Entscheidung verstanden. Sollte Schumacher aber den Titelgewinn noch verfehlen und trotzdem berufen werden, wäre der Frust im Lager von Ilott oder Schwarzman unnötig gross.

Für Schumacher selbst darf der Weg im Falle des Titels ohnehin nur in die Königsklasse führen: Laut Reglement ist der Formel-2-Meister in dieser Klasse nicht mehr startberechtigt.