MOUNTAINBIKE: 24-Stunden-Rennen: «Es ist halt wie eine Sucht»

Am Wochenende fand das 24-Stunden-Rennen in Schötz statt. Bei der Männer-Elite war auch Daniel Schilter aus Ebnet am Start.

Michael Wyss
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Daniel Schilter aus Ebnet wird Vierter bei der Kategorie Einzel Elite. (Bild: Michael Wyss (Schötz, 6. August))

Daniel Schilter aus Ebnet wird Vierter bei der Kategorie Einzel Elite. (Bild: Michael Wyss (Schötz, 6. August))

«Eigentlich wollte ich in Schötz nicht starten. Ich dachte bereits vor einem Jahr, dass es meine letzte Teilnahme war. Schuld, dass ich wieder hier bin, ist meine Lebenspartnerin Melanie Wehrlen. Sie hat mich erneut dazu motiviert», sagte Daniel Schilter lachend einige Minuten nach der Zieleinfahrt gestern Mittag in Schötz. «Doch ich bin ihr dankbar dafür, denn es war ein grossartiges Erlebnis.» Schilter, der in Ebnet wohnt und aufwuchs, startete zum fünften Mal in Schötz. «Zweimal war ich in einem Achter-Team dabei, nun zum dritten Mal in der Kategorie Einzel Elite.» Seinen Lebensunterhalt verdient der 41-Jährige als Schreiner und CNC-Programmierer in einem Holzindustrie-Unternehmen in Entlebuch.

Die Freude am Mountainbikesport entdeckte Schilter vor 20 Jahren. «Ich bin seit der Schulzeit Langläufer und Mitglied beim Skiclub Entlebuch. Im Sommer mussten wir etwas für die Kraft, Fitness und Kondition machen, damit wir für die Winter-saison fit waren. Viele Stunden verbrachte ich deshalb auf dem Mountainbike und dem Rennvelo. Ich habe je länger, je mehr Freude daran bekommen», kann sich der heutige Langlauf-Wettkampfleiter des Skiclubs Entlebuch erinnern. Trainiert wird mit dem Mountainbike vorwiegend im Entlebuch und im Wallis, der Heimat von Schilters Lebenspartnerin. «Ich sitze mehrmals wöchentlich im Sattel. Das Mountainbiken ist halt wie eine Sucht. Du bekommst nie genug davon.»

Spaghetti und alle acht Stunden «Gschwellti»

Betreut wurde Schilter in Schötz im Fahrerlager von einem Team bestehend aus Melanie Wehrlen, Thomas Lässer, Bruder Urs Schilter und Aurelia Schilter. «Sie sorgten sich um mich und waren eine moralische Stütze. Die 24 Stunden auf dem Mountainbike verlangen dir alles ab. Deshalb ist es wichtig, wenn du ein Team im Rücken hast.» Vor dem Rennen wurde der 41-Jährige bekocht: «Ich habe mir Spaghetti gewünscht.» Und alle acht Stunden gab es für Schilter eine Portion «Gschwellti».

Zum Sportlichen: Schilter verpasste den Sprung aufs Podest nur knapp. Der Ebneter wurde Vierter. Enttäuscht? «Nein. Absolut nicht. Das Mitmachen steht bei mir an erster Stelle, und die Rangierung ist sekundär. Ich wollte einfach die 24 Stunden durchhalten und ins Ziel kommen. Alles andere war Zugabe.»

Schilter hatte am Samstag mit Magenproblemen zu kämpfen und am Sonntag einen Sturz erlitten. «Das gehört einfach dazu. Auf solche Sachen muss du vorbereitet und mental stark sein.» Für ihn war es dennoch ein sportlicher Erfolg: Er schaffte einen persönlichen Rekord bei seiner dritten Teilnahme als Einzelfahrer mit 98 Runden (2015: 89; 2016: 94). Gewonnen wurde dieses Rennen von Kevin Tanner aus Altendorf (109 Runden). Dahinter folgten Florian Egger (Gunzwil; 105) und Christoph Bucher (Nottwil; 100). Bei den Frauen-Elite war keine Zentralschweizerin am Start.

 

Michael Wyss

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Die kompletten Ranglisten gibt es unterwww.24stundenrennen.ch