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MOUNTAINBIKE: Mehr als nur auf Kurs

Die Urnerin Linda Indergand (23) fährt nun auch im Weltcup weit vorne mit. Mit der Hitze hat sie aber noch ihre liebe Mühe.
Daniel Gerber
Die Urnerin Linda Indergand am Mountainbike-Weltcup in Tschechien. (Bild: Cerveny Michal/Imago (Nové Mesto na Morave, 20. Mai 2017))

Die Urnerin Linda Indergand am Mountainbike-Weltcup in Tschechien. (Bild: Cerveny Michal/Imago (Nové Mesto na Morave, 20. Mai 2017))

Daniel Gerber

sport@luzernerzeitung.ch

Linda Indergand, die Profi-Mountainbikerin aus Silenen UR, will im laufenden Jahr regelmässig in die Top Ten fahren und später an der Weltmeisterschaft im australischen Cairns unter den ersten acht rangiert sein. Nun ist die Fahrerin des Focus XC Team mehr als nur auf Kurs: Im ersten Weltcup-Kräftemessen im tschechischen Nové Mesto na Morave erreichte sie den dritten Rang, und am vergangenen Wochen­ende fuhr sie beim zweiten Duell der Weltelite im deutschen Albstadt auf die vierte Position.

In weiteren sechs Rennen zur Vorbereitung in Italien, Tschechien, Österreich und der Schweiz fuhr Indergand zweimal auf Rang eins, dreimal auf den zweiten Platz sowie einmal auf das Podest. «Ich bin sehr gut gestartet, das bisher schlechteste Ergebnis ist ein vierter Platz. Damit hatte ich eingangs Saison nicht gerechnet», so die Juniorenweltmeisterin von 2011.

Spitzenergebnis nach Hitzeschlacht

Sie erschrecke aber nicht, wenn sie die guten Weltcup-Ergebnisse sehe, sagt die Weltcup-Gesamtachte 2016 (und 16. 2015): «Bei den vorangegangenen Rennen war ein Teil der gleichen Fahrerinnen am Start.» Einzig sei natürlich nicht bekannt gewesen, ob die anderen nach den Trainings gut erholt in die Wettbewerbe einstiegen. «Deshalb hoffte ich einfach, dass ich es mal in die Top 5 schaffe.» In der Hitzeschlacht in Deutschland landete sie jedoch bereits zum zweiten Mal in dieser beliebten Ranglistenregion: «Es war das erste Rennen, in dem es so heiss war, deshalb bin ich das noch nicht gewohnt», so die 23-Jährige. «Ich konnte mich aber gut kühlen, und die Zuschauer machten eine gute Stimmung.» Nach dem ersten Saisonblock dient nun der eine und der andere Tag der Erholung, dann wird wieder normal trainiert. In der Vorbereitung bedeutet dies vier bis fünf Stunden auf dem Rad und kurz vor den Rennen jeweils noch drei bis dreieinhalb. Dazu kommen Techniktraining, Joggen und Bergrennen.

Als Zeitsoldatin schiesst sie das Obligatorische

Wer regelmässig in die Top Ten fährt, hat die Olympischen Spiele auf sicher. Zudem parkte Linda Indergand ihr Arbeitsgerät bei den Sommer-Games in Rio de Janeiro im vergangenen Jahr bereits auf dem achten Rang. Dass ihr das angestrebte Tokio-Ticket wohlwollend auf dem Serviertablett dargereicht wird, will die Spitzenathletin nicht gelten lassen: «Ein Selbstläufer wird das nicht. Es dauert noch drei Jahre, da kann sich noch vieles ändern.» Die Spiele in Ostasien geniessen hohe Priorität, «es ist das Grösste, was man gewinnen kann». Olympisches Edelmetall ist durchaus rarer: Zwischen zwei Olympiaden wird viermal eine Weltmeisterschaft gewonnen und werden 24 Weltcup-Rennen ausgetragen.

Im Alter von sechs Jahren fuhr Indergand ihren ersten Wettbewerb. Es kommt vor, dass ihr während eines Rennens die Erinnerungen an früher motivierend durch den Kopf gehen. «An die ganz ersten eher selten, sondern einfach daran, wie alles begonnen hat. Mit Jolanda Neff fahre ich Rennen, seit wir zehn Jahre alt sind, da sind viele Freundschaften entstanden. Oder wenn ich mal bei meinem Ursprungsclub IG Radsport Uri trainiere, ist es packend zu sehen, wie die Nachwuchsfahrer mir nacheifern.»

Die gelernte Kauffrau durchlief in Magglingen BE die Spitzensportler-RS und erhielt 2013 das Angebot, Zeitsoldatin zu werden. «Das ist sehr wichtig für mich. Dadurch profitiere ich von der Infrastruktur in Magglingen und Tenero. Zudem ist es gut zu wissen, dass jemand klar hinter einem steht.» Dazu kämen Repräsentationsaufgaben, bei welchen sie für den Schweizer Spitzensport stehe. «Und natürlich muss ich auch das Obligatorische schiessen.»

Mitglied im Ambri-Fanclub Uri

Zur Abwechslung schaue sie gerne Eishockeyspiele des HC Ambri-Piotta. «Manchmal überschneiden sich unsere Saisons.» Dennoch bejubelte sie einen der beiden Heimsiege der Leventiner in der diesjährigen Ligaqualifikation. «Ich bin zudem im Ambri-Fanclub des Kantons Uri.»

Gleichzeitig gebe es Ambri-Fans, welche sie unterstützen. «Einige besuchten im vergangenen Jahr den Weltcup in Lenzerheide. Sie hatten selbst Fahnen gemacht, und sie trugen gelbe Urner T-Shirts.» Bei diesem Weltcup-Heimrennen erreichte sie den siebten Rang; im letzten Jahr fuhr Linda Indergand dreimal in die Weltcup-Top-Ten (2., 7. und 10.).

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