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MOUNTAINBIKE: Sie ist bereit für Rio de Janeiro

Linda Indergand (22) hat sich etwas überraschend einen Startplatz für die Olympischen Spiele in Rio erkämpft. Zuvor will die junge Urnerin aber noch an der WM auftrumpfen.
Urs Hanhart
Linda Indergand legt ihren Fokus auf die Olympischen Spiele 2016 und 2020. (Bild Urs Hanhart)

Linda Indergand legt ihren Fokus auf die Olympischen Spiele 2016 und 2020. (Bild Urs Hanhart)

Urs Hanhart

Es ist ein wunderschöner Morgen, der Himmel lacht stahlblau. Linda Indergand kommt mit ihrem voll gefederten Mountainbike angebraust. Soeben hat die 22-jährige Urnerin im Selderboden in Silenen eine kurze Trainingsfahrt absolviert. «Ich fühle mich momentan sehr gut im Schuss», verrät sie noch etwas ausser Atem, «in den letzten Wochen konnte ich mein Trainingsprogramm optimal durchziehen. Nun freue ich mich auf die nächsten Rennen. Ich bin zuversichtlich und voller Tatendrang.»

Mittlerweile befindet sich die Rennfahrerin aus Silenen bereits in Nové Mesto. Im tschechischen Skizentrum werden in den nächsten Tagen die Mountainbike-Weltmeisterschaften ausgetragen. Indergand, die sich im Vorjahr den WM-Titel in der nicht olympischen Disziplin Eliminator gesichert hatte, startet mit grossen Ambitionen, wie sie betont: «Ich möchte im Eliminator wiederum ganz vorne mitmischen und möglichst nochmals Gold holen. Im Cross-Country habe ich mir rangmässig kein Ziel gesetzt. Ich gebe einfach mein Bestes und schaue, was dabei herauskommt. Die Strecken sind jeweils sehr unterschiedlich. Deshalb ist es auch schwierig, eine Prognose abzugeben.»

Durchbruch im Cross-Country

Indergands Zurückhaltung ist eigentlich erstaunlich. Auf diese Saison hin ist der Urnerin nämlich in der Disziplin Cross-Country ein gewaltiger Leistungssprung gelungen. Ende April fuhr sie im australischen Cairns als Zweite erstmals in ihrer Karriere auf das Weltcup-Podest. Zuvor hatte sie es noch nie in die Top Ten geschafft. «Dieser Erfolg kam überraschend für mich. Damit hatte ich nicht gerechnet», bekennt die ehemalige Juniorenweltmeisterin und fügt an: «Mit diesem Exploit konnte ich viel Selbstvertrauen tanken.» Nur einen Monat später doppelte die schnelle Zeitsoldatin, die dank ihrem Engagement bei der Schweizer Armee seit geraumer Zeit voll auf die Karte Spitzensport setzen kann, mit einem 10. Platz beim Weltcup-Rennen im französischen La Bresse nach. Und damit sicherte sie sich definitiv einen Startplatz an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. «Meinen Leistungsschub im Cross-Country führe ich vor allem auf das geänderte Wintertraining zurück», erklärt Indergand und ergänzt: «Ich habe weniger Krafttrainings gemacht, dafür mehr Zeit ins Joggen und Mountainbike-Training investiert. Zudem habe ich meine Ernährung umgestellt und dadurch mein Körpergewicht etwas reduzieren können, was sich in den Steigungen natürlich positiv auswirkt.»

Ein Traum wird Wirklichkeit

Nach der WM startet Indergand auch noch am Weltcup-Rennen auf der Lenzerheide und an der SM in Echallens. Anschliessend legt sie ihren Fokus dann voll auf Rio, wo das Rennen der Frauen am 20. August ausgetragen wird. Dazu sagt sie: «Es war schon lange mein Traum, an Olympischen Spielen teilzunehmen. Für uns Mountainbiker ist es das grösste und wichtigste Rennen überhaupt, da es nur alle vier Jahre stattfindet und grosse Beachtung findet. Ich freue mich riesig auf Rio und auch darauf, die Schweizer Farben vertreten zu dürfen und andere Sportler kennen zu lernen.» Das Aushängeschild des Focus-Teams strebt in Brasilien eine Platzierung unter den besten zehn an, weist jedoch darauf hin, dass alles zusammenpassen müsse, um dieses Ziel zu erreichen. Auf dem Olympiakurs ist Indergand bereits im vergangenen Jahr im Rahmen eines Testrennens angetreten. Ihr Urteil: «Die Strecke gefällt mir sehr gut. Sie ist recht schnell und beinhaltet keine langen und steilen Anstiege. Das kommt mir eigentlich entgegen.» Fahrtechnisch gehört die begeisterte Hobbyköchin zu den weltbesten Fahrerinnen. «Je anspruchsvoller, desto besser für mich», lautet ihre Devise.

Dass Indergand ihr Bike derart gut beherrscht und auch in schwierigsten Abfahrten und Single-Trails zu den Stärksten gehört, kommt nicht von ungefähr. Das Radmetier hat die jetzige Profifahrerin, deren Vater Sepp Indergand früher ein erfolgreicher Eliteamateur war, beim VMC Silenen und bei der IG Radsport Uri quasi von der Pike auf gelernt. Sie bestritt bereits als Sechsjährige ihr erstes Rennen und erhielt in all den Jahren eine optimale Förderung. Indergands Fernziel ist das Olympiarennen von 2020 in Tokio. Dort will sie ein Wörtchen bei der Vergabe der Medaillen mitreden. Die zielstrebige Ausdauersportlerin möchte also auch weiterhin ihr Hauptaugenmerk aufs Mountainbiken richten, kann sich aber durchaus auch vorstellen, künftig vermehrt Abstecher zu Strassenrennen zu machen.

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