Mountainbiker Martin Fanger hat noch Rechnung offen

Am kommenden Sonntag startet mit der O-Tour in Alpnach der erste Lauf der Schweizer Mountainbike-Marathon-Rennserie. Der Obwaldner Martin Fanger ist dieses Mal besonders motiviert.

Martin Platter
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2017 und 2018 fuhr Martin Fanger als Dritter der O-Tour ins Ziel. Reicht es diesmal zu mehr?

2017 und 2018 fuhr Martin Fanger als Dritter der O-Tour ins Ziel. Reicht es diesmal zu mehr?

Bild: Martin Platter (Alpnach, 9. September 2018)

Lange Monate der Ungewissheit liegen hinter dem Organisationskomitee des O-Tour-Mountainbike-Marathons in Alpnach. An der letzten Generalversammlung hatte die Gesamtleitung vom langjährigen Präsidenten Karl Langensand zu Marion Imfeld gewechselt, die bisher im OK fürs Personal zuständig gewesen war. Im Dezember vergangenen Jahres wurde der Anlass von den Kantonsverantwortlichen mit dem Obwaldner Sportpreis ausgezeichnet. Dann kam Corona und damit die Ungewissheit. Imfeld sagt: «Auch wenn ich insgeheim stets an die Durchführung geglaubt habe, hat sich erst mit dem Covid-19­Bundesratsbeschluss für Grossveranstaltungen am 2. Juni herauskristallisiert, dass wir tatsächlich eine Chance haben, den Wettkampf durchzuführen. Damit blieben uns noch 14 Wochen für die Vorbereitung.»

Für die 46-jährige Sarnerin ist die O-Tour eine Herzensangelegenheit und auch eine Familiensache:

«Mein Mann und meine beiden Töchter helfen am 13. September ebenfalls mit. Mein Vater ist Streckenposten. Mein Bruder und seine Frau fahren das Rennen.»

Deshalb war es für Imfeld keine Option, die O-Tour einfach abzusagen. Bisher hat sie ein gutes Händchen bei der Akquisition von OK-Mitgliedern bewiesen. Vakante Schlüsselposten wie der des Werbeverantwortlichen (neu besetzt durch Bärti Bucher) oder der des Restaurationschefs (Hans-Melk Reinhard) konnte sie mit erfahrenen Leuten besetzen – was auch die Bedingung war, damit sie das Präsidium annahm. «Ohne diesen Rückhalt wäre es für mich ungleich schwerer gewesen», ist die KV-Angestellte überzeugt.

Budget musste gekürzt werden

Der frühere O-Tour-Präsident Hans-Melk Reinhard, der im Kanton auch für die Covid-19-­Fachstelle tätig ist, habe mit seinem Fachwissen Sicherheit ins OK gebracht. Und Bärti Bucher habe mit seinem Kontaktnetz als Versicherungsagent dafür gesorgt, dass das Event auch finanziell über die Runden komme. «Ich war viel mit dem Rotstift unterwegs», gibt Imfeld zu. Das Budget habe gekürzt werden müssen. Noch immer gebe es ungewisse Faktoren. «Ich hoffe, dass wir heuer besonders viele Teilnehmende haben werden, eben weil wegen Corona so viele Anlässe abgesagt werden mussten. Aber vielleicht haben wir wegen der Pandemie auch weniger Leute als sonst», so die OK-Präsidentin. Ihr Ziel ist es, die Tausendermarke auszuschöpfen und den Bike-Marathon unfallfrei und gewinnbringend abzuschliessen.

Imfelds Enthusiasmus überträgt sich auch auf die anderen OK-Mitglieder – und die Rennfahrer aus der Region. Der Prominenteste ist Mountainbike-Profi Martin Fanger. Der Obwaldner hat seinen Lebensmittelpunkt zwar seit geraumer Zeit in Genf, doch für die O-Tour kehrt der 32-Jährige immer wieder gerne in seine Heimat zurück. In diesem Jahr startet er besonders motiviert, er blickt auf eine gute Saison zurück. Fanger sagt:

«Die wenigen Rennen, die bisher in diesem Jahr durchgeführt wurden, waren regelmässig überdurchschnittlich stark besetzt. Ich konnte mich oft in der Spitzengruppe halten.»

Mit der O-Tour hat er noch eine Rechnung offen. Den Halbmarathon konnte er im ersten Profijahr 2009 zwar gewinnen. Doch auf der Langdistanz schaffte er es bisher nie über den dritten Platz hinaus. Das soll sich diesmal ändern. Am Jura Bike Marathon letzten Sonntag in Vallorbe haben sich aber auch seine härtesten Widersacher in Topform gezeigt. Gewonnen haben Urs Huber und Ariane Lüthi, die im Vorjahr an der O-Tour ihren fünften bzw. vierten Schweizer-­Meister-Titel gefeiert hatten. Huber schlug die Spitzengruppe mit Teamkollege Simon Schneller, dem Deutschen Sascha Weber und Marc Stutzmann, O-Tour-Sieger von 2017, im Spurt. Fanger erreichte das Ziel als Fünfter. Am Sonntag könnte sich der Obwaldner in Alpnach revanchieren.

O-Tour in Alpnach

O-Tour in Alpnach: Sonntag, 13. September, in Alpnach. Startzeiten. 7.45: Marathon Frauen, 86 km. – 8.00: Marathon Männer, 86 km. – 8.25: Halbmarathon Frauen und Männer, 45 km.– 8.50: E-MTB Halbmarathon Frauen und Männer, 45 km. – 9.00: Easy-Marathon/Team4Fun, 37 km. – 9.45: Kinderrennen Zinsli-Cup. – 12.30: Bike-Talents. – 14.15: Siegerehrungen.

Weitere Informationen: o-tour.ch