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Mourinho ist restlos bedient

Manchester United Jose Mourinho (54) liess nach der Cup-Blamage mit Manchester United bei Zweitligist Bristol City sogar seinen Lieblingsrotwein stehen. Eiligst verliess der bediente Teammanager nach dem peinlichen 1:2 (0:0) des Titelverteidigers die Stätte der Schmach. Dabei hatte sein Kollege Lee Johnson für die eigens aus Mourinhos Hei- mat Portugal eingeflogene, 450 Pfund teure Flasche «Barca Velha 2004» sogar «das Sparschwein meiner kleinen Tochter geschlachtet».

Johnson konnte Mourinhos Abfuhr dennoch verschmerzen. Der Starcoach habe bereits beim kurzen Plausch vor dem Viertelfinal «alle meine Fragen beantwortet» und sich dabei als «class act» gezeigt, von seiner besten Seite. Angesichts des Halbfinal-Einzugs war Johnson ohnehin in bester Stimmung. Nach dem Siegtreffer von Korey Smith in der 92. Minute hatte er sich im Überschwang einen Balljungen geschnappt und ihn durch die Luft gewirbelt.

Bristol jetzt gegen Manchester City

«Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich wollte zu den Jungs rennen, um mit ihnen zu feiern», sagte Johnson, «aber der Balljunge war der einzige, der greifbar war.» Dieses «historische Ereignis» werde «über viele Generationen» in den Erinnerungen der Fans fortleben, meinte er. Kein Wunder: Die «Rotkehlchen», die in der Runde der letzten vier auf Manchester City treffen (9./23. Januar), spielen seit dem Abstieg 1980 in den Niederungen des englischen Fussballs. Bristols grösster Erfolg ist die Vizemeisterschaft von 1907.

Umso bedienter war Jose Mourinho. «Für meine Spieler war es nur ein weiterer Tag im Büro, und zwar ein Tag, an dem einige von ihnen gar nicht ins Büro wollten», sagte der Coach von Manchester United nach der Pleite beim Dritten der 2. Liga, «sie haben eine gute Gelegenheit verstreichen lassen.»

Er hatte es derart eilig, dass erst ein Journalist im Medienraum sass, als er seine Presse­konferenz begann. Bristol habe «Glück» gehabt, sagte Mourinho mehrfach, «aber sie haben sich das auch hart erarbeitet. Sie haben brillant gespielt und um ihr Leben gekämpft. Es war ein wunderbarer Tag für den Fussball, gratuliere.» (sid)

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