Biathlon
Multitalent Chiara Arnet hadert mit Fehlschüssen

Chiara Arnet hat schon viele Sportarten ausprobiert. Mittlerweile setzt die Obwaldnerin voll auf die Karte Biathlon.

Urs Hanhart
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Chiara Arnet (17) holt Bronze an den Schweizer Meisterschaften.

Chiara Arnet (17) holt Bronze an den Schweizer Meisterschaften.

Bild: Urs Hanhart (Realp, 28.März 2021)

Bei den Schweizer Meisterschaften in den Disziplinen Massenstart und Sprint, die am Wochenende im Biathlonzentrum Realp ausgetragen wurden, taten sich die Athleten aus dem ZSSV-Bereich ziemlich schwer. Angesichts der Tatsache, dass sie den Leonteq-Biathlon-Cup in etlichen Kategorien dominiert hatten, fiel die Ausbeute mit nur vier Medaillen eher bescheiden aus.

Zu den wenigen, die sich Edelmetall sichern konnten, gehörte die Obwaldnerin Chiara Arnet (17), die sich im Massenstartrennen der Jugendkategorie die Bronzemedaille sicherte – und dies, obwohl sie in beiden Liegenanschlägen drei Scheiben verfehlte. Ihr Rückstand auf Enya Mürner (SC Frutigen), die sich nur drei Fehlschüsse leistete, betrug 40 Sekunden. Das heisst, Arnet hätte sich mit zwei Strafrunden weniger wohl den Titel gesichert.

Ein Winter mit Hochs und Tiefs

«Dieses Rennen war sowohl läuferisch als auch schiesstechnisch nicht optimal. Ich bin nur bedingt zufrieden. Jetzt gegen Ende der Saison ist es mir vor allem am Schiessstand nicht mehr so gut gelaufen», bilanzierte die Athletin von Nordic Engelberg. Tags darauf im Sprintwettkampf musste sich Arnet mit dem 6. Platz begnügen. Ein besseres Resultat verpasste die Absolventin der Sportmittelschule Engelberg erneut mit einem nicht zufriedenstellenden Schiessergebnis (6 Fehler). «Die Bedingungen waren eigentlich sehr gut. Ich weiss nicht genau, woran es gelegen hat», meinte Arnet.

Insgesamt hat die Engelbergerin einen Winter mit Hochs und Tiefs hinter sich. «Vor allem zu Beginn der Saison war ich läuferisch sehr gut im Schuss. Dann ab der Jugend-WM begann es etwas zu harzen, was möglicherweise mit der Vorbereitung zu tun hatte. Im Schiessen habe ich keine Erklärung, weshalb ich abgebaut habe.» Ihr persönliches Saisonhighlight erlebte Arnet, nebst der Teilnahme an der Jugend-WM und einem 21. Platz im Sprint als bestes Ergebnis, Ende Januar bei den Swiss-Cup-Wettkämpfen in Lenzerheide, wo ihr im Sprint eine nahezu perfekte Darbietung gelang. Nun gönnt sich die Sportlerin eine Pause. Sie betonte: «Es war alles ganz anders als in anderen Jahren. Aber die Organisatoren habe ihre Sache sehr gut gemacht und darauf geachtet, dass alle Schutzmassnahmen eingehalten wurden.»

Vom Schwimmen bis zum Skispringen

Arnet ist ein Multitalent. Sie hat schon diverse Sportarten ausprobiert – von Tennis über Schwimmen und Skifahren bis hin zu Skispringen. Mittlerweile konzentriert sie sich aber ganz auf den Zweikampf aus Langlaufen und Schiessen. «Biathlon macht mir am meisten Spass. Die Rennen sind immer bis zum Schluss sehr spannend. Zudem ist es eine grosse Herausforderung, die beiden völlig unterschiedlichen Disziplinen unter einen Hut zu bringen.» Ihr Ziel ist es, den Sprung ins C-Kader von Swiss-Ski zu schaffen. Ob ihr dies gelingt, ist noch unklar, weil sie gegen Ende der Saison etwas abgebaut hat. Im nächsten Winter strebt sie die Qualifikation für die Jugend-EM an. Ihr langfristiges Ziel ist der Sprung in den Weltcup.

Lena Häcki kommt nicht richtig auf Touren

Arnets grosses Vorbild ist Lena Häcki, die ebenfalls für Nordic Engelberg startet. Die Schweizer Teamleaderin war bei den Titelkämpfen im Userental ebenfalls am Start, kam jedoch aufgrund schwacher Schiessleistungen nicht auf Touren. Im Massenstart belegte Häcki, die sieben Scheiben verfehlte, hinter der neuen Schweizer Meisterin Aita Gasparin und deren Schwester Selina den 3. Platz. Im Sprint, den erneut Aita Gasparin dominierte, musste sich die Obwaldnerin mit dem 4. Rang begnügen. Bei den Männern setzte sich Topfavorit Benjamin Weger zweimal souverän durch.

Starke Leistungen lieferten die ZSSV-Athleten in der Jugendkategorie ab. Leander Kiser, SC Schwendi-Langis, holte sich im Sprint hinter Yanis Keller, SC Einsiedeln, die Silbermedaille. Sein Vereinskollege Remo Burch gewann Bronze.

Resultate: swiss-ski-kwo.ch