Muskelspiel der Krienser Handballer im Endspurt gegen Suhr Aarau

Handball Starker Auftritt von Kriens: beim 27:22 (11:11)-Sieg gegen Suhr Aarau gab's fast nichts zu bemängeln.

Roland Bucher
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HCK-Topskorer Hleb Harbuz.

HCK-Topskorer Hleb Harbuz.

Bild: Eveline Beerkircher, Kriens, 2. Oktober 2019

Es war ein Sieg, der am Schluss eine fast selbstverständliche Dimension annahm. 45 Minuten lang hatten Kriens die Suhrer Defensivspezialisten sich austoben lassen, um dann im Endspurt die Muskeln spielen zu lassen. Die letzte Viertelstunde, schwärmte Trainer Goran Perkovac, die sei «fast perfekt gewesen». In Zahlen ausgedrückt: vom 17:17 zum 22:27 – der HCK eilte souverän Saisonsieg Nummer 12 entgegen, der den Chef durchaus stolz die Bemerkung anbringen liess: «Es war das Tüpfchen aufs i, es war die Krönung einer ersten Meisterschaftshälfte, in welcher wir mehr als erwartet erreicht haben.»

Der Doppelpunkt bei Ranglistennachbar Suhr Aarau zementierte Rang 3, lässt den Vorsprung auf Rang 5 auf 5 Punkte anwachsen: jetzt dürfe man sich auch mal einen Ausrutscher erlauben, erklärt Perkovac, ohne dass das ursprüngliche Zwischenziel – Rang 4 nach der Quali – sofort wieder in Gefahr gerate. Kurzum: «Wir haben uns eine gute Ausgangslage erarbeitet.»

Harbuz, Bar – alle

In einer arg vereinfachten Analyse könnte man behaupten, Kriens habe gewonnen, weil Hleb Harbuz, der HCK-Topskorer mit acht Treffern aus elf Anläufen das Direktduell gegen Suhrs Manuel Zehnder (9/17) klar zu seinen Gunsten entschied. Doch davon hält Perkovac nichts, aber auch gar nichts: «Wir waren heute ein unerhört starkes Kollektiv. Es wäre ungerecht, einen Spieler hervorzuheben.»

Zu bemerken gilt immerhin, dass Goalie Paul Bar (37 Abwehrprozente) in entscheidenden Augenblicken seine beiden Gegenüber ausstach, dass Papez eine perfekte Chancenauswertung vorweist, Jungspund Oertli sich nie den Schneid abkaufen liess und Kreisläufer Gavranovic nach vielen Fehlversuchen dann zur Stelle war, als im Endspurt starke Nerven gefragt waren.

Diese Kurve zum Sieg ritzte übrigens ein weiterer der jungen Krienser Garde: Ramon Schlumpfs Führungstreffer zum 18:17 in Unterzahl knapp eine Viertelstunde vor dem Abpfiff kühlte das Mütchen der Aargauer entscheidend.

Intelligent und Stilsicher

Er sei als Trainer dieser Mannschaft stolz, gestand Perkovac, stolz, wie sie in den letzten Wochen jeden Unbill weggesteckt, an Stilsicherheit gewonnen habe. Bei Suhr habe sein Team sehr intelligent gespielt, sich auch durch einen 5:8-Rückstand kaum aus der Fassung bringen lasse und getreu seiner Devise agiert: «Grosse Mannschaft spulen ihr Programm runter und wollen nur etwas: am Schluss mindestens ein Tor besser sein.»

Eine ganz grosse Mannschaft ist Kriens noch nicht, doch sie ist auf dem Weg dazu. Das hoch verdiente Weihnachtsessen für Spieler und Staff geniesst man irgend einmal im Januar und wetten dass… man ganz schön hohe Playoff-Pläne schmieden werden. Dürfen sie auch.

Suhr Aarau - Kriens-Luzern 22:27 (11:11)
857 Zuschauer. - SR Keist/Winkler. - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Suhr Aarau, 5mal 2 Minuten gegen Kriens-Luzern.
Suhr Aarau: Ferrante (9 Paraden)/Marjanac (3); Reichmuth, Hofer (1), Zehnder (9/3), João Ferraz, Aufdenblatten, Parkhomenko (1), Rohr, Laube (3), Poloz (1), Kalt, Peter (1), Strebel (1), Slaninka (5).
Kriens-Luzern: Bar (12 Paraden)/Eicher (für 1 Penalty); Harbuz (8/3), Wipf, Blättler, Piroch (4), Rellstab, Gavranovic (5), Oertli (3), Ramseier, Schlumpf (2), Papez (3), Lavric (1), Idrizi (1).
Bemerkungen: Verschossene Penaltys: 2:1.