Interview

Muss auch das Luzerner Leichtathletik-Meeting kapitulieren?

Karl Vogler (64), Präsident von Spitzenleichtathletik Luzern, ist mit seinem OK im Standby-Modus. Er spricht auch über allfällige Konsequenzen bei einer Absage.

Turi Bucher
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Ist das Luzerner Leichtathletik-Meeting vom Mittwoch, 1. Juli in Gefahr?

Karl Vogler: Wir haben vorerst alle relevanten Kostenseiten runtergefahren. Das gilt bis zum 1. Mai. Abgesehen davon, dass gewisse administrative Arbeiten das ganze Jahr laufen, haben wir vom Organisationskomitee in einer Telefon-Konferenz bestimmt, jegliche weitere Arbeiten zu vertagen.

Welches ist der nächste Schritt?

Anfang Mai wird der nächste Zwischenentscheid getroffen, erfolgt die nächste Standort­bestimmung. Der Ticketverkauf beispielsweise ist in Vorbereitung.

Erste Leichtathletik-Meetings wurden bereits verschoben. Werden die guten Athleten dieses Jahr auf Luzern verzichten?

Man muss sich zuerst bewusst machen, dass die Leichtathleten im Moment gar nicht richtig trainieren können. Ich glaube allerdings: Durch jedes Meeting, das im Mai nicht stattfinden kann, wird unser Luzern Meeting für die Athletinnen und Athleten attraktiver. Im Zentrum für die Leichtathleten stehen natürlich die Olympischen Spiele in Tokio.

Karl Vogler (rechts) mit Mujinga Kambundji bei der Medienkonferenz vor dem Meeting 2018.

Karl Vogler (rechts) mit Mujinga Kambundji bei der Medienkonferenz vor dem Meeting 2018.

Bild: Philipp Schmidli (Bürgenstock, 7. Juli 2018)

Was würde eine Absage des Spitzenleichtathletik-Luzern-­Meetings für die Organisatoren in finanzieller Hinsicht bedeuten?

In den Verträgen mit den TV-Stationen haben wir Klauseln, dass wir bei höherer Gewalt nicht kostenpflichtig sind. Wie schon erwähnt, haben wir ansonsten die grossen Ausgabenposten per sofort gestoppt. Ein Problem sind zum Beispiel die Hotelzimmer. Diese müssen wir ab einem bestimmten Zeitpunkt für die Athleten reservieren können.

Bis wann muss oder will das Meeting-OK wissen, ob der Anlass 2020 stattfinden kann?

Ich denke, bis Mitte Mai müssen wir es wissen. Wir bleiben im Austausch und Kontakt mit dem Schweizer und mit dem Europäischen Verband.

Wie erleben Sie die Corona-Krise persönlich?

Ich bin im Edelsteinhandel tätig, dort bleibt alles geschlossen. Ich versuche gelassen zu bleiben. Die Massnahmen, die getätigt und verordnet wurden, sind zweifelsfrei richtig. Die Gesundheit ist unser wichtigstes Gut.