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Musterschüler Orlik vor dem Nordostschweizer Schwingfest auf Kurs, Gigers Comeback mit Fragezeichen

Am Nordostschweizer Teilverbandsfest am Sonntag im schaffhausischen Hallau tritt Armon Orlik in Bestform an. Der Thurgauer Samuel Giger kehrt nach einer Schulterverletzung ins Sägemehl zurück.
Ives Bruggmann
Armon Orliks Bilanz ist in dieser Saison makellos. (Bild:KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Armon Orliks Bilanz ist in dieser Saison makellos. (Bild:KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

In der dritten Minute des Schlussgangs am Nordostschweizer Schwingfest kontert Armon Orlik einen inneren Haken von Samuel Giger und setzt seinerseits zum entscheidenden Kurzzug an. Am Boden vollendet der Bündner und gewinnt das Teilverbandsfest. Diese Szenen hatten sich vor ziemlich genau drei Jahren in Wattwil ereignet. Damals waren Giger und Orlik noch aufstrebende Talente, deren nationale Standfestigkeit erst noch auf die Probe gestellt werden sollte. Doch zwei Monate später bestätigten der damals 21-jährige Bündner und der 18 Jahre alte Thurgauer ihren Status als Ausnahmeathleten – auch über die Ostschweiz hinaus. Am Eidgenössischen Schwingfest in Estavayer schwang sich Orlik bis in den Schlussgang, Giger belegte mit sieben Siegen am Ende den zweiten Rang.

Nun steht in acht Wochen wieder ein Eidgenössisches auf dem Programm. Das Nordostschweizer Teilverbandsfest, das morgen in Hallau stattfindet, wird auch dieses Mal wichtige Indizien für den Saisonhöhepunkt Ende August liefern. Nur, die Ausgangslage ist eine andere.

Orlik auf Kurs, Gigers Verletzung

Vier Kranzfeste hat Orlik in dieser Saison bestritten, allesamt hat der 24-jährige Bauingenieur-Student gewonnen. Nur 3 von 18 Gängen musste er dabei stellen – zwei davon gegen den formstarken Toggenburger Daniel Bösch. Orlik, einer der vielseitigsten Schwinger überhaupt, befindet sich bereits jetzt in Topform, obwohl seine Saisonplanung explizit auf das Eidgenössische Schwingfest in Zug ausgerichtet ist. Der Mann aus Maienfeld überlässt nichts dem Zufall, ordnet dem Sport alles unter. Den trainingsintensiven Winter überstand er ohne Verletzung, legte damit die Basis für eine erfolgreiche Saison. Der Technische Leiter der Nordostschweizer Schwinger, Beat Abderhalden, hat nichts auszusetzen. Im Gegenteil: «Es ist so, wie ich es mir erhofft habe. Er ist auf dem richtigen Weg.» Orlik sei extrem fokussiert, wisse genau, was er brauche und dennoch verschliesse er sich nicht vor Ratschlägen. Abderhalden:

«Ich sehe bei ihm derzeit keinen Schwachpunkt.»

Den Druck, einer der Favoriten auf den Königstitel zu sein, stecke Orlik locker weg. «Er ist unbeschwert, macht sich den grössten Druck ohnehin selber.» Ganz der Perfektionist eben.

Etwas anders sieht die Situation beim 21-jährigen Giger aus. Nach seinem heimischen Kantonalfest am 5. Mai in Frauenfeld pausierte er wegen einer Schulterverletzung. Nun kehrt er morgen nach achtwöchiger Abstinenz auf den Schwingplatz zurück. Giger wird aus dem verpassten Unspunnenschwinget 2017 seine Lehren gezogen haben. Damals kehrte er – ebenfalls nach einer Schulterverletzung – zu früh in den Ring zurück. Das Fest in Interlaken fand daraufhin ohne den Thurgauer Mitfavoriten statt. Für Giger ist das Nordostschweizer Teilverbandsfest ein wichtiger Belastungstest im Hinblick auf das Eidgenössische. Es soll zudem offene Fragen zum Trainingsrückstand beantworten. Eines ist sicher: Ein Giger in Topform muss sich vor Orlik nicht verstecken. Die eindrücklichste Kostprobe seiner Stärke gab der Mann aus Ottoberg auf der Schwägalp ab, als er im vergangenen August nacheinander die Schwergewichte Christian Stucki und Daniel Bösch bodigte.

Bösch sagt Start ab

Bösch, der dritte Leader der Nordostschweizer, sagte für das Fest in Hallau wegen einer Schleimbeutelentzündung im Ellbogen ab. Er will hinsichtlich des Saisonhöhepunkts in Zug kein Risiko eingehen. Bei seinen bisherigen Auftritten präsentierte sich der Zuzwiler jedoch von seiner dominanten Seite. Nur gegen Orlik fand er dreimal kein Rezept zum Erfolg. Ansonsten wären zu seinen Siegen am St.Galler und am Schaffhauser Kantonalfest wohl noch weitere dazugekommen.

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