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Kommentar

Nach Holdeners Pleite im Slalom: In der Niederlage zeigt sich der Champion

Die Medaillen, ja sogar Gold, lagen für Wendy Holdener bereit. Doch die 25-Jährige beraubte sich mit einem Fehler in Durchgang zwei aller Chancen. Das kann passieren. Stark war ihre Reaktion. Ein Kommentar.
Martin Probst

Noch während Wendy Holdener enttäuscht in der Hocke verharrte und auf den Boden starrte, wurde das Podest für die Medaillengewinnerinnen aufgebaut. Es war ein brutaler Moment. So nah war der Traum von WM-Gold nach Durchgang eins. Und in diesem Moment so fern.

Die 25-Jährige Schweizerin war als Führende in Lauf zwei gestartet und schon nach wenigen Toren und einem Fahrfehler war alles vorbei. Nun stand sie alleine da, mit dem Kopf nach unten gesenkt.

Doch schon wenig später umarmte sie die Siegerin. Und selbst, als sie wenig später allein am Boden sitzend ins Leere startet, klatsche Holdener, als die Medaillengewinnerinnen geehrt wurden. Es war ihr Traum, da vorne zu stehen, jetzt sass sie alleine an der Werbebande im Ziel am Boden.

Holdeners Umgang mit der Niederlage ist bewundernswert. Professionell absolvierte sie den Medien-Marathon und gab immer wieder Auskunft, was passiert war. Es ist die Stärke von Champions, selbst in der grössten Enttäuschung Profi zu bleiben. Holdener hat diese Prüfung mit Bravour bestanden. Gerade, wenn man bedenkt, dass dies der bisher bitterste Moment in ihrer Karriere war.

Zuletzt war es ihr an den Grossanlässen immer sehr gut gelaufen. Sie gewann in St. Moritz vor zwei Jahren die WM-Kombination und holte Silber im Slalom. An den Olympischen Spielen vor einem Jahr holte sie einen ganzen Medaillensatz (Gold mit dem Team, Silber im Slalom und Bronze in der Kombination).

Und auch an dieser WM war sie schon zweimal erfolgreich: Gold in der Kombination und Gold mit dem Team. Doch ausgerechnet im Slalom, in ihrer Paradedisziplin, hat sie bis heute nie gewonnen.

Das es wieder nicht geklappt hat, ist keine Drama. Nirgends sonst sind Fehler schneller passiert als im Slalom. Und nur wer riskiert, kann gewinnen. Holdener hat zwar eine Chance verpasst, doch weitere werden folgen. Sie ist erst 25 Jahre alt aber bereits jetzt ein grosser Champion.

Das später am Tag die Tränen noch kamen und die Enttäuschung riesig war, das gehört ebenso dazu. Champions wollen gewinnen. Aber sie können verlieren.

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