Nach Pflichtsieg in Basel: Nun wartet in Skopje eine Herkulesaufgabe auf Kriens-Luzern

Der HC Kriens-Luzern entledigt sich der Pflichtaufgabe in Basel mit einem diskussionslosen 34:23-Sieg.

Stephan Santschi
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Ein wenig Ungewissheit vor dem Auswärtsspiel in Basel bestand schon. Die Belastung für den HC Kriens-Luzern ist gross, seit dem Saisonstart Ende August sieht das Programm ausschliesslich englische Wochen vor. Vor einer Woche, beim 29:29-Remis im Heimspiel gegen GC Amicitia Zürich, kam es prompt zu einem ersten Ausrutscher in der Meisterschaft. Der neu formierte RTV Basel hat in der noch jungen Spielzeit derweil schon aufgezeigt, dass er durchaus ein unangenehmer Gegner sein kann.

Tragende Säule des Krienser Spiels: Filip Gavranovic.

Tragende Säule des Krienser Spiels: Filip Gavranovic.

Boris Bürgisser

Sorgen musste man sich um die Zentralschweizer am Samstag allerdings nicht machen. Von Beginn weg zeigten sie, dass sie die Pflichtaufgabe mit der nötigen Seriosität und auch mit genügend Frische angingen. Mit einer 3:2:1-Abwehr machten sie den wurfstarken Rückraumspielern der Basler das Leben sehr schwer. Aljaz Lavric im Zentrum und Filip Gavranovic als vorgestellter Akteur orchestrierten das Abwehrbollwerk, dahinter stand mit Paul Bar ein gut aufgelegter Goalie. «Das war eine solide und sehr konzentrierte Leistung», lobte Geschäftsführer Nick Christen.

Willimanns Frust wegen Krienser Treffsicherheit

Früh legten die Luzerner eine Viertore-Distanz zwischen sich und den Gegner. Nach einer Viertelstunde stand es 7:3, nach 27 Minuten 13:9 und als sie vor der Pause noch zu einem Spurt ansetzten, war die Partie schon zur Halbzeit entschieden (17:9). Basel, bei dem der Ex-Krienser Severin Ramseier am rechten Flügel sein Debüt gab, wirkte zunehmend ratlos, leistete nur noch bescheidene Gegenwehr.

Bemerkenswert war neben dem kompakten Auftritt in der Defensive auch die Krienser Chancenauswertung. In Halbzeit eins waren 85 Prozent der Abschlüsse von Erfolg gekrönt, was in der Tat eine vorzügliche Ausbeute ist. André Willimann, der Luzerner Goalie in Basler Diensten, fand überhaupt nicht ins Spiel, seine Abwehrquote sank vorübergehend bis auf 9 Prozent ab. Sonst die Ruhe in Person, war dem 35-Jährigen der Frust gegen seine früheren Kollegen anzumerken. Einmal kickte er den Ball nach einem Gegentreffer ins Tor, einmal drosch er mit beiden Händen gegen die Latte und stauchte einen Mitspieler zusammen.

Janus Lapajne schmerzt noch immer das Knie

In der schwülen Basler Rankhofhalle behielten die Gäste letztlich während der gesamten Spielzeit kühlen Kopf, fertigten den inferioren Konkurrenten erstaunlich hoch mit 34:23 ab und stiessen in der NLA-Tabelle auf den zweiten Platz vor. Von Müdigkeit war nichts zu sehen, sie konnten es sich sogar erneut leisten, den slowenischen Spielmacher Janus Lapajne zu schonen. Seit dem Match gegen Bern, in dem er mehrere Schläge aufs Knie erhielt, leidet Lapajne unter schmerzhaften Hämatomen. Ob er am Dienstag im Hinspiel der 2. Qualifikationsrunde der European League beim HC Metalurg wieder einsatzbereit sein wird, steht noch nicht fest.

Sicher hingegen ist, dass Kriens-Luzern am Montag mit breiter Brust nach Skopje reisen wird. Die renommierten Nordmazedonier seien zwar der Favorit, sagt Nick Christen. «Wir möchten aber mit einem positiven Resultat nach Hause kommen.» Das Rückspiel findet dann eine Woche später, am 29. September, in der Zürcher Saalsporthalle statt. Der Einzug in die Gruppenphase der European League wäre dabei als grösster internationaler Erfolg der Krienser Vereinshistorie zu werten.

RTV Basel – Kriens-Luzern 23:34 (9:17)
Rankhof. – 150 Zuschauer. – SR Hennig/Meier. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Basel, 4-mal 2 Minuten gegen Kriens-Luzern. – Basel: Willimann/Kühner; Stamenov (1), Engler (1), Krause (3), Spende (5), Basler (2), Esono Mangue (3); Voskamp (1), Ramseier (2), Karvatski (5), Karthigaikumar. – Kriens-Luzern: Bar/Eicher; Wanner (5), Papez (5), Oertli (2), Harbuz (7/4), Schlumpf (2), Gavranovic (3), Lavric; Piroch (5), Idrizi, Rellstab (1), Delchiappo (1), Blättler (3). – Bemerkungen: Kriens-Luzern ohne Lapajne (geschont). Bar hält Penalty von Spende, der im Nachschuss trifft (18./5:8). Kühner hält Penalty von Harbuz (40./14:22). Karthigaikumar schiesst Penalty an den Pfosten (60./23:34).