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Am Ende dominiert in Zug das Hochgefühl: Der EVZ schlägt die ZSC Lions mit 5:4 nach Verlängerung

In einem dramatischen Spiel bezwingt der EVZ die ZSC Lions mit 5:4 nach Verlängerung. Grossen Anteil daran haben die neuen Ausländer.
Sven Aregger
Oscar Lindberg und Raphael Diaz feiern den Siegtreffer in der Verlängerung. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Zug, 14. September 2019).

Oscar Lindberg und Raphael Diaz feiern den Siegtreffer in der Verlängerung. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Zug, 14. September 2019).

Nach Spielschluss gewährt der EV Zug neue Einblicke. Die Medienleute können ihre Interviews mit den Spielern ab sofort in der Garderobe führen, man kennt das aus der nordamerikanischen NHL. Die Empfehlung kommt vom Schweizer Verband, neben dem EVZ ziehen auch Davos und Lugano mit. Nach der Partie gegen die ZSC Lions machten sich die Zuger in der Kabine also an die Aufarbeitung des sportlichen Geschehens. Stürmer Fabian Schyder sagte: «In der Garderobe spürt man die Hochs und Tiefs unmittelbar. Diese Emotionen gehören zum Sport.»

An diesem Samstagabend dominierte das Hochgefühl, aus den Boxen dröhnte fröhlicher Schlager. Und die Spieler diktierten bereitwillig ihre Sätze in die Mikrofone und Notizblöcke der Journalisten, schliesslich hatten sie soeben einen grossen Konkurrenten bezwungen. Es war ein dramatisches Spiel, in dem der EVZ manche Tiefschläge erlebte, aber am Ende zum Höhenflug ansetzte.

Talent allein genügt nicht

1:3 und 2:4 lagen die Zuger zurück. Sie zogen wie schon beim knappen Sieg am Vortag gegen Ambri nicht ihren besten Abend ein, auch Torhüter Leonardo Genoni blieb nicht makellos. Lange fanden sie kein Rezept gegen die defensiv gut organisierten und offensiv abgeklärten Zürcher. Die ZSC Lions wollen sich nach dem Verpassen der Playoffs in der vergangenen Saison rehabilitieren. Die Qualität im Team ist unbestritten. Dem schwedischen Weltmeister-Trainer Rikard Grönborg obliegt es nun, aus der Ansammlung von Stars ein funktionierendes Kollektiv zu bilden. Eine positive Entwicklung ist erkennbar, aber die ZSC Lions machten sich mit Strafen selber das Leben schwer. Der EVZ profitierte davon, auch weil die drei neuen Zuger Ausländer zeigten, welches Potenzial in ihnen steckt. Der Tscheche Jan Kovar rettete das Heimteam mit zwei Toren kurz vor Schluss in die Verlängerung. Dem Schweden Oscar Lindberg gelang der viel umjubelte Siegtreffer. Und auch Landsmann Erik Thorell reihte sich unter die Torschützen. Solche Erfolgserlebnisse werden ihnen bei der Integration in die Mannschaft helfen. Sie brauchen noch Zeit, um das Spielsystem von Trainer Dan Tangnes zu verinnerlichen.

Tangnes sprach von einem «grossen Charakter-Sieg», der die Mannschaft zusammenschweisse. Der Headcoach wurde für seinen Mut belohnt, Goalie Genoni in der Schlussphase frühzeitig vom Eis zu nehmen. Das 3:4 und das 4:4 fielen mit sechs Zuger Feldspielern. Tangnes sagte aber auch: «Wir haben in den ersten 40 Minuten nicht gut gespielt. Wir waren nervös und langsam in unseren Entscheidungen.» Womöglich hat das auch mit den hohen Erwartungen zu tun, die in den letzten Wochen ans Team herangetragen wurden. Vielerorts wird Zug als Titelanwärter Nummer 1 gehandelt. Tangnes betonte jedoch: «Wir können uns nicht auf unser Talent verlassen, wir müssen hart für den Erfolg arbeiten.» Sowohl gegen Ambri wie auch gegen den ZSC habe sein Team bis zum Ende kämpfen müssen. «Aber wir fanden einen Weg zum Sieg.»

Schnyder: «Darauf können wir aufbauen»

Beim EVZ ist bestimmt noch nicht alles Gold, was glänzt. Doch die Saison hat eben erst begonnen, und mit fünf Punkten aus zwei Spielen lässt sich in Zug durchaus leben. «Darauf können wir aufbauen. Wir geniessen jetzt den Moment», sagte Fabian Schnyder, wohlwissend, dass der nächste Härtetest bereits bevorsteht. Am Dienstag trifft der EVZ in der Bossard-Arena auf Lausanne, das ebenfalls grosse Ambitionen hat. Die Zuger werden darauf hoffen, dass sie danach in der Garderobe wieder in aufgeräumter Stimmung über das Spiel reden können.

Zug - ZSC Lions 5:4 (0:1, 1:2, 3:1, 1:0) n.V.

6886 Zuschauer. - SR Dipietro/Lemelin, Progin/Altmann. - Tore: 13. Wick (Suter) 0:1. 24. Thorell (Klingberg/Ausschluss Marti) 1:1. 26. Prassl (Hollenstein, Geering) 1:2. 28. Roe (Trutmann, Wick) 1:3. 43. Hofmann (Martschini, Kovar/Ausschlüsse Roe, Blindenbacher) 2:3. 44. (44:00) Pedretti (Suter) 2:4. 58. (57:12) Kovar (Martschini, Schlumpf) 3:4 (ohne Goalie). 58. (57:58) Kovar (Simion, Diaz/Ausschluss Wick) 4:4 (ohne Goalie). 61. (60:16) Lindberg (Diaz, Martschini) 5:4. - Strafen: keine gegen Zug, 7mal 2 plus 10 Minuten (Marti) gegen die ZSC Lions. - PostFinance-Topskorer: Senteler; Suter.

Zug: Genoni; Stadler, Diaz; Morant, Alatalo; Schlumpf, Zryd; Thiry; Martschini, Lindberg, Thorell; Simion, Kovar, Hofmann; Klingberg, Senteler, Bachofner; Leuenberger, Albrecht, Schnyder; Zehnder.

ZSC Lions: Flüeler; Blindenbacher, Geering; Noreau, Marti; Trutmann, Berni; Phil Baltisberger; Suter, Roe, Wick; Diem, Krüger, Pettersson; Bodenmann, Prassl, Hollenstein; Pedretti, Schäppi, Simic; Sigrist.

Bemerkungen: Zug ohne McIntyre (überzähliger Ausländer). ZSC Lions ohne Chris Baltisberger (verletzt). - 22. Lattenschuss Trutmann. - Timeout Zug (57.). Zug von 56:21 bis 57:12 und von 57:30 bis 57:58.

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