Nachgefragt bei Fernando Alonso
«Sind Sie ein schwieriger Teamkollege?»

Fernando Alonso ist zurück in der Formel 1. Der 39-jährige Spanier startet nach zweijähriger Auszeit für das neue Alpine-F1-Team.

Aufgezeichnet von Cyril Aregger
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Fernando Alonso.
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Fernando Alonso.
Fernando Alonso.
Fernando Alonso (rechts).
Fernando Alonso.
Fernando Alonso früher bei Ferrari.
Fernando Alonso früher bei Ferrari.

Fernando Alonso.

Bild: Maryse Lüchtenborg/Alpine F1 Team

Für Fernando Alonso ist es eine Art doppelte Rückkehr: Mit Renault, so hiess das Team noch bis letzte Saison, holte er sich 2005 und 2006 zwei Weltmeistertitel.

Was führt Sie nach zwei Jahren Pause zurück in die Formel 1? Wollen Sie nochmals Weltmeister werden?

Fernando Alonso: Nein, zumindest war das nicht der Hauptgrund. Ich hatte viele Optionen im Rennsport. Indy-Cars oder Langstreckenrennen zum Beispiel. Aber ich wollte die grösste Herausforderung. Und das ist nun mal die Formel 1, wo mein kurz- bis mittelfristiges Ziel sein wird, wieder Rennen gewinnen zu können.

Wie haben sich die Autos in der Zwischenzeit verändert?

Das ist schwer zu vergleichen. Die Autos haben definitiv mehr Power, die elektrische Unterstützung ist viel besser integriert – es sind einfach viel bessere Autos. Das Gefühl ist fantastisch.

Hätten Sie vor zehn Jahren gedacht, dass Michael Schumachers Rekord von sieben Weltmeistertiteln je gebrochen wird?

Nein. Aber nun hat Lewis Hamilton den Rekord eingestellt, und dieses Jahr könnte Lewis den Rekord brechen. Das ist gut für den Sport, denn dafür sind Rekorde da. Lewis ist der Favorit auf den Titel in dieser Saison – aber Max Verstappen wird ein starker Gegner sein.

Sie gelten als schwieriger Teamkollege. Wie gehen Sie damit um?

Ich lache.

Weshalb?

Ich bin jetzt zum dritten Mal bei Renault unter Vertrag, war zwei Mal bei McLaren – hätten mir diese Teams einen Vertrag angeboten, wären sie nicht zufrieden gewesen mit mir? Und auch mit meinen ehemaligen Teamkollegen habe ich ein gutes Verhältnis, es sind Freundschaften daraus entstanden. Jarno Trulli rief mich nach meinem Velounfall im Februar im Tessin sogar an und fragte mich, ob er für mich einkaufen gehen solle...

Ihr neuer Teamkollege Esteban Ocon (24) meinte, Sie wirkten auf ihn eher wie 28 als wie 39. Fühlen Sie sich auch so jung?

Fernando Alonso ist zurück in der Formel 1.

Fernando Alonso ist zurück in der Formel 1.

Bild: EPA

Ich fühle mich doch eher wie 39, ich habe mittlerweile auch weniger Haare (lacht)... Aber wichtig ist: Ich bin gut vorbereitet. Physisch war es mir klar, dass ich auf ein Toplevel kommen werde. Schwieriger ist das Mentale, denn als Formel-1-Pilot musst du auch viele Opfer erbringen. Das Alter ist aber nicht so wichtig, ich fahre ja auch nicht gegen Teenager. Lewis Hamilton bricht alle Rekorde und ist auch schon 36. Natürlich gibt es eine junge Fahrergeneration, doch die hat noch nicht viel gewonnen.

2014 verliessen Sie Ferrari, weil Sie nicht mehr um fünfte und sechste Plätze fahren wollten. Kurz danach kämpfte Ferrari wieder um die WM. War das ein Fehler?

Ich bereue nie eine Entscheidung. Damals fühlte sie sich richtig an, genauso wie nun der Entscheid für Alpine. Es ist die grösste Herausforderung, die es für mich gibt.