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NACHRUF: Milenko Tomics letzte Reise

Mit dem Tod vom Milenko Tomic verliert die Basketballszene einen der ganzen Grossen. Erinnerungen an einen erfolgreichen Trainer und eine beeindruckende Persönlichkeit.
Milenko Tomic im Januar 2009 als damaliger Brunnen-Trainer. (Bild: Philipp Schmidli)

Milenko Tomic im Januar 2009 als damaliger Brunnen-Trainer. (Bild: Philipp Schmidli)

Der Tod von Milenko Tomic löst grosse Betroffenheit und Trauer aus und die Frage nach dem Warum. Am Samstag hörte das Herz des 52-jährigen Basketballcoachs bei einem Trainerkurs in Liestal auf zu schlagen. Am Dienstag nahmen auf dem Friedhof in Sursee seine Lebenspartnerin Rada, Angehörige, Bekannte, Freunde, Spielerinnen und Spieler Abschied. Mit stehendem Applaus honorierte die grosse Trauergemeinde Milenko Tomic für sein langjähriges Engagement und Wirken – ein letzter Dank an ­einen der erfolgreichsten Basketball-Coaches der Schweiz.

Tomic prägte die Szene, konnte viele Menschen für diesen Sport begeistern, war bekannt für seine professionelle Einstellung und ordnete dem Sport viel unter. Basketball war sein Leben, seine Berufung, ­seine Leidenschaft. Auch die Zen­tralschweiz hat ihm viel zu verdanken. Er schaffte es, viele Teams innerhalb kürzester Zeit von den unteren Ligen in die NLA zu führen. In Sursee und Brunnen betreute er unter anderen die damaligen NLA-Frauenequipen, war auch bei Reussbühl unter Vertrag sowie beim Männerteam der Reuss Rebels (NLB/NLA). Seit 2009 amtete er als Trainer beim BC Alte Kanti Aarau, und er war auch mehrere Jahre Nationaltrainer des Schweizer Frauenteams.

Die unverkennbare Art seines Coachings

Ich habe Milenko Tomic während mehrerer Jahre, als er in der Zentralschweiz tätig war, journalistisch begleitet. Der Kontakt blieb auch später immer bestehen, wir sind uns oft in einem Café in Sursee begegnet, unterhielten uns über dies und das, natürlich in der Mehrheit über Basketball. Nun laufe ich an diesem Café vorbei, schaue zum Tisch, an dem er immer sass – aber Milenko Tomic kommt nicht mehr, daran muss ich mich erst gewöhnen.

Zurück bleiben aber Erinnerungen und viele Anekdoten. Vor allem auch seine Art, wie er Teams coachte. Er litt an der Seitenlinie mit, dirigierte, verwarf die Arme, gestikulierte, kritisierte, lobte, applaudierte und trieb seine Mannschaften immer unermüdlich nach vorne. Sogar dann, wenn sie punktemässig klar in Führung lagen. «Ein satter Vorsprung ist noch lange kein Grund, nachzulassen», pflegte der schweizerisch-bosnische Doppelbürger jeweils zu sagen. Über Schiedsrichterentscheide oder über missglückte Spielzüge seiner Mannschaften konnte er sich schon mal sehr laut aufregen.

Seinen wohl grössten Triumph erlebte er 2006, als er mit dem Brunner NLA-Frauenteam den Cupsieg holte, der wurde dann auch, verdientermassen, tüchtig gefeiert. Er vergass aber nie, im Augenblick grosser Euphorie die Mannschaft in den Mittelpunkt zu stellen, denn selber im Scheinwerferlicht zu stehen, das war nicht seine Art. Unvergessen bleiben auch die spannenden und dramatischen Auf- und Abstiegsspiele mit dem Männerteam der Reuss Rebels. Und die grosse Freude, als er mit Sursee 1999 in den Cupfinal einzog. Dieser ging dann allerdings verloren, und Milenko Tomic sass nach dem Spiel eine gefühlte Ewigkeit auf einer Bank, sprachlos und fassungslos, keiner der Journalisten getraute sich, ihn anzusprechen. Bis er sich wieder einigermassen gefasst hatte, musste die Pressekonferenz immer wieder nach hinten verschoben werden.

Ausserhalb des Spielfeldes erlebte man einen ruhigen, besonnenen und zuvorkommenden Milenko Tomic, «un grand Monsieur», wie sich jemand auf Facebook ausdrückte. Wie sehr er geschätzt wurde, wie sehr er fehlen wird und wie gross die Trauer ist, davon zeugen auch die vielen Kommentare in den sozialen Netzwerken.

Am Dienstagabend nach der Trauerfeier in Sursee trat Milenko Tomic seine letzte grosse Reise an, er wurde in sein Heimatland Bosnien-Herzegowina überführt, wo er heute beigesetzt wird. Lieber Milenko, mit unseren Gedanken begleiten wir dich auf deinem neuen Weg.

Theres Bühlmann

theres.buehlmann@luzernerzeitung.ch

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