Langlauf
Luzerner Nachwuchstalent Bianca Buholzer ist auf Formsuche

In dieser Saison kommt Bianca Buholzer (SC Horw) nicht wie erhofft auf Touren. Woran es liegt, ist für sie ein Rätsel.

Urs Hanhart
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Bianca Buholzer (19) lief beim Weihnachtlanglauf auf Rang 2.

Bianca Buholzer (19) lief beim Weihnachtlanglauf auf Rang 2.

Bild: Urs Hanhart (Unterschächen, 14. März 2021)

Beim Weihnachtslanglauf in Unterschächen, der am Sonntag bei wachstechnisch sehr schwierigen Null-Grad-Bedingungen mit rund dreimonatiger Verspätung nachgeholt wurde, stand das Rennen der U20-Kategorie der Frauen besonders im Fokus. Selina Haas vom SC Marbach und die Swiss-Ski-C-Kader-Athletin Bianca Buholzer vom SC Horw lieferten sich auf der dreimal zu absolvierenden 2,5-Kilometer-Schlaufe zunächst einen spannenden Zweikampf in Form eines Fernduells, wurde doch das Distanzrennen in klassischer Technik gelaufen.

Haas startete etwas schneller und erarbeitete sich auf der ersten Runde wenige Sekunden Vorsprung, den sie dann im Mittelteil noch etwas ausbaute. Im letzten Abschnitt konnte Haas, die nur zwei Tage zuvor bereits den Engelberger Nachtsprint für sich entschieden hatte, sogar noch einen Zacken zulegen und sich mit letztlich komfortablen 53 Sekunden Vorsprung auf ihre Widersacherin Buholzer, die sichtlich etwas abbaute, nicht nur den Tagessieg, sondern gleich auch noch den ZSSV-Meistertitel sichern.

Buholzer, die sich wie schon in Engelberg deutlich geschlagen geben musste, zeigte sich von ihrer Leistung nicht sonderlich angetan, bilanzierte sie doch nach dem ersten Durchschnaufen selbstkritisch: «Genau gleich wie schon in der ganzen Saison ist es mir heute nicht so gut gelaufen. Ich fühle mich zwar nicht schlecht, aber es fehlt immer etwas. Woran es liegt, kann ich nicht sagen. Wenn ich ins Ziel komme, bin ich jeweils nicht müde.»

Teamsprint mit Nadine Fähndrich

Die 19-jährige Luzernerin hat ihr Trainingspensum auf diese Saison hin etwas gesteigert. Pro Woche investiert sie zehn bis 15 Stunden in den Leistungssport. Diese grossen Umfänge sind nur möglich, weil sie die Sportmittelschule in Engelberg besucht. Momentan absolviert sie ein 50-Prozent-Praktikum in einem Hotel. «Für mich ist dies eine super Lösung. Ich kann für die Trainings immer freinehmen», betonte die 1,78 Meter grosse und 63 Kilogramm schwere Athletin. Im Schächental lief sie mit einem etwas zu spitzen Ski. Ihre Niederlage wollte sie jedoch nicht aufs Material zurückführen: «Heute war es für alle schwierig. Ich habe mich letztlich dafür entschieden, Klister-Wachs aufzutragen. Das war in meinen Augen die etwas bessere Wahl als ein Nowaxski.»

Für Bianca Buholzer neigt sich die Saison langsam dem Ende zu. Sie nimmt noch die nationalen Titelkämpfe und zum Abschluss den traditionellen Langis-Sprint ins Visier. «Im Rahmen der Schweizer Meisterschaften werde ich zusammen mit Nadine Fähndrich den Teamsprint bestreiten können», verrät sie und fügt noch an: «Auf diesen Wettkampf freue ich mich sehr. Nadine Fähndrich ist nicht nur für mich, sondern für alle Jungen in unserem Verein ein ideales Vorbild.»

Die Schwarzenbergerin hofft, dass sie den Verbleib im C-Kader von Swiss-Ski sicherstellen kann. Zu ihren Zielen für die nächsten Jahre sagte sie: «Ich möchte mich kontinuierlich hocharbeiten, an den Continental-Cup-Rennen gute Resultate herauslaufen und irgendwann in weiter Ferne den Sprung in den Weltcup schaffen.»

Luzerner sahnen tüchtig ab

Der Weihnachtslanglauf war in diesem Jahr gleich in mehrfacher Hinsicht etwas speziell. Es gelangte ein Covid-19-Schutzkonzept zur Anwendung, antreten durften lediglich Athleten bis 20 Jahre. Elite- und Senioren-Kategorien gab es nicht. «Für uns war immer klar, dass wir dieses Rennen durchführen beziehungsweise nachholen, wenn sich die Möglichkeit bietet», betonte Martin Arnold vom OK des SC Unterschächen. Und er ergänzte: «Viele Teilnehmer waren sehr froh, endlich etwas Wettkampfluft schnuppern zu dürfen. Etliche bestritten heute ihr erstes Saisonrennen.»

Den ZSSV-Meistertitel in der Kategorie Männer Junioren holte Bianca Buholzers Klubkollege Philippe Meyer vom SC Horw. Gold in den U16-Kategorien ging an Leandra Schöpfer, SC Marbach, und Silvan Lauber, SC Horw. Nicht weniger als zehn der vergebenen zwölf ZSSV-Medaillen rissen sich Athleten aus dem Kanton Luzern unter den Nagel.

Die detaillierten Resultate sind unter swiss-ski-kwo.ch aufgeschaltet.