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Nati-Wirbel: So schlitterte der Fussballverband in die Krise

Die Doppeladler-Affäre, ein beratungsresistenter Vladimir Petkovic und Verbandsbosse, die Brandherde lieber aussitzen als löschen: Die Chronologie der Ereignisse, die dazu führten, dass der Schweizerische Fussballverband in die Krise geriet.
Daniel Walt
Shaqiris Doppeladler, Petkovics Schweigen und Behramis Ausbootung: In der Schweizer Nati gibt es aktuell diverse Brandherde. (Bilder: Keystone)

Shaqiris Doppeladler, Petkovics Schweigen und Behramis Ausbootung: In der Schweizer Nati gibt es aktuell diverse Brandherde. (Bilder: Keystone)

November 2014

Doppeladler, die Erste: Immer wieder machen Spieler der Schweizer Fussball-Nati in ihren Clubs auf sich aufmerksam. Dies zum einen mit sportlichen Topleistungen - zum anderen aber auch, weil sie beim Torjubel den Doppeladler zeigen, das Wappentier Albaniens. So beispielsweise Pajtim Kasami, der zu dieser Zeit bei Olympiakos Piräus spielt; aber auch Granit Xhaka, Mittelfeldspieler von Mönchengladbach:

Er zeigte den Doppeladler schon 2014 - damals aber nur auf Vereinsebene: Granit Xhaka im Trikot von Borussia Mönchengladbach. (Bild: Freshfocus/Tim Groothuis)

Er zeigte den Doppeladler schon 2014 - damals aber nur auf Vereinsebene: Granit Xhaka im Trikot von Borussia Mönchengladbach. (Bild: Freshfocus/Tim Groothuis)

Das Verhalten der Nationalspieler sorgt für Kritik - und zwingt den Schweizerischen Fussballverband (SFV) zum Handeln. Der Verband betont, dass man den Doppeladler nicht sehen will, wenn die Spieler im Nati-Trikot auflaufen. Der Nati-Delegierte Peter Stadelmann: «Wir haben den Wunsch gegenüber den Spielern geäussert, auf Gesten zu verzichten, die falsch verstanden werden können.»

Mai/Juni 2018

Missstimmung vor der WM: Friede, Freude, Eierkuchen - dieser Eindruck herrscht vor dem Auftakt zur Fussball-WM in Russland rund um die Nati vor. Wie der «SonntagsBlick» - allerdings erst nach dem Turnier - enthüllen wird, ist die Stimmung aber schon vor der Abreise nach Russland nicht rosig. Knatsch gibt es laut dem Bericht unter anderem um Xherdan Shaqiri - er hat der Nati im März für Testspiele abgesagt, wenig später für seinen Club Stoke City aber im Abstiegskampf gespielt. Die Nati-Verantwortlichen tolerieren zudem die Omnipräsenz von Skistar Lara Gut, der neuen Freundin von Valon Behrami, im Umfeld der Nati:

Lara Gut herzt Valon Behrami nach dem WM-Aus gegen Schweden - der Skistar soll aber auch im Mannschaftshotel der Nati omnipräsent gewesen sein. (Bild: Keystone)

Lara Gut herzt Valon Behrami nach dem WM-Aus gegen Schweden - der Skistar soll aber auch im Mannschaftshotel der Nati omnipräsent gewesen sein. (Bild: Keystone)

Des Weiteren beschimpft Granit Xhaka - im Team sportlich akzeptiert, neben dem Rasen angeblich aber höchst umstritten - einen Fotografen des Boulevardblatts übel. Der Verband zieht diesbezüglich keine Konsequenzen, wie der «Blick» später schreibt. Der Fotograf hat Xhaka geknipst, als dieser in einem Training verletzt vom Platz geführt werden musste:

Granit Xhaka wird Ende Mai in Lugano verletzt vom Platz geleitet. (Bild: Keystone)

Granit Xhaka wird Ende Mai in Lugano verletzt vom Platz geleitet. (Bild: Keystone)

22. Juni 2018

Doppeladler, die Zweite: In einer begeisternden Partie bezwingen die Schweizer im zweiten WM-Gruppenspiel nach einem 0:1-Rückstand Serbien noch mit 2:1. Die Schlagzeilen gehören nach Abpfiff aber erneut dem Doppeladler: Entgegen der Abmachung mit dem Verband bejubeln Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri ihre Tore mit dem albanischen Wappentier.

Granit Xhaka (links) und Xherdan Shaqiri nach ihren Toren gegen Serbien.

Granit Xhaka (links) und Xherdan Shaqiri nach ihren Toren gegen Serbien.

Die Fifa leitet nach der Partie ein Verfahren gegen die beiden plus Stephan Lichtsteiner ein - auch der Captain hat den Doppeladler gemacht, aus Solidarität, wie er sagt. Das Trio kommt schliesslich mit einer Busse statt einer Sperre davon. Der Schweizerische Fussballverband seinerseits steht nach diesen Geschehnissen verstärkt in der Kritik. Der SFV habe die politische Brisanz der Partie gegen Serbien falsch eingeschätzt und seine albanischstämmigen Spieler nicht für die Folgen allfälliger Aussagen oder Gesten sensibilisiert, wird moniert. Zudem habe er die Doppeladler-Affäre heruntergespielt.

27. Juni 2018

SFV-Vertreter beleidigt Fifa-Sicherheitschef: Mit einem 2:2 gegen Costa Rica sichert sich die Schweiz den Einzug in den WM-Achtelfinal. Schlagzeilen macht in der Folge eine Busse von 35'000 Franken an die Adresse des SFV, die von der Fifa ausgesprochen wird. Hintergrund: ein Fehlverhalten von mehreren Delegationsmitgliedern während der Partie. Drei Offizielle haben ihren Zugang zum Spielfeld ohne Tragen ihrer Akkreditierung erzwungen - und einer von ihnen soll den Fifa-Sicherheitschef beleidigt haben.

4. Juli 2018

Petkovics französischer Abgang: Nach dem Aus der Nati gegen Schweden erwartet jedermann, dass Nationaltrainer Vladimir Petkovic vor der Heimreise eine Bilanz-Medienkonferenz abhalten wird. Doch nichts da: Petkovic, seit jeher als zurückhaltend, ja gar verschlossen gegenüber den Medien verschrien, schweigt.

In der Kritik: Nationaltrainer Vladimir Petkovic. (Bild: Keystone)

In der Kritik: Nationaltrainer Vladimir Petkovic. (Bild: Keystone)

5. Juli 2018

Generalsekretär lanciert Doppelbürger-Debatte: Noch bevor die Nati wieder Schweizer Boden unter den Füssen hat, bahnt sich der nächste Skandal an: Generalsekretär Alex Miescher tätigt in einem Interview die Aussage, man sollte sich überlegen, in der Nati keine Doppelbürger mehr spielen zu lassen - eine Aussage mit enormer Sprengkraft.

Alex Miescher. (Bild: Keystone)

Alex Miescher. (Bild: Keystone)

Miescher segnet das Interview beim Gegenlesen ab, genauso Verbandspräsident Peter Gilliéron. Insbesondere Granit Xhaka wird Mieschers Aussagen öffentlich scharf kritisieren - dieser nimmt einige Tage später prompt den Hut.

6. August 2018

Die Ausbootung von Valon Behrami: Natitrainer Petkovic teilt Valon Behrami in einem knappen Telefonat mit, dass er ihn in den Spielen im Herbst nicht aufbieten wird - genauso wenig wie andere bestandene Spieler. Behrami, jahrelang Führungsspieler, Liebling der Fans und auch an dieser WM wieder ein Kämpfer vor dem Herrn, übt öffentlich scharfe Kritik am Umgang Petkovics mit ihm - er versteht dessen Aussagen als Ausbootung und erklärt seine internationale Karriere als beendet. Im «Blick» vom Freitag kritisiert auch Ex-Natispieler Tranquillo Barnetta vom FC St.Gallen zu Petkovics Umgang mit Behrami: «So sollte es eigentlich nicht laufen. Immerhin war Behrami an der WM zwischendurch sogar Captain. Da müsste man einen anderen Weg wählen.»

Aus und vorbei: Valon Behrami hat seine Natikarriere für beendet erklärt. (Bild: Keystone)

Aus und vorbei: Valon Behrami hat seine Natikarriere für beendet erklärt. (Bild: Keystone)

Hinweis: «Tagblatt Online» tickert die Medienkonferenz des Fussballverbandes ab 15 Uhr live.

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