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«Ich erinnere mich an nichts»: Fabian Schär und die Frage nach der Hirnerschütterung

Fabian Schärs Zusammenprall mit dem Gegner im Spiel gegen Georgien war heftig. Trotzdem liess ihn der Teamarzt weiterspielen. Der Schweizer Verband will künftig versuchen, die Gesundheit der Spieler besser zu beurteilen.
Etienne Wuillemin, Basel
Der Schweizer Abwehrmann Fabian Schär liegt am Samstag nach einem Zusammenstoss mit dem Kopf beim EM-Qualifikationsspiel in Georgien regungslos auf dem Rasen. (Bild: Ennio Leanza/EPA (Tiflis, 23. März 2019))

Der Schweizer Abwehrmann Fabian Schär liegt am Samstag nach einem Zusammenstoss mit dem Kopf beim EM-Qualifikationsspiel in Georgien regungslos auf dem Rasen. (Bild: Ennio Leanza/EPA (Tiflis, 23. März 2019))

Es ist nur ein kurzer Nebensatz. Aber er sagt viel aus über die Gemütslage von Nationaltrainer Vladimir Petkovic. «Vielleicht ist es gut, haben wir nur noch ein Training vor dem Spiel.» Er spricht die Worte kurz vor der Einheit am Montagabend aus. Übersetzt meint er: Zum Glück können sich nicht noch weitere Spieler verletzen.

Zwei Stunden zuvor gibt der Schweizer Fussballverband bekannt: Verteidiger Fabian Schär darf heute gegen Dänemark nicht dabei sein. Zu gross ist das Risiko nach seinem Kopf-Zusammenstoss im Georgien-Spiel. Es ist der dritte gewichtige Ausfall nach Xherdan Shaqiri und Haris Seferovic.

Verantwortungslos, den Verletzten weiter spielen zu lassen?

Schärs Fall ist ein heikler. Denn die Frage stellt sich schon: War es verantwortungslos, ihn am Samstag nach dem Zusammenprall in der 27. Minute auf dem Feld zu lassen? Den Entscheid in Tiflis hat Teamarzt Damian Meli gefällt. Das Problem: Er musste innert kürzester Zeit entscheiden. Essenziell war, welche Antworten ihm der Spieler selbst gab. Hat er für kurze Zeit das Bewusstsein verloren oder nicht? Schär sagt:

«Ich erinnere mich an nichts.»

So genau mag das der Verband nicht beantworten. Dieser veröffentlicht ein Communiqué. Darin wird Schär zitiert: «Ich wollte unbedingt spielen und wie immer alles für die Schweiz geben.» Teamarzt Meli dagegen lässt verlauten: «Die Rückkehr in den Sport nach einem derartigen Zusammenprall benötigt eine gewisse Zeit. Üblicherweise braucht ein Spieler ein paar Tage, um schrittweise an einen Einsatz herangeführt zu werden. Diese Zeit fehlt zwischen den zwei Spielen gegen Georgien und Dänemark.» Weitere Auskünfte vom Teamarzt gibt es nicht. Der Verband möchte ihn schützen.

Gesellschaft der Sportärzte begrüsst den Entscheid

German Clénin ist Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Sportmedizin. Als er von CH Media erfährt, dass die Schweiz gegen Dänemark vorsichtshalber auf Schär verzichtet, reagiert er erfreut. «Das ist ein guter Entscheid.» Die Gefahr von Folgeschäden wäre wohl zu gross. Clénin sagt auch: «Ich Nachhinein betrachtet war es wohl ein Fehler, Schär nicht auszuwechseln. Nur: Wir alle können die Szene mehrfach und verlangsamt betrachten. Diese Möglichkeit hat der Arzt direkt am Spielfeld nicht.»

Was tun? Es laufen Bestrebungen, dass künftig auch Ärzte innert kürzester Zeit Bildmaterial zur Verfügung haben. Direkt am Spielfeld mittels eines iPads. Hätte Damian Meli diese Gelegenheit gehabt, seine Entscheidung wäre wohl anders ausgefallen. Zu hoffen ist, dass sich Schär schnell erholt. Zumindest auf dem Feld gegen Georgien war von einer Beeinträchtigung nach dem Zusammenprall nichts zu sehen. Schär spielte überlegt – und er leitete gar beide Schweizer Tore ein.

Nico Elvedi ersetzt Schär gegen Dänemark

Aus sportlicher Sicht löst die Absenz von Schär keine grosse Aufregung aus, weil mit Nico Elvedi ein weiterer Innenverteidiger bereit steht, der in Form ist.

Offen ist die Frage: Beginnt die Schweiz gegen Dänemark bereits mit einer Dreierkette? Oder wartet Petkovic wieder ab, um reagieren zu können, falls das Spiel nicht nach Wunsch verläuft?

Ist die Nati bereit für das Quali-Spiel?

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