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Neuanfang auf Sizilien

Der Mauenseer Nicolas Haas (22) verliess vor einem Jahr den FC Luzern, er wechselte zu Atalanta Bergamo in die Serie A. Dort spielte er aber kaum. Nun nimmt er in Palermo in der Serie B einen neuen Anlauf.
Raphael Gutzwiller
Der Luzerner Mittelfeldspieler Nicolas Haas (rechts) im Dress von Palermo. (Bild: Tullio M. Puglia/Getty (Belluno, 27. Juli 2018))

Der Luzerner Mittelfeldspieler Nicolas Haas (rechts) im Dress von Palermo. (Bild: Tullio M. Puglia/Getty (Belluno, 27. Juli 2018))

Noch wohnt er im Hotel, so richtig angekommen ist Nicolas Haas in Palermo auf Sizilien noch nicht. «Ich glaube, es ist schön hier. Aber bisher habe ich noch nicht viel gesehen von der Stadt», sagt der 22-jährige Mauenseer.

In der letzten Woche unterschrieb er beim Serie-B-Klub einen Leihvertrag, reiste gleich mit dem Team ins Trainingslager in die Berge. Seit Dienstag ist er nun in Palermo. «Hier sind im Moment viele Feriengäste. Aber ich bin nicht hier, um Ferien zu machen. Es geht um Fussball.»

«Ein Jahr für die menschliche Entwicklung»

Vor einem Jahr hat Haas vom FC Luzern zu Atalanta Bergamo in die Serie A gewechselt. 55 Ligaspiele hatte er davor beim FCL bestritten, natürlich hoffte er, auch in Italien zu seiner Spielzeit zu kommen. Dem war aber nicht so: Nur gerade in neun Ligapartien kam der Luzerner zu einigen Minuten, nur einmal stand er in der Startelf. Das lag nicht etwa daran, dass er besonders schlecht trainierte, sondern weil die Konkurrenz auf seiner Position im zentralen Mittelfeld schlicht zu gross war: der Schweizer Nationalspieler Remo Freuler, der Holländer Marten de Roon, der im Sommer 2017 für 15 Millionen Franken von Middlesbrough geholt wurde, und der Italiener Bryan Cristante, der nun an die AS Roma mit einer Kaufoption von rund 30 Millionen Franken ausgeliehen wurde.

Daneben war kein Platz mehr für den 22-Jährigen in seiner ersten Saison in Italien. Keine einfache Situation für Nicolas Haas: «Wenn es läuft, ist jeder dein Freund. Wenn nicht, bist du plötzlich nicht mehr gefragt.» Er sei sich teilweise vorgekommen wie ein «Trainings-Mannequin». «Ins Training zu gehen mit dem Wissen, dass man sowieso keine Chance hat, ist deprimierend.» Dennoch sieht er nicht alles schlecht über sein Jahr in Bergamo: «Ich bin überzeugt, dass das Jahr in Bergamo für meine Entwicklung sehr wichtig war. Ich habe zwar nicht viel gespielt, aber mich dabei auch menschlich entwickelt. Es war gut, aus der Wohlfühloase Luzern rauszukommen: alleine zu wohnen, eine neue Sprache zu lernen.» Dadurch sei er im mentalen Bereich stärker geworden. Aber nicht nur dort: Auch physisch habe er Fortschritte gemacht, erzählt Haas. Schon beim FC Luzern war er als laufstarker zentraler Mittelfeldspieler bekannt. Nun sei er sogar noch schneller geworden, zudem habe er eine bessere Ausdauer.

Nicolas Haas hatte im letzten Sommer den FC Luzern in Richtung Bergamo verlassen. Dabei kam es zu grossen Diskussionen im Umfeld des FC Luzern, weil er beim FCL eine Vertragsverlängerung ablehnte und ablösefrei ins Ausland wechselte. «Es bringt nichts, jetzt alten Staub aufzuwirbeln, indem ich das kommentiere», sagt Haas dazu. «Es war sicher schade, dass ich in einigen Medien schlecht dargestellt wurde. Aber es war auch wieder eine Erfahrung, die mich stärker gemacht hat.»

«Luzern ist immer eine Option»

Nach der unglücklichen Saison in Bergamo erhielt Haas einige Angebote. Am Ende entschied er sich für Palermo. War eine Rückkehr zum FC Luzern für ihn keine Option? «Luzern ist für mich immer eine Option», sagt er. «Es ist natürlich auch nicht immer einfach, wenn die Familie und die Freundin so weit weg sind.» Zudem hat er an Luzern gute Erinnerungen: «Der FCL ist wie eine Familie. Er hat mich immer gut behandelt, und ich bin dankbar dafür», sagt er. Mit seinen ehemaligen Teamkollegen pflege er immer noch regen Austausch, so war er mit Jonas Omlin (neu FC Basel) und Remo Arnold (vom FCL an den FC Winterthur ausgeliehen) in den Sommerferien.

Dennoch blieb Haas in Italien. «Palermo wollte mich unbedingt, hat immer wieder Druck gemacht, damit der Wechsel zu Stande kommt. In der Serie B gibt es 42 Partien, ich erhoffe mir dadurch viel Spielzeit. So kann ich mich wieder für Bergamo aufdrängen», so Haas, der an Palermo ausgeliehen ist. Er betont, dass eine Leihe der typische Weg für Atalanta Bergamo sei. «Viele Spieler wurden jung geholt, ausgeliehen, und als sie wieder zurück waren, eingesetzt.» Eine solche Entwicklung erhofft sich auch der Mauenseer, der noch immer überzeugt ist: «Irgendwann setze ich mich durch.»

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