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Tour de France: Neue Hierarchie auch beim Feiern

Alexander Kristoff gewinnt die letzte Etappe der Tour de France. Zuvor setzt sich eine Sechsergruppe in Szene, dabei auch Michael Schär. Geraint Thomas wird erwartungsgemäss Toursieger.
Tom Mustroph, Paris
Stossen mit Champagner an: Toursieger Geraint Thomas (links) und sein Vorgänger Chris Froome. Bild: Marco Bertorello/EPA (Paris, 29. Juli 2018)

Stossen mit Champagner an: Toursieger Geraint Thomas (links) und sein Vorgänger Chris Froome. Bild: Marco Bertorello/EPA (Paris, 29. Juli 2018)

Ein paar Ahornblätter lagen schon auf den Champs-Elysées und kündigten mitten im Sommer den Herbst an. Sie wurden aufgewirbelt, als das Peloton seine Runden über das berühmte Pflaster drehte. Eine Sechsergruppe hatte sich abgesetzt, darunter die beiden Schweizer Michael Schär und Silvan Dillier.

«Man muss es immer versuchen. Alle zehn Jahre klappt so etwas, das zeigt das Beispiel von Winokurow», sagte BMC-Profi Schär. Der Kasache Alexander Winokurow gewann 2005 als Solist auf den Champs-Elysées – eine Ausnahme von der Sprinterregel.

Gedanken bei Andy Rihs

Schär war aber auch noch aus einem anderen Grund beflügelt. «Ich fuhr auch für Andy Rihs. Viele Jahre stand er hier in Paris am Ziel. Im Frühjahr ist er gestorben. Dass ich jetzt vorn war, war auch für ihn. Ja, er fuhr mit», sagte der baumlange Geuenseer.

Schär ist erleichtert, dass es dank des polnischen Sponsors CCC mit dem Rennstall weitergeht. «Das ist gut für alle Mitarbeiter. 60 Leute arbeiten für das Team, ihre Jobs sind gesichert», erklärte er. Ob es für ihn im Nachfolgerennstall weitergeht, liess er offen. «Ich kann noch nichts sagen, muss den 1. August abwarten.» Dann läuft die Transferfrist im Velosport ab.

Ein würdiges Sprintfinale

Das Rennen machten dann wieder die Sprinter, wie gewohnt auf der Prachtstrasse nahe der Seine. Team Bora führte das Feld an die Ausreisser heran. Peter Sagan erhoffte sich seinen vierten Etappensieg. Auch Team Groupama von Arnaud Démare spannte sich vors Feld. Das Rennen machten dann aber die Teams, die sich lange versteckt gehalten hatten. Erst auf der letzten Runde waren die Trikots von UAE und Trek Sega­fredo vorn zu sehen. Trek bog mit drei Mann vorn in die Zielgerade ein, Yves Lampaert vor Jasper Stuyven und John Degenkolb. «Das Team hat wieder sehr gut gearbeitet. Ich habe zwei Sekunden gewartet und bin dann los. Es war genau der richtige Moment. Dann aber war Alex stärker.» Im Sprint zweier Sanremo-Sieger setzte sich der Norweger durch. Mit Démare wurde ein dritter Sieger der Classicissima Dritter. Es war ein würdiges Sprintfinale, trotz des vorzeitigen Ausscheidens solcher Top-Sprinter wie Mark Cavendish, André Greipel, Marcel Kittel und Dylan Groenewegen. Das Quartett machte die Siege in den letzten neun Jahren unter sich aus. Jetzt schrieb sich mit Kristoff ein neuer Mann in die Siegerlisten ein. «Ich bin überglücklich. Ich habe so lange auf diesen Sieg hingearbeitet. Endlich hat es geklappt», meinte er. In der Gesamtwertung gab es keine Veränderung. Team Sky feierte den Gesamtsieg durch Geraint Thomas und den dritten Platz durch Chris Froome mit ein paar Gläschen Champagner auf der Etappe. Die neue Hierarchie wurde allerdings auch beim Feiern deutlich: Thomas gab sein leeres Glas Froome, damit der es entsorge. Wer Koch und wer Kellner war bei dieser Tour, wurde am letzten Tag auch in Details deutlich. Thomas war glücklich, ­Froome tat so, als wäre er es. So endete die 105. Tour de France.

105. Tour de France. 21. Etappe, Houilles–Paris Champs-Elysées (116 km): 1. Kristoff (NOR) 2:46:36. 2. Degenkolb (GER). 3. Démare (FRA). 4. Boasson Hagen (NOR). 5. Laporte (FRA). 6. Richeze (ARG). – Ferner: 36. Dumoulin (NED). 37. Küng (SUI). 67. Thomas (GBR). 69. Froome (GBR), alle gleiche Zeit. 87. Frank (SUI) 0:30 zurück. 139. Schär (SUI) 4:08. 144. Dillier (SUI) 4:44. – 145 Fahrer gestartet und klassiert.

Schlussklassement: 1. Thomas 83:17:13. 2. Dumoulin 1:51. 3. Froome 2:24. 4. Roglic (SLO) 3:22. 5. Kruijswijk (NED) 6:08. 6. Bardet (FRA) 6:57. 7. Landa (ESP) 7:37. 8. Martin (IRL) 9:05. 9. Sakarin (RUS) 12:37. 10. Quintana (COL) 14:18. – Ferner: 53. Küng 2:07:14. 55. Frank 2:10:29. 83. Dillier 2:55:15. 90. Schär 3:04:14.

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