Neuer FCL-Assistenztrainer Colatrella: «Ein überlegter Schritt der sportlichen Leitung»

Genesio Colatrella hat den Wechsel vom Leiter der erfolgreichen FCL-Nachwuchsabteilung zum Co-Trainer von Fabio Celestini gewagt.

Daniel Wyrsch aus Marbella
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Der neue FCL-Co-Trainer Genesio Colatrella am Sonntag in Marbella.

Der neue FCL-Co-Trainer Genesio Colatrella am Sonntag in Marbella.

Bild: Martin Meienberger/Freshfocus

Profi-Fussball ist ein schnell­lebiges Geschäft. Vor zwei Wochen feierte Genesio Colatrella mit seiner Familie in Luzern noch nichts ahnend den Jahreswechsel. Seit letztem Montag steht er im Einsatz als Assistenzcoach des neuen Luzern-Trainers Fabio Celestini. «Einen solchen Schritt kannst du nicht planen», stellt Colatrella fest.

Ein Erfolg aller 86 Trainer im Nachwuchs

Die vergangenen viereinhalb Jahre arbeitete er als Leiter Nachwuchs. Jene Abteilung, die in seiner Amtszeit 15 eigenen Spielern zum Super-League-Debüt verholfen hat. «Ich führte den Nachwuchs , hatte den Plan und rekrutierte das Personal. Am Erfolg sind alle 86 Trainer beteiligt, sie haben sich ins Zeug gelegt und konnten sich mit ihren Ideen im vorgegebenen Rahmen verwirklichen.»

Nach seinem Wechsel zum Profiteam soll die Strategie im Nachwuchs beibehalten werden. Sportchef Remo Meyer hat drei Kandidaten für den neuen Chef zur Auswahl, für die Entscheidung lässt er sich nach eigenen Aussagen noch etwas Zeit. Genesio Colatrella fühlt sich geehrt, «dass Remo bei der Wahl des Assistenztrainers an mich gedacht hat». Er ist überzeugt: «Das ist ein überlegter Schritt der sportlichen Leitung.»

Er habe zuvor signalisiert, künftig wieder auf den Rasen zurückkehren zu wollen, erzählt der 48-jährige ehemalige Fussball-Profi. Seine grössten Erfolge als Spieler waren die Aufstiege mit Kriens und Thun in die Nationalliga A. Mit dem SCK spielte der Mittelfeldmann dann auch noch eine Saison in der höchsten Liga.

Guten Riecher bei der Selektion von jungen Spielern bewiesen

Jetzt verlasse er die Komfortzone des Leitungsjobs. «Ich nehme die Herausforderung gerne an, das ist für mich die Gelegenheit, um im Trainerbusiness à jour zu bleiben.» Umgekehrt bringt er einen reich gefüllten Rucksack aus dem Nachwuchs mit. «Das ist bestimmt ein Vorteil, auch bei der wichtigen Selektion der Jungprofis.» Gerade beim FC Luzern, der ein echter Ausbildungsklub in der Ausbildungsliga Super League ist.

Genesio Colatrella hat ein gutes Näschen bewiesen, er weiss, auf was zu achten ist. «Denn es sind nicht immer die begabtesten Jungen, die bereit sind, für den Erfolg hart zu arbeiten.»

Vor dem Wechsel zum FCL war Colatrella bereits vier Jahre lang Nachwuchschef des SC Kriens. Insgesamt war er also fast neun Jahre Technischer Leiter. Doch er betont, dass das Feuer immer in ihm gelodert habe, zurück auf den Platz zu gehen, sich auf ein Projekt mit einem Team zu fokussieren. Erleichternd komme für ihn dazu, dass er sich mit Fabio Celestini gut versteht. «Wir sind ähnliche Typen, sprechen die gleiche Sprache.» Und das im doppelten Sinn: Italienisch, Französisch und von Tag zu Tag immer mehr Deutsch würden sie miteinander sprechen.

Beeindruckt von Celestini sowie den Spielern

Colatrella gefällt, wie Chefcoach Celestini Verantwortung übernimmt. «Fabio ist ein sehr fordernder Trainer mit klaren Vorstellungen und Sozialkompetenz.» Und: «Er sieht jedes Detail.» Den neuen Assistenten beeindruckt aber auch, «mit welchem Willen unsere Spieler seine Vorgaben umsetzen».

Testspiel: FCL – Puskas Akadémia 1:1 (1:1)
Dama de Noche, Marbella. – 150 Zuschauer.
Tore: 13. Favorov (Adam) 0:1. 34. Eleke (Freistoss Margiotta) 1:1.
Luzern, 1. Halbzeit: Müller; Schwegler, Lucas Alves, Knezevic, Sidler; Mistrafovic, Voca; Nidaye, Margiotta, Eleke; Matos.
Luzern, 2. Halbzeit: Zibung; Schwegler (63. Grether), Lucas Alves (63. Cirkovic), Knezevic (63. Burch), Sidler (80. Balaruban); Mitstrafovic (80. Emini), Voca (63. Ndenge); Ndiaye (80. Lang), Margiotta (63. Tia), Eleke (48. Males); Matos (63. Demhasaj).
Bemerkungen: Luzern ohne Schürpf, Schulz, Kakabadse und Binous (alle verletzt), Enzler (nicht im Aufgebot).