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Neuer offensiver Hoffnungsträger für den FCL

Beim FC Luzern ist man zwischen dem 0:3 gegen Espanyol Barcelona und dem Heimspiel morgen Sonntag (16.00, SRF info/2) gegen Thun angespannt.
Daniel Wyrsch
Neuzugang Ibrahima Ndiaye (rechts) bei seinem Luzern-Début gegen Espanyol Barcelonas Didac Vilà. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus, Luzern, 8. August 2019)

Neuzugang Ibrahima Ndiaye (rechts) bei seinem Luzern-Début gegen Espanyol Barcelonas Didac Vilà. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus, Luzern, 8. August 2019)

Luzern-Trainer Thomas Häberli wirkte am Freitag dünnhäutig. Die ständige Kritik an der unattraktiven Spielweise hat beim Ballwiler offensichtlich Spuren hinterlassen. Drei Reporter waren am Tag nach der 0:3-Heimniederlage gegen Espanyol im 3.-Runde-Hinspiel der Europa-League-Qualifikation zur Medienkonferenz erschienen. Jedem beschied er, dass die Fragen zu wenig konkret formuliert seien. «Du stellst mir drei Fragen in einer», entgegnete er dem Mann von Radio Pilatus. «Ihr habt eure Meinungen sowieso gemacht», meinte er zum Reporter von Radio Central/Sunshine und dem hier schreibenden Journalisten.

Der 45-jährige Häberli tut sich nicht leicht mit den aktuellen Schwierigkeiten seines Teams. Diese bestehen darin, dass die Spieler kaum brauchbare Offensivaktionen kreieren, oft zu passiv spielen, den Gegner zu wenig unter Druck setzen. Das ist gegen den La-Liga-Siebten bei den Gegentoren zum 0:2 und 0:3 deutlich geworden. Die ballsicheren und leichtfüssigen Espanyol-Profis konnten die Kugel unbedrängt in ihren Reihen zirkulieren lassen, bis der passende Moment zum erfolgreichen Abschluss gekommen war.

Nur an der Mehrbelastung kann es nicht liegen

Allein mit Müdigkeit wegen der zusätzlichen internationalen Belastung, was zu Spielen an jedem dritten Tag führt, kann es nicht zu tun haben. Denn die Luzerner präsentieren sich seit dem ersten Ligaspiel in St.Gallen (2:0-Sieg) in dieser Verfassung. Das war der erste Saisonmatch überhaupt, die Vergleiche in der Europa-League-Qualifikation gegen die Halbamateure von den Faröer-Inseln standen zu diesem Zeitpunkt noch bevor.

Auf diese Erfolge – Luzern überstand gegen Klaksvik erstmals seit 27 Jahren wieder eine europäische Runde – weisen die FCL-Verantwortlichen nun hin. Zweimal 1:0 bezwangen Häberlis Männer die Wikinger aus dem hohen Norden. Die Vorzeichen gegen Espanyol waren genau umgekehrt. Der Unterschied ist, dass die Katalanen die grosse finanzielle Differenz zu Luzern auf dem Rasen viel deutlicher sichtbar machten.

Espanyol-Coach Gallego macht Analyse auf dem Rasen

Auf eben diesem Rasen in der Swisspor-Arena stand Espanyols nur 1,65 Meter grosser Coach David Gallego nach dem 3:0-Sieg seiner Mannschaft. Der Mann im weissen Hemd besprach mit seinem Assistenten verschiedene Spielszenen. Temperamentvoll deutete er mit seinen Armen an, was sich auf dem Feld abgespielt hatte. Die Sofortanalyse des fleissigen Gallego kann nur eines bedeuten: Er will, dass seine Schützlinge künftig noch besser agieren.

Zum Glück aus FCL-Sicht steht das Rückspiel in Barcelona erst am nächsten Donnerstag auf dem Programm. Zuerst trifft das Team morgen Sonntag (16 Uhr, SRF info/2) in der Meisterschaft auf den FC Thun. Die Berner Oberländer standen am Donnerstag ebenfalls in der 3. Runde der Europa-League-Qualifikation im Einsatz. Zu Hause resultierte gegen Spartak Moskau eine 2:3-Niederlage. Im Gegensatz zu Luzern vermochten die Berner Oberländer auf einen 0:2-Rückstand zu reagieren, glichen zwischenzeitlich zum 2:2 aus, ehe am Ende doch die Russen mit einem Tor mehr die Nase vorne hatten.

«Wir verteilten gegen Spartak wie schon in der Meisterschaft zu viele Geschenke», stellte Thun-Trainer Marc Schneider hernach fest. Anders als der derzeit etwas ratlos wirkende Häberli verbreitet Schneider in den Interviews jedoch Stärke und Zuversicht. «Wenn es uns gelingt, die Fehler abzustellen, bin ich überzeugt, dass wir sowohl gegen Luzern wie im Rückspiel in Moskau sehr gute Chancen haben, zu punkten.»

Lediglich vier Tore in sechs Pflichtspielen

Dabei haben die Thuner nach drei Runden in der Liga erst zwei Punkte, Luzern immerhin vier Zähler auf dem Konto. Jedoch haben die Berner Oberländer bereits gegen das Spitzenteam Basel (2:3) gespielt. Dazu in Lugano (0:0) und zu Hause gegen Xamax (2:2) remisiert. Im Vergleich zum FCL haben sie mit vier Toren die doppelte Anzahl der Innerschweizer erzielt. Die trafen nur in St.Gallen (2:0). Gegen Zürich (0:0) und bei Servette (0:1) resultierten keine Treffer. Zählt man noch die internationalen Begegnungen dazu, dann hat Luzern in sechs Pflichtpartien bloss vier Tore geschossen – zwei gegen Klaksvik und notabene zwei durch Christian Schneuwly (jetzt Lausanne).

Besorgniserregende Vorzeichen? Häberli glaubt nicht. «Macht euch keine Sorgen», antwortete er mit leiser Stimme. Lauter sprach Stürmer Shkelqim Demhasaj (23): «Hinten gut stehen und auf null spielen. Und vorne treffen wir bald wieder. Garantiert!», ist er überzeugt. Ein Hoffnungsträger ist Neuling Ibrahima Ndiaye (21). Bei seinem Teileinsatz gegen Espanyol fiel der schnelle und trickreiche Senegalese positiv auf.

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