Interview

Neuer OL-Präsident Konrad Graber: «Der OL-Sport soll in der Schweiz nachhaltig Verbreitung finden»

Der Krienser Konrad Graber (61) ist zum neuen Präsidenten der Schweizer Orientierungsläuferinnen und -läufer gewählt worden.

Jörg Greb
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Konrad Graber: «Mit der WM in der Schweiz muss  bestimmt auch eine Breitenwirkung  erzielt werden.»

Konrad Graber: «Mit der WM in der Schweiz muss bestimmt auch eine Breitenwirkung erzielt werden.»

Bild: Roger Grütter, 18. September 2015

Sie vertraten den Kanton Luzern bis im Oktober als Ständerat. Wie sind Sie nun an die Spitze von Swiss Orienteering gekommen?

Konrad Graber: (Lacht) Nachdem ich es in OL-Wettkämpfen nie aufs Podest geschafft habe, gelang es mir durch eine ‹Strategieänderung› an die Spitze des OL-Sportes zu gelangen. Die damit verbundene Freiwilligenarbeit erlaubt es mir, diese mit einer lang gepflegten Freizeitaktivität zu verbinden.

Wie kamen Sie in die Kränze?

Völlig unspektakulär. Eine Findungskommission kam Ende Jahr auf mich zu. Dann folgten Gespräche mit meinem Vorgänger Jürg Hellmüller, dem Vorstand und dem SOLV-Geschäftsführer Christopher Gmür.

Die Schweizer OL-Aushängeschilder sind seit Jahren erfolgreich – in allen drei Sparten, dem Fuss-OL, Ski-OL und Bike-OL. Wie wollen Sie den Standard in Ihrer neuen Funktion halten oder weiterentwickeln?

Alle drei Sparten sind wichtig. Da sehe ich keine Kurskorrektur vor, wobei der Fuss-OL natürlich am meist bekanntesten ist.

An welchen Sportarten und Nationen orientieren Sie sich?

Schmunzelt: Ziel muss es sein, dass sich andere Nationen und Sportarten an uns orientieren und nicht umgekehrt. Aufgrund der früheren Aktivitäten und Beziehungen des Geschäftsführers steht die Kooperation mit den Leichtathleten und dem Leichtathletikverband im Vordergrund.

Mit der WM 2023 in Flims/Laax bietet sich eine besondere Plattform in naher Zukunft. Ihre Ambition?

Neben Top-Ergebnisse unserer Spitzenathleten muss mit der WM in der Schweiz bestimmt auch eine Breitenwirkung erzielt werden. Der OL-Sport soll nachhaltig Verbreitung finden.

Wie steht es mit dem persönlichen Bezug zum OL?

Ich werde zusammen mit meiner Frau weiterhin aktiv an vielen OL-Wettkämpfen in der Schweiz und im Ausland teilnehmen. OL ist bekanntlich ein Sport, den man in allen Alterskategorien ausüben kann. An der Senioren-WM starten jeweils sogar einige Ü90.

Sie starten, so berichten Insider, oft im Dress von Nid- und Obwalden. Warum?

Dies war wirklich eine oft vieldiskutierte Frage, als ich noch Luzerner Ständerat war. Meine Antwort jeweils: Weil meine Frau Präsidentin der Nid- und Obwaldner OL-Läuferinnen und OL-Läufer ist und ich durch sie zum OL gekommen bin. Darauf reagierten die Luzerner und sponserten mir ein OLV-Dress in blau-weiss. Dieses trage ich aus standespolitischen Gründen auch ab und zu.

Sieht man den begeisterten OL-Läufer Konrad Graber zukünftig häufiger oder seltener selber in Aktion?

Wohl eher mehr. Neben quantitativen habe ich aber auch qualitative Ziele und will in nächster Zeit etwas an meiner Ranglisten-Platzierung arbeiten.