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Rollstuhlsport: Manuela Schär und Marcel Hug – gleiches Ziel, unterschiedlicher Weg

Die Rollstuhlsportler Manuela Schär und Marcel Hug zählen am New York Marathon zu den Favoriten.
Jörg Greb

Diese weltweite Beachtung und Strahlkraft wie in New York geniesst kein anderes Rennen über die 42,195 km. Das gilt für die Laufsport-afine Öffentlichkeit, gilt für die Marathonläufer und die Rollstuhlsportler. So erstaunt es wenig, wenn den beiden aktuellen Schweizer Aushängeschildern Manuela Schär (Kriens) und Marcel Hug (Nottwil) New-York-Siege besonders viel bedeuten. Auf drei Triumphe blickt Hug zurück, 2013, 2016 und 2017, Schär gewann letztes und vorletztes Jahr. Auch in diesem Jahr peilen die beiden den Sieg an – aus ziemlich unterschiedlicher Warte allerdings.

Bereits am Dienstagmorgen flog Manuela Schär nach New York. Ungewohnt frühzeitig war das für sie. Der Grund: die Pflichten der Vorjahressiegerin. Termine stehen an, beim Veranstalter, bei den Medien und Sponsoren. «Für mich ist das eine Ehre», sagt Schär. Eine Her­ausforderung ist damit aber ebenso verbunden. Neben dem, dass sie für die üblichen letzten Trainings nicht das Gewohnte in Nottwil nutzen kann, kommt die Zeitumstellung. Schär hat für sich deshalb festgelegt: «Ich versuche meinen Rhythmus aus der Schweiz beizubehalten.»

Manuela Schär (Bild: Pius Amrein, 10. Juni 2018)

Manuela Schär (Bild: Pius Amrein, 10. Juni 2018)

2018 erst in der Schlussphase durchgesetzt

Gut vorbereitet fühlt sich die 34-Jährige. Allerdings räumt sie ein: «Ich spüre die lange Saison, langsam zeigt sich die Müdigkeit.» Anfang März hat das Wettkampfjahr mit dem Tokio Marathon begonnen. Vier weitere Marathons auf höchstem Level folgten. Sieg an Sieg reihte sie, und der zweite Gewinn der prestigeträchtigen Marathon-Major-Serie stellte sie Ende April in London sicher. Mit Triumphen in Berlin Ende September und in Chicago im Oktober ist sie bestmöglich in den neuen Major-Marathon-Zyklus eingestiegen.

Mit Respekt blickt sie auf das nun anstehende Rennen. Die Erinnerung an den letztjährigen New York Marathon sorgt für zusätzlichen Nervenkitzel. Damals setzte sie sich erst in der Schlussphase von ihrer härtesten Widersacherin Tatyana McFadden ab. Auf die Amerikanerin wird sie erneut stossen. Das sorgte für (An-)Spannung.

Frühzeitig entschieden hat sich Manuela Schär dafür, die Herbstmarathons zu priorisieren. Folge davon: Sie verzichtet auf die Leichtathletik-Para-Weltmeisterschaften vom 8. bis 15. November in Dubai. Zwei Gründe führt sie an: die Konzentration aufs Marathon-Training und Topleistungen bei den Herbstmarathons von Berlin, Chicago, New York und Oita Mitte November sowie ihr Sieg vom Frühling am London Marathon, der gleichzeitig als WM-Rennen galt. Mit jenem Erfolg sicherte sie der Schweiz den Quotenplatz für die Paralympics des nächsten Jahres in Tokio. «Mehr kann ich nicht tun, und ich bin froh, dass ich die WM links liegen lassen kann».

Hugs Monsterprogramm mit Schlussfeuerwerk?

New York und Oita steuert auch Marcel Hug an. Im Gegensatz zu Schär aber plant er dazwischen mit der Bahn-WM. «Ich gönne mir die Ferien anschliessend», lacht er und verweist auf das intensive Reiseprogramm. Im Gegensatz zu Schär fliegt er erst am Samstagmorgen ab.

Marcel Hug (Bild: Pius Amrein, 10. Juni 2018)

Marcel Hug (Bild: Pius Amrein, 10. Juni 2018)

Nach dem New York Marathon reist er direkt weiter nach Dubai, wo bereits morgen in einer Woche die WM beginnt. Einsätze über 800 m, 1500 m und 5000 m hat Hug geplant. Medaillengewinne sind sein Ziel. Er sagt: «Wenn’s einmal Gold wird, bin ich zufrieden.»

Die Reiserei und die Kumulation der Einsätze fürchtet er nicht. Zwar spricht er von «einem ziemlich happigen Trip um die halbe Welt», gleichzeitig freut er sich aber auf die Herausforderung. Obwohl auch Hug mit einem Sieg in die aktuelle Majors-Serie gestartet ist, hat diese für den Gesamtsieger von 2016/17 und 2017/18 nicht absoluten Vorrang. Er weiss von den Qualitäten seines härtesten Gegners, dem erst 21-jährigen Amerikaner Daniel Romanchuk. Letzten Frühling löste ihn dieser als Majors-Sieger ab. Grundsätzlich sieht er diese Konkurrenz als Chance: «Daniel hat dazu beigetragen, dass ich mich verbessert habe.» Ob er dies nun resultatmässig umsetzen kann?

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