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NHL: Vom billigen Trick zum Milliardengeschäft

Alles begann heute vor 100 Jahren in Montreal im edlen Windsor Hotel. Die NHL, die heute beste Eishockeyliga der Welt, wurde gegründet. Das berühmte Hotel ist inzwischen ein Bürokomplex, die National Hockey League aber steht besser da denn je.
Wayne Gretzky, NHL-Jahrhundert-Botschafter: «So vieles, was ich in meinem Leben habe, verdanke ich dem Eishockey und der National Hockey League.» (Bild: Nathan Denette / AP)

Wayne Gretzky, NHL-Jahrhundert-Botschafter: «So vieles, was ich in meinem Leben habe, verdanke ich dem Eishockey und der National Hockey League.» (Bild: Nathan Denette / AP)

«The Great One» Wayne Gretzky (56) hat selbstverständlich eine feste Rolle. Als Jahrhundert-Botschafter der NHL ist der wohl grösste Eishockeyspieler der Geschichte das Gesicht des grossen Jubiläums. «So vieles, was ich in meinem Leben habe, verdanke ich dem Eishockey und der National Hockey League», sagt er nicht nur pflichtgemäss.

Auch für Gretzky ist der 26. November 2017 deshalb ein ganz besonderes Datum, wenn sich die Geburtsstunde der nordamerikanischen Profiliga zum 100. Mal jährt. Im edlen Windsor Hotel von Montreal mit einem billigen Trick ins Leben gerufen, hat sich die NHL im Schatten des American Football (NFL), des Basketballs (NBA) und Baseballs (MLB) zu einem Global Player entwickelt und steht besser da denn je. Der kanadische Nationalsport wird längst unter den Palmen Floridas und in der Wüste Arizonas gespielt, seit dieser Saison auch mit erstaunlichem Erfolg im Zockerparadies Las Vegas. Europa ist für die NHL ein wichtiger Markt geworden, nicht nur, aber auch weil inzwischen gut 30 Prozent der Spieler (15 Schweizer) vom alten Kontinent stammen.

4,1 Milliarden Dollar Umsatz

Als sich die Gründerväter um den ersten NHL-Präsidenten Frank Calder 1917 in Montreal trafen, hatten sie aber nichts Historisches im Sinn. Nach 15 Jahren Profi-Eishockey in Kanada wollten sie sich eigentlich nur eines ihrer zahlreichen Probleme entledigen. Weil die Klubbesitzer aus Montreal, Ottawa und Quebec sich mit dem Eigner aus Toronto verkracht hatten, gründeten sie kurzerhand ohne ihn eine neue Liga. Vor wenigen Tagen kehrten die Team-Manager mit Liga-Boss Gary Bettman an den Gründungsort zurück, enthüllten zur Erinnerung eine Ehrentafel. «Das ist der Kern unserer Geschichte, hier schlägt der Puls unseres Spiels», sagte der Commissioner, der die NHL zukunftsfähig gemacht und finanziell in neue Sphären geführt hat.

4,1 Milliarden Dollar setzte die Liga in der Saison 2016/17 um, damit liegt sie deutlich über den Zahlen der Fussball-Bundesliga, aber hinter der englischen Premier League. Das wertvollste Team sind auf Basis der Spielzeit 2015/16 die New York Rangers, die auf 1,24 Milliarden Dollar taxiert werden. Innerhalb der letzten gut zehn Jahre hat die NHL ihr finanzielles Volumen dank neuer TV-Verträge und Sponsoren um 80 Prozent gesteigert. Das Interesse hat spürbar angezogen. Ein Verdienst Bettmans, der dennoch etwa wegen der Olympia-Absage für Pyeongchang in der Kritik steht und jährlich bei der feierlichen Überreichung des Stanley-Cups, der ­legendären Meistertrophäe, herzhaft ausgepfiffen wird.

Die NHL hat in ihren 100 Jahren viele Legenden hervorgebracht, unvergessliche Momente. Aber auch Tragödien gehören dazu. Etwa die teils mysteriösen Todesfälle einiger Spieler, die wohl hervorgerufen wurden durch die Spätfolgen zahlreicher Gehirnerschütterungen. Dennoch erlebt die beste Eishockeyliga der Welt gerade ihre vielleicht beste Phase seit der Glanzzeit in den 1980er-Jahren mit den Superstars Gretzky und Mario Lemieux. Nach dem Gang nach Vegas beheimatet die Liga jetzt 31 Teams, sieben davon im Eishockey-Mutterland, das Gros in den USA. Der finanzielle Zustand ist überwiegend solide, eine weitere Expansion in den nächsten Jahren nicht ausgeschlossen.

Ruben Stark (SID), Montreal

sport@luzernerzeitung.ch

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