Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kolumne

Nichts ohne Genehmigung

Christian Brägger

Die Sicherheit an der WM ist schon in den Tagen vor dem Turnierstart ein grosses Thema in Russland, die Angst vor terroristischen Anschlägen latent und gross. Willkommen im Hier und Jetzt, willkommen in der neuen Welt – was haben wir nur aus ihr gemacht.

In Toljatti treibt das Sicherheitsdenken seine Blüten, und so kann es geschehen, dass manche Dinge viermal erlaubt sind, beim fünften Mal aber das «Njet» kommt. Geduld ist gefragt, immer lächeln ebenfalls, auch wenn es der Gastgeber damit nicht immer so genau nimmt. Natürlich muss auch die Schweizer Nationalmannschaft zur Gefahrlosigkeit beitragen. Wenn sie das Hotel fürs Training Richtung Torpedo-Stadion verlässt, muss jeder Spieler durch eine Schranke, die ihn auf gefährliche Gegenstände prüft. Hat er Trainingsutensilien dabei, müssen diese aufs Rollband durch den Gepäckscanner – nichts Neues für die Schweizer Vielflieger. Wenn die Spieler schliesslich nach der Übungseinheit zurückfahren, wiederholt sich das Prozedere im Lada-Resort ein weiteres Mal. Und freilich ist der Car, den die Fifa dem WM-Teilnehmer aus der Schweiz zur Verfügung stellt, im Vorfeld auf Herz und Nieren geprüft worden; er wartet in einer Hochsicherheitszone jeweils auf seinen Einsatz.

Das Teamhotel ist selbstredend gut bewacht. Nähert man sich bis auf 300 Meter, taucht sofort einer der Polizisten auf. «Haben Sie eine Genehmigung?» Der Fahrbegleiter aus der Stadt erzählt später, man müsse hier einfach immer mit einem «Da», also «Ja», antworten. Er schmunzelt und erklärt, ohne Genehmigung gehe eben in Russland nichts. Das müsse dem Schweizer wohl fremd sein. So fremd ist das nicht, mit den russischen Behörden gab es ja bereits einen Schriftwechsel und Kontakt: Die Genehmigung in Form eines Visums, das man dann in Bern innert drei Minuten abholt und dafür Stunden im Zug verbringt, trägt man in Russland stets mit sich.

Den Journalisten geht es in Russland wie den Spielern. Immer werden sie von uniformierte Leuten vor dem Zutritt ins Torpedo-Stadion gescannt oder durchsucht, und natürlich braucht es für den Eintritt eine offizielle Genehmigung. Das kann zu Kapriolen führen, weil die Genehmigungen teilweise erst in Rostow am Don vor dem Spiel gegen Brasilien vorhanden sein werden. Dumm auch, dass die Scanner die grossen Koffer der Fotografen nicht schlucken können – sie sind zu klein gebaut, was zu Rückstau führt. Aber vermutlich haben sie hier in Russland einfach kleinere Kameras.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.