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Niederlage auch gegen Basel:
St.Gallens Nervenkostüm wird dünner

Nach dem 0:3 gegen Basel lautet das Fazit aus St.Galler Sicht ein weiteres Mal: Viel Aufwand, wenig Ertrag. Wollen die Ostschweizer den Fall in die Abstiegsbarrage verhindern, müssen sie die Verunsicherung abstreifen. Und endlich wieder treffen.
Ralf Streule
Majeed Ashimeru, gestern der stärkste St. Galler, ist nur schwer vom Ball zu trennen. (Bild: Andy Mueller/freshfocus)

Majeed Ashimeru, gestern der stärkste St. Galler, ist nur schwer vom Ball zu trennen.
(Bild: Andy Mueller/freshfocus)

Muss man sich Sorgen machen um den FC St.Gallen? Wer diese Frage gestern nach dem zu hoch ausgefallenen 0:3 gegen Basel noch mit Nein beantwortete, musste die Antwort spätestens in den Minuten nach Spielschluss revidieren. Die gesenkten Köpfe der Spieler, die Weigerung einiger Akteure, Interviews zu geben: All das deutet darauf hin, dass beim FC St.Gallen die Nerven langsam aber sicher blank liegen. Das Mentale im Team stimme weiterhin, sind sich Spieler wie Tranquillo Barnetta und Simone Rapp einig, und auch Trainer Peter Zeidler betont dies. Dass im Spiel der St.Galler aber eine gewisse Verunsicherung zu spüren ist, verneint auch Zeidler nicht.

Noch liegen die Ostschweizer drei Punkte vor dem Barrageplatz, noch bleiben fünf Spiele bis zum Saisonende. Noch ist – es sei ein weiteres Mal erwähnt – auch ein Platz unter den ersten vier möglich. Und dennoch ist allen Beteiligten klar: Der Abstiegskampf hat begonnen.

St.Galler Kampf gegen die Leichtigkeit Basels

Dem FC St.Gallen muss vor allem Sorgen bereiten, dass er zuletzt aus guten Ansätzen und aus viel Aufwand keinen Ertrag generieren konnte. Es gab gestern gegen Basel vieles, das die St. Galler richtig machten. Sie waren aggressiv und kamen zu Chancen. Sie hatten ähnlich viel Ballbesitz wie die Basler. Natürlich, die grössere Qualität im Basler Team war offensichtlich. Was gestern aber viel eher den Unterschied machte: Die Leichtigkeit des Cupfinalisten. Während sich die St.Galler ihre Chancen erkämpfen mussten, machten die Basler Vorstösse den Eindruck von lockeren Trainingsstafetten. «Wir bewahrten die Ruhe», sagte Basel-Trainer Marcel Koller am Ende salopp. Und Zeidler sprach vom «grossen Selbstbewusstsein», das der FC Basel nach Monaten der Ungeschlagenheit ausstrahlte. Im Gegensatz zu seinen Spielern, die in den letzten fünf Spielen gerade zwei Mal getroffen haben. Sie wiesen gegen Basel am Ende zwar eine Schussbilanz von 20 zu 13 auf. Sie schienen aber jeweils schon bei der Ballabgabe zu wissen, dass es beim Versuch bleiben würde, wie Zeidler es formulierte.

Die vielen «Wenn und Aber» beim FC St.Gallen

Das Spiel, das bei Graupelschauer begonnen hatte, war von Beginn weg attraktiv gewesen. Nach zwei Minuten hatte bereits Simone Rapp einmal aus fünf Metern abgeschlossen, Sekunden darauf traf Samuele Campo auf der Gegenseite nur den Pfosten. Nach einer Viertelstunde rettete Dejan Stojanovic bravourös. «Das 0:1 war folgerichtig», so Zeidler. Beim Gegentor in der 21. Minute zeigte sich eine alte St.Galler Schwäche: Ihr Vorwärtsdrang birgt defensiv grosse Gefahren. Silvan Hefti verteidigte hoch, Valentin Stocker wurde steil geschickt. Seine Flanke landete zwischen der St.Galler Innenverteidigung bei Ricky van Wolfswinkel. In der Folge zeigte sich ein weiteres Problem, mit dem St.Gallen seit längerem kämpft Aus dem Mittelfeld kam nur wenig Kreatives.

Und dennoch hätte die Partie eine andere Wendung nehmen können. Hätte Rapp nach 35 Minuten per Kopf das Tor und nicht die Latte getroffen. Wäre Axel Bakayoko bei seinem Versuch nicht ausgerutscht. Hätte der Schiedsrichter nach einem grenzwertigen Foul am stark spielenden Majeed Ashimeru auf Penalty entschieden. Wäre das 0:2 wegen Abseits richtigerweise aberkannt worden. Auf das «Wenn und Aber» wolle er aber kein Gewicht legen, sagte Zeidler hinterher. Er weiss: Die Niederlage war trotz allem nicht unverdient. Und: Was zählt, sind die Punkte. Diese wolle man sich am Samstag bei den Grasshoppers endlich wieder abholen.

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